Die neu gestaltete Blütenoase erzählt wichtige Gartenhistorie: ihre eigene als Teil der Berliner Gartenschau von 1987 und jene des namengebenden Potsdamer Staudenexperten Karl Foerster (1874-1970). Foerster hat mit seinem Garten, seinen Schriften und vor allem den vielen Einführungen von Wild- und Kulturstauden die deutsche und internationale Gartenkultur nachhaltig beeinflusst.

Foersters Buch vom „Einzug der Gräser und Farne in die Gärten“ (1957) war eine der Inspirationen für das Gestaltungskonzept des bauleitenden Gartenhistoriker Dr. Johannes Schwarzkopf und des Landschaftsplaners Christian Meyer. Auf komprimierte Weise sind Foersters Ideen und Gedanken nun im Garten wiederzufinden. Der zentrale, durch eine türkisblaue Holzpergola geprägte formale Gartenbereich zeigt auf geometrischen Beeten eine Auswahl von Prachtstauden. Auserlesene Spitzensorten sind zumeist nach der Foersterschen Idee der Farbdreiklänge, wie z.B. ‚Himmelblau-Rosa-Weiß‘, sortiert gepflanzt. Streng geschnittene Buchsbaumhecken geben den anspruchsvollen Pflanzungen einen Rahmen.

Die locker landschaftlich geformten Gartenteile sind im Gegensatz dazu mit Hilfe zahlreicher Wildstauden, Gräser und Farne bepflanzt. Sie zeigen Szenerien wie den Heidegarten, den offenen Waldsaum und eine halbschattige Steingartenpartie, wie Foerster sie in seinen Büchern immer wieder thematisierte. Rasenbuchten, Waldlichtungen und Tiefschattenbereiche leiten fließend in die Landschaften des Marzahner Parkgeländes über.

Markante Solitärsträucher, wie der malerische Dschunken-Wacholder, die seltene Winterblüte, eine wintergrüne Eiche sowie Winterduft-Heckenkirschen und Schneebälle, prägen den Garten auch außerhalb der Blütenhauptsaison. Mit mehreren Tausend gesetzten Blumenzwiebeln von Buschwindröschen, Krokus, Schneeglanz, Wildnarzisse und Tulpe soll ein weiterer Anspruch Karl Foersters zur ganzjährigen Attraktivitätssteigerung der Gärten unterstrichen werden: ‚Es wird durchgeblüht!‘.

Daten & Fakten

Stil Gartenkünstlerisches Doppelreich mit formalen Elementen und frei gestalteten Naturgärten mit für Karl Foerster typischen Pflanzenbildern
Größe 3.600 Quadratmeter
Planung Dr. Johannes Schwarzkopf, Potsdam und Christian Meyer, Berlin
Eröffnung 09. März 2008