In der gut 2.000 Quadratmeter großen Anlage wird der Unterschied zwischen beiden gärtnerischen Kunstformen deutlich: während es im gepflasterten Labyrinth nur einen Weg gibt, dem es konzentriert zu folgen gilt, ist der Irrgarten dank der übermannshohen Eibenhecken ein komplexes Wegesystem, in dem man sich ständig neu orientieren muss, um ans Ziel zu gelangen.

Das Klassische (Kretische) Labyrinth gab es bereits im antiken Griechenland. Es bestand aus sieben Umgängen, die durchlaufen werden mussten, ehe man zur Mitte gelangte. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde diese Labyrinthform weiterentwickelt und in vielen bedeutenden Kathedralen als Bodenmosaik eingebaut. Zu den bekanntesten gehören die Labyrinthe in den Kathedralen von Reims, Amiens und Chartres. Letztes diente als Vorbild für das Labyrinth in den Gärten der Welt.

Hecken-Irrgärten gibt es nachweislich seit der Renaissance. Der Irrgarten in den „Gärten der Welt“ hat die Anlage im Garten des britischen Königsschlosses Hampton Court zum Vorbild, die als eine der ältesten in Europa gilt und über die Jahrhunderte weitgehend unverändert erhalten blieb.

Der Irrgarten besteht aus 1.225 immergrünen Eiben (Taxus baccata), die regelmäßig geschnitten werden müssen, um die geometrische Form der Gesamtanlage zu bewahren. Die Gehölze haben eine Höhe von 2 Metern und verhindern so den „Blick über den Gartenzaun“. Rund 750 Meter Hecke wurden für das fast 2.000 Quadratmeter große Irrgartenareal gepflanzt. Die gepflasterten Wege gewährleisten ein sicheres Durchwandern der Anlage. Zwei große Steinblöcke aus Granit flankieren den Zugang zur Mitte. Neben dem Gingko-Baum steht ein blauer Aussichtsturm, von dessen Spitze ein Überblick über den Irrgarten und seine kunstvolle, geometrische Form möglich ist.

Die Wege der 320 Quadratmeter großen Labyrinth-Anlage wurden in zwei Farbtönen gepflastert – grau und fast schwarz. Die hellen Steine markieren den Weg, dem die BesucherInnen folgen müssen. Nach 11 Umgängen, 28 Kehren und circa 8 bis10 Minuten ist das Zentrum erreicht. Im Zentrum des Labyrinths befindet sich eine Vertiefung, in der sich das Regenwasser sammeln kann. Die glitzernde Wasserfläche wirkt dann wie ein „Spiegel des Himmels“.

Daten & Fakten Irrgarten

Stil Im Stil des Irrgartens im Schlossgarten des britischen Königsschlosses Hampton Court bei London; 17. Jahrhundert (Barock)
Größe 1.800 Quadratmeter
Planung Thomas Michael Bauermeister, Gruppe F Landschaftsarchitekten (Berlin)
Eröffnung

22. Juni 2007

 

Daten & Fakten Labyrinth

Stil Nach dem Vorbild des Bodenlabyrinths in der gotischen Kathedrale von Chartres, Frankreich, erbaut um 1230
Größe 340 Quadratmeter
Planung Thomas Michael Bauermeister, Gruppe F Landschaftsarchitekten (Berlin)
Eröffnung 22. Juni 2007