Herbst an den Grotten (c) Bernhard Huhn
Herbst an den Grotten (c) Bernhard Huhn

dramatischer Seeblick (c) Angela Huhn
dramatischer Seeblick (c) Angela Huhn
Blick zum Rodelberg (c) Bernhard Huhn
Blick zum Rodelberg (c) Bernhard Huhn

 

 

 

 




Tulpenmeere im Frühling, Rosenzauber im Sommer, Dahlienfeuer im Herbst: Der 90 Hektar große Britzer Garten in Berlins Süden bietet seit der Bundesgartenschau 1985 , die im Jahr 1985 in West – Berlin stattfand, zu jeder Jahreszeit große Gartenkunst. Im Jahr 2002 wurde er unter die zehn schönsten Gärten Deutschlands gewählt.

Der moderne Landschaftspark mit der als „ruhige Mitte“ konzipierten zehn Hektar großen Seenlandschaft, Bachläufen und Quellen, weitläufigen Wiesen, Baumhainen und bunten Blumenbeeten besitzt außerdem zahlreiche Themengärten. Vielfältige Spiel- und Lernmöglichkeiten für Kinder und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Festen, Workshops und Konzerten sowie vielfältige Gatronomieangebote und die Britzer Parkbahn machen den Britzer Garten zu einem Lieblingsausflugsort für die ganze Familie.

Angelegt wurde der nach dem Ortsteil Britz benannte Park zur Bundesgartenschau Berlin 1985. Im Südwesten der damals geteilten Stadt sollte auf der Grundlage eines landschaftsplanerischen Wettbewerbes nach Plänen der Landschaftsarchitekten Wolfgang Miller und weiteren Preisträgern ein Erholungspark für die  Bevölkerung der damaligen West-Berliner Bezirke Tempelhof und Neukölln entstehen. So wurde dem bestehenden Defizit an öffentlichen Grünflächen entgegen gewirkt.

Wasser ist ein prägendes Element des Britzer Gartens: Der fast zehn Hektar große See, umgeben von einer Hügellandschaft, bildet das ruhige Herzstück im Zentrum. In seiner Nachbarschaft liegen drei weitere kleinere Seen, außerdem durchziehen schmale Bachläufe und Wasserfälle den Park. In weiten Teilen des Sees reicht die Vegetation mit Gehölzen, Stauden und Wiesen bis an die Uferzone heran und setzt sich im Wasser fort. Ein Wechselspiel von Weitläufigkeit und kleinen Details, Licht und Schatten, Berg und Tal, Seen, Quellen und Bächen gibt dem Parkinneren seine charakteristische Ästhetik. Zahlreiche gärtnerische Attraktionen und Sondergärten fügen sich zudem in die Parklandschaft ein.

Wichtiger Teil des Britzer Gartens sind die vielfältigen Spiel- und Lernorte für Kinder: die einzigartige Spiellandschaft  mit der Kletterpyramide und dem aus Lehm gebauten Dorf „Makunaima“, die überall zu findenden Spielgeräte sowie der weitläufige Wasserspielplatz machen den Park zu einem Eldorado für Familien. Im Tiergehege können Ziegen, Esel, Hühner und Kaninchen besucht werden. Die Beobachtung von Schafen und Rindern auf ihren wechselnden Wiesen ist im gesamten Parkgelände möglich.

Das Freilandlabor Britz bietet mit Ausstellungen, Führungen und Workshops allen Interessierten die Möglichkeit, verschiedene Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume kennen zu lernen.

Wie mit Windkraft Korn zu Mehl gemahlen wird, lässt sich in der Britzer Mühle erfahren – eine der letzten beiden voll funktionsfähigen Windmühlen im Berliner Stadtgebiet.

Seit 2011 führt die Grün Berlin GmbH Entwicklungsprojekte im Britzer Garten durch: die Modernisierung der Technischen Infrastrukturen - so z.B. das Regenwassermanagement - sowie den Neubau eines Umweltbildungszentrums. Hiermit soll das generationenübergreifende Bildungsangebot im Britzer Garten erweitert und die ökologische wie wirtschaftliche Nachhaltigkeit gesteigert werden. Der Abschluss der Maßnahmen ist für 2020 geplant.

Regenwassermanagement“ im Britzer Garten
Die Ökologische Nachhaltigkeit wurde verbessert
Im westlichen Parkbereich des Britzer Gartens wird das Regenwasser von Dächern und anderen befestigten Flächen nach umfangreichen Bauarbeiten nun gesammelt. Die Ressource Wasser wird jetzt besser genutzt, nachdem auf allen befestigten Flächen abfließende nährstoffarme Niederschläge zur Speisung des Sees verwendet werden. Unter Einsatz dieser vorhandenen, natürlichen Potentiale des Parks zur dezentralen, biologischen Reinigung und Rezirkulation des Seewassers wird der Einsatz von Grundwasser für die Unterhaltung des Sees verringert und die Überdüngung der Gewässer verhindert.
Das gereinigte Niederschlagswasser trägt mit dazu bei, über dezentrale Bodenfilteranlagen in Zukunft den 10 Hektar großen See zu speisen. Dies hilft Kosten zu sparen (Niederschlags- und Grundwassergebühren), ist nachhaltig und entspricht dem neuesten Stand der Technik.
Bei der Baumaßnahme wurden über 1 Kilometer Rohre im Horizontalspülbohrverfahren eingebaut, die das Regenwasser zum Bodenfilter leiten.

Das Gesamtprojekt wurde aus dem Umweltentlastungsprogramm Berlin (UEP II) mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie Landesmitteln finanziert und konnte im Jahr 2015 abgeschlossen werden.

Daten & Fakten

Lage Im Süden Berlins, zwischen Neukölln und Mariendorf
Größe 90 Hektar
Planung Gesamtentwurf und Gartenschaukonzept für den Kernbereich:
Wolfgang Miller, Freier Garten- und Landschaftsarchitekt BDLA, SRL,DWB, stuttgart/Berlin sowie weitere Garten- und Landschaftsarchitekturbüros für Themangärten und Bereichsplanungen
Eröffnung 26. April 1985 im Rahmen der Bundesgartenschau Berlin
Preise & Auszeichnungen Auszeichnung als einer der zehn schönsten Gärten in Deutschland 2002, Auszeichnungen mit dem Nachhaltigkeitspreis der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft 2012

 

Britzer Garten, Berlin

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