Farbenfrohes Riesenrad im Berliner Spreepark mit der Stadt-Skyline im Hintergrund.
© Manuel Frauendorf

Von Planung bis Umsetzung: ein Projekt, viele erforderliche Kompetenzen

Der neue Spreepark: ein Ergebnis interdisziplinärer Zusammenarbeit

Seit das Riesenrad wieder steht, haben alle das große Ziel buchstäblich vor Augen. Im Oktober 2025 wurde im Spreepark im Berliner Plänterwald das 45 Meter hohe Wahrzeichen neu errichtet – nach einer sorgfältigen Generalüberholung und Modernisierung. 40 Gondeln, 220 Tonnen Gewicht, ein weithin sichtbares Schmuckstück und Symbol.

Vom Lost Place zum Zukunftsort

Schon 1969, als der damalige Vergnügungspark erstmals seine Tore öffnete, zählte das Riesenrad – einst die größte Attraktion dieser Art in der ehemaligen DDR – zu den Anziehungspunkten für das Publikum. 20 Jahre später wurde es erneuert, 2021 dann demontiert. Zu diesem Zeitpunkt waren die Planungen und Arbeiten schon in vollem Gange, die unter der Leitung von Grün Berlin dem seit 2002 verfallenen Ort zu frischem Glanz und neuem Leben verhelfen sollen. Ab Mitte 2027 soll er nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein – als Ort, der zugleich Historie und einen besonderen Gegenwartswert in sich trägt, für Freizeit, Begegnung und kulturelle Aktivitäten. Ein so vielschichtiges Entwicklungsprojekt ist für Grün Berlin – als öffentlicher Bauherr, Entwickler, in der Verantwortung für das Gesamtprojektmanagement und als späterer Betreiber – eine besonders herausfordernde, aber auch besonders geeignete Aufgabe. Das Unternehmen vereint die dafür erforderliche Bandbreite an Kompetenzen unter einem Dach: vom Projektmanagement für Freiraum-, Hochbau- und Ingenieurbauwerke über Expertise in Bereichen wie Verkehr und Mobilität sowie Denkmalpflege bis hin zu Liegenschaftsmanagement, Umweltbildung sowie Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsplanung. Eine wahrhaft interdisziplinäre Struktur.

Zusammenarbeit als Prinzip

Das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip, das in der nachhaltigen Stadtentwicklung viele Reibungsverluste vermeidet, Synergien schafft, Zeit und Geld spart, kann Grün Berlin also konsequent und beispielhaft ausspielen. An der 2016 gestarteten Arbeit im rund 23 Hektar großen Spreepark lässt sich erkennen, wie tief die Werte Vielfalt und Netzwerkdenken in der DNA von Grün Berlin verankert sind. „Die Projektentwicklung läuft termin- und kostengerecht“, sagt Melanie Huland, die Gesamprojektleiterin für den neuen Spreepark. „Dass uns die Transformation des Standorts in der angestrebten Qualität gelingt, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit vieler interner und externer Beteiligter. Meine Aufgabe ist es dabei, die unterschiedlichen fachlichen Anforderungen, Zuständigkeiten und Zeitlogiken so zu koordinieren, dass in allen Projektphasen Qualitäts-, Kosten- und Terminziele miteinander in Einklang bleiben.“

So haben zuletzt das Englische Dorf sowie das Amphitheater immer weiter Gestalt angenommen. Das Eierhäuschen eröffnete in einem ersten Schritt bereits 2023 mit seinem Biergarten in restauriertem
Glanz. Der benachbarte Bootsanleger wurde neu errichtet und in Betrieb genommen. „Uns motiviert die Gewissheit, dass hier etwas entsteht, das Berlin wirklich guttut“, sagt Tim Gärtner, Parksprecher und Verantwortlicher für die interne Koordination. „Ich freue mich heute schon darauf, später mit meinen Kindern und Freunden hier Zeit zu verbringen und zu wissen: Ich durfte ein Stück davon mitgestalten.“

Im breiten Kompetenzportfolio von Grün Berlin sind unter anderem Flexibilität und Kreativität vertreten, Vermittlungs- und Verhandlungsgeschick, Empathie und strategisches Denken, Wissen über Prozesssteuerung und Teamleitung, Kompetenz in der Umweltbildung aber auch technisches Verständnis. Da es für die Besucher*innen ein breites Angebot an Umweltbildungs formaten geben wird, ist Martin Schütz als Projektmanager Campus Stadt Natur mit an Bord. „Ich arbeite eng mit den anderen Teams zusammen“, sagt Schütz. „Außerdem sind wir für unsere Bildungsveranstaltungen mit vielen externen Partnern im Austausch, zum Beispiel dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, dem Museum für Naturkunde, der Stiftung Naturschutz und verschiedenen Berliner Universitäten.“

Dazu kommt die Programmierung des Spreeparks als einzigartiger Ort für Kultur und Kunst, die unter anderem Katja Aßmann als künstlerische Leiterin des Spreepark Art Space maßgeblich vorantreibt. „Uns geht es nicht darum, den Spreepark mithilfe von Kunst ansprechender zu gestalten“, sagt Aßmann. „Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern diesen besonderen Ort um Blickwinkel ergänzen können, die sonst schlicht nicht vorkämen.“ Die Ausstellungsräume im Eierhäuschen wurden bereits eröffnet, zudem wird es im Spreepark ein breites Veranstaltungsangebot geben. „Die Möglichkeit, neue Formate zu entwickeln, ungewöhnliche Räume zu bespielen und ein vielfältiges Programm aufzubauen und dabei in Kontakt mit verschiedensten Kreativen zu treten, denen wir Bühnen bieten, schafft ein starkes Gefühl von Wirksamkeit“, erklärt Marc Werth, der sich als Teamleiter um die Eventplanung kümmert.

Der Berliner Spreepark wird ein Park ganz neuen Typs. Das zeigt sich auch darin, dass er von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit Platin vorzertifiziert wurde, als erste Anlage dieser Art in Deutschland. Trotz der eng gesteckten Kosten- und Terminziele und der enorm großen Aufgabe steht die Vision für den Park nun kurz vor der Vollendung – ein Ergebnis der bestens koordinierten Zusammenarbeit unterschiedlichster Kräfte bei Grün Berlin und ihren Partnern. In jeder Hinsicht: ein Ort für die ganz große Gemeinschaft.