Als „Garten der drei Harmonien – TRI HITA KARANA“ – wurde die balinesische Gartenanlage 2003 eröffnet. Sie ist im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Jakarta entstanden. Die baulichen Elemente des vom indonesischen Architekten I Putu Edy Semara entworfenen Gartens wurden zu großen Teilen auf Bali vorgefertigt und in Berlin von balinesischen Facharbeitern montiert.

Im Rahmen der IGA Berlin 2017 hat die exotische Anlage nicht nur eine neue Hülle, sondern auch eine Neuinszenierung erhalten. In der von Haas Architekten errichteten energieeffizienten Tropenhalle hat sich auch die tropisch bepflanzte Fläche um den Balinesischen Garten herum auf 2.000 Quadratmeter erweitert. Die Gartenanlage ist im Warmhaus der 14 Meter hohen Halle untergebracht, das benachbarte Kalthaus wird im Sommer für Ausstellungen und im Winter als Orangerie genutzt.

Der Balinesische Garten spiegelt das Streben der Menschen nach Einklang mit sich selbst, ihrem Umfeld und dem gesamten Universum. Einen nur nach gestalterischen Kriterien angelegten Garten gibt es im traditionellen Bali nicht. Vielmehr verschmelzen die Pflanzen des Tropenwaldes mit Anpflanzungen der Dorfbewohner: Gewächse, die der Ernährung, der Heilung oder als Grundlagen für Opfergaben dienen.

Im Herzen der Anlage steht ein Wohnhof, wie er im südlichen Bali zu finden ist. Eine Lehmziegelmauer grenzt die Wohnanlage von der Umgebung ab. Die Besucherinnen und Besucher betreten diesen privaten Bereich durch ein Tor mit Namen „Angkul angkul“. Hier zeigt sich bereits die allgegenwärtige Dreiteilung des Balinesischen „Gartens der drei Harmonien", denn das Tor besteht aus dem Sockel mit den Stufen (= Fuß), der Tür aus Teakholz (= Körper) und dem mächtigen Dach mit Krone (= Kopf).

Der Haus- oder Familientempel („Sanggah“) innerhalb der Wohnanlage ist erneut durch eine Mauer abgegrenzt. Die Schreine auf den hohen Sockeln erhalten in Bali täglich neue Opfergaben aus Blumen, Früchten und Räucherstäbchen. Das größte Gebäude der Wohnanlage ist ein Allzweckbau. Der „Bale Dangin“ genannte, überdachte Pavillon dient den unterschiedlichsten Beschäftigungen. Dort werden Opfergaben vorbereitet, es wird geschlafen, gewebt, genäht oder gespielt. Die gepflasterte Fläche vor dem „Bale Dangin“ ist das Zentrum der Wohnanlage und damit der Platz, um sich zu treffen und ins Gespräch miteinander zu kommen.

Hinter der Wohnanlage schließt sich der tropische Urwald an. Er besteht aus Pflanzen, die in Europa häufig als Zimmerpflanzen oder in Botanischen Gärten zu finden sind. Zu den größten zählen die Baumfarne (Cyathaea australis). Daneben gibt es viele andere unterschiedliche Farne wie Sichel-, Nest-, Schwert- und Saumfarne. Blattpflanzen, wie z.B. Schraubenbaum, Keulenlilie und Kroton, bilden das grüne Dickicht, in dem die opulenten Blütenpflanzen mit ihren leuchtenden Farben die Blicke auf sich ziehen. Dazu zählen Gardenien, Hibiskus und eine große Anzahl unterschiedlicher Orchideen-Arten. Unverzichtbarer Bestandteil des Balinesischen Gartens ist der Frangipani-Baum - auch Tempel- oder Pagodenbaum genannt. Er gilt auf vielen indonesischen Inseln als heilig. Seine Blüten werden in Bali bevorzugt als Opferblüte oder Haarschmuck benutzt.

Vom Hauptweg zweigt ein „Bergpfad“ auf die von Palmen gesäumten Reisterrassen ab. Hier ergießt sich nicht nur ein kleiner Wasserfall – von hier aus eröffnet sich auch ein Rundumblick auf die balinesische Urwaldszenerie.

Daten & Fakten

Stil Der Garten alsTeil eines traditionellen balinesischen Wohnkomplexes
Größe         2.000 Quadratmeter
Planung

Putu Edy Semara, Edy Semara Architects, Bali (Indonesien)

Tropenhalle: Haas Architekten, Berlin

Eröffnung

Balinesischer Garten: 18. Dezember 2003

Tropenhalle und Erweiterung: April 2017