Echte koreanische Gartenkunst in Marzahn: Koreanische GartenarchitektInnen planten den „Seouler Garten“, koreanische HandwerkerInnen bauten ihn. Für den Pavillon und die Mauern wurden überwiegend originale Kunstwerken und Bauelemente aus Korea verwendet. Entstanden ist eine abwechslungsreich gestaltete naturnahe Landschaft mit Höfen, reichem Figurenschmuck und dem Pavillon.

Die Entwicklung des Koreanischen Gartens wurde während des Berlin-Besuches des Oberbürgermeisters von Seoul angestoßen: der Bau eines solchen Gartens sollte helfen, die freundschaftlichen Beziehungen der Hauptstädte Südkoreas und Deutschlands weiter zu vertiefen. Auf dieser Grundlage entwickelte die Stadtverwaltung von Seoul das Projekt „Seouler Garten“ für Berlin.

Bei der Gestaltung des „Seouler Gartens“ wurde großer Wert auf die Besonderheiten der traditionellen koreanischen Gartenkultur gelegt. Drei unterschiedliche Bereiche kennzeichnen die Anlage: freie Räume oder Höfe, die als „Ma-Dang“ bezeichnet werden, der Pavillon und die Landschaft. Die Landschaft stellt ein Abbild der realen Naturlandschaft Koreas mit ihren Felslandschaften und der typischen koreanischen Vegetation dar. Kiefern, Bambus, Eichen und Fächerahorn sind einige der verwendeten Baumarten. Der „Seouler Garten“ besitzt vier von Mauern eingefasste Höfe mit unterschiedlich gestalteten Toren und einen Pavillon, der auf Felsen gebaut, unmittelbar am Wasser steht. In diesem „Kye Zeong“ (Pavillon am Wasser) finden sich einige für Korea typische Wohnräume.

Zu den auffälligsten Elementen des neuen Gartens gehören abstrakte Figuren, die an Wegen oder vor den Mauern der Höfe stehen und auf das schamanische Weltbild Koreas verweisen. Die großen Holzfiguren oder Totempfähle werden als „Zang Sung“ bezeichnet, an sie wenden sich die Menschen mit ihren Wünschen. Wesentlich kleiner sind die „Buk Su“, die vor Naturkatastrophen wie Feuer, Hochwasser oder Epidemien schützen sollen. Die hohen Masten mit abstrahierten Vögeln an der Spitze symbolisieren den schamanistischen Geistermast und werden „Sot Dä“ genannt. Die Vögel sollen als Boten die Gebete der Menschen zu den Geistern in den oberen Welten tragen.

Daten & Fakten

Stil Vorbild für die Gestaltung ist das „Das Haus der einsamen Freude" (1516)
Größe ca. 4.000 Quadratmeter
Planung Samsung Everland Inc. (Woon Sung Oh, Sung Long Lee), Seoul
Eröffnung 31. März 2006