Zwischen Heide und Hightech
Wie smarte Werkzeuge die Pflege der Tegeler Stadtheide optimieren
In industriellen Fertigungsprozessen ist der Einsatz von Robotik längst etabliert. In der Landschaftspflege hingegen steht der systematischen Anwendung digitaler und automatisierter Verfahren noch am Anfang , obwohl große Flächen, hoher Pflegeaufwand und zunehmender Personalmangel den Arbeitsalltag prägen. Auf dem Areal des ehemaligen Flughafens Tegel entsteht auf perspektivisch rund 190 Hektar mit dem Landschaftspark Tegeler Stadtheide ein Ort, der Freizeit, Erholung, Naturschutz und Forschung miteinander verbindet.
Eine zentrale Herausforderung bei der Enwicklung und Pflege des Areals ist die Kontrolle invasiver und biotopstörender Gehölzarten wie Zitterpappel, Traubenkirsche und Kratzbeere, die sich dynamisch ausbreiten und die offenen, schützenswerten Heidebiotope gefährden. Dabei setzt Grün Berlin auf KI‑gestützte Werkzeuge und untersucht, wie innovative Lösungen dazu beitragen, naturschutzfachliche Ziele effizient zu erreichen und Pflegeprozesse zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Naturschutz, Digitalisierung und Betrieb gemeinsam denken
Digitale Grundlagen für neue Pflegeansätze
Die Eindämmung der invasiven Arten ist arbeitsintensiv und bislang überwiegend manuell organisiert. Vor diesem Hintergrund spielt das bereits etablierte Landschaftsmonitoring eine wesentliche Rolle. KI‑gestützte Auswertungen von Luftbildern helfen dabei, die Vegetationsentwicklung systematisch zu erfassen. Problematische Arten und ihre räumliche Ausbreitung lassen sich so präzise identifizieren und Pflegebedarfe fachlich fundiert bewerten. Die gewonnenen Geodaten bilden heute eine wichtige Grundlage für die Planung und Priorisierung von Pflegeeingriffen.
Darauf aufbauend arbeitet Grün Berlin an innovativen Weiterentwicklungen: Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Daten autonome oder teilautonome technische Systeme einzusetzen, die gezielt dort tätig werden, wo Eingriffe erforderlich sind. Eine entsprechende Robotik-Lösung wird schrittweise erprobt – mit besonderem Augenmerk auf Verkehrssicherheit, Modularität und den sensiblen Einsatz im naturschutzfachlichen Kontext. Der innovative Mehrwert liegt dabei nicht in einer schnellen Automatisierung, sondern im Zusammenspiel aus bestehendem Monitoring und der Digitalisierung eines kompletten Arbeitsprozesses Ziel ist es, Pflegeprozesse adaptiv weiterzuentwickeln, Ressourcen effizienter einzusetzen und körperlich besonders belastende Tätigkeiten perspektivisch zu reduzieren. Ganz im Sinne des Forschungsareals am ehemaligen Flughafen Tegel werden so innovative Ansätze in Kooperation mit den Beteiligten vor Ort in einem Reallabor umgesetzt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse zeigen, wie sich Digitalisierung, Naturschutz und betriebliche Anforderungen Schritt für Schritt miteinander verbinden lassen – offen, lernend und mit Blick auf Skalierung und zukünftige Anwendungen.