Ein neuer Platz verbindet
Mit dem Baustart im März 2026 hat am Platz der Luftbrücke die Umsetzung eines komplexen Vorhabens begonnen. Es zeigt beispielhaft, wie wichtig ressortübergreifendes Planen und Handeln in der Praxis ist.
Grün Berlin synchronisiert an diesem zentralen Platz von übergeordneter Bedeutung für die Stadt Planungen und Bauabläufe unterschiedlicher Akteure für das erfolgreiche Management einer integrierten Gesamtmaßnahme.
Der Platz der Luftbrücke ist einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte Berlins und zugleich ein historisch wie stadträumlich prägender Ort zwischen Tempelhof und Kreuzberg. Mit dem Beginn der Bauarbeiten im rund 15.000 Quadratmeter großen Teilbereich westlich des Tempelhofer Damms wird ein Projekt realisiert, das unterschiedliche Anforderungengleichzeitig adressiert: Mobilität, Aufenthaltsqualität, lokale Wirtschaftsförderung, Klimaresilienz, Regenwassermanagement, historische Bezüge sowie den Umgang mit umfangreichen technischen Infrastrukturen im Untergrund. Diese Vielfalt macht die Neugestaltung zu einer komplexen Maßnahme, die besondere Herausforderungen für Grün Berlin als Bauherr mit sich bringt.
Bereits in einer frühen Projektphase war absehbar, dass sowohl Planung als auch der anschließende Bau ressort- und projektübergreifend gedacht, abgestimmt und gesteuert werden müssen. Der kürzlich erfolgte Baustart markiert dabei nicht nur den Übergang von der Planung zur Umsetzung, sondern es zeigt sich, ob die ressortübergreifende Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten und Stakeholdern tragfähig organisiert ist. Unterschiedliche fachliche Bedarfe, Baulogistik- und Zeitpläne sowie Zuständigkeiten sind kontinuierlich so zu verzahnen, dass sie auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet bleiben – auch unter den Bedingungen eines laufenden Bauprozesses.
Komplexität als Ausgangspunkt
Am Platz der Luftbrücke treffen die Zuständigkeiten zahlreicher Akteure unmittelbar aufeinander: Verkehrsinfrastruktur inklusive öffentlichem Nahverkehr, Ver- und Entsorgungsanlagen für Wasser, Energie, Abwasser, Natur- und Denkmalschutz sowie anliegende gewerbliche Nutzungen. Zudem ist der Ort Wohnquartier für tausende Berliner*innen. Jede dieser Ebenen folgt eigenen fachlichen Anforderungen und Umsetzungslogiken. Im Rahmen der integrierten Planung konnten diese unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigt werden. Im Bau gewährleistet die übergreifende Steuerung einen reibungslosen Ablauf und damit auch die Reduktion von Zeit‑ und Kostenrisiken.
Ressort- und projektübergreifende Steuerung in der Praxis
Ein zentrales Beispiel für diese Steuerungsleistung ist die enge Verzahnung mit dem Stadtprojekt Tempelhofer Damm, in dem seit 2017 umfangreiche Baumaßnahmen von drei Infrastrukturunternehmen sowie dem Land Berlin gebündelt werden. Grün Berlin ist seit der Vorentwurfsphase regelmäßig in Koordinations‑, Abstimmungs- und Lenkungsrunden eingebunden. Dabei geht es nicht nur um Informationsaustausch, sondern um konkrete Steuerungsentscheidungen mit unmittelbaren Auswirkungen auf Planung, Schnittstellen und den Bauablauf. Die Steuerung des gesamthaften Vorhabens bleibt dabei natürlich im Blick.
So wurde gemeinsam mit dem Stadtprojekt, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und weiteren Beteiligten vereinbart, die Sanierung des U‑Bahntunnels am Ausgang Manfred-von-Richthofen-Straße – also auf der zukünftigen Piazza am Platz der Luftbrücke – zeitlich vorzuziehen und mit der Platzumgestaltung zu koppeln. Dieser Abschnitt wird nun also im Rahmen des Projekts Platz der Luftbrücke und nicht innerhalb des Stadtprojekts bearbeitet. Diese Entscheidung verbessert die Abfolge der Bauprozesse, vermeidet spätere Eingriffe und reduziert Risiken für den Gesamtzeitplan. Sie steht exemplarisch für den Mehrwert aktiver ressort- und projektübergreifender Steuerung. Ein weiterer Meilenstein ist die gemeinsame europaweite Ausschreibung der Bauleistungen. Aufgrund der Vielzahl unterirdischer Infrastrukturen hat Grün Berlin in der zweiten Jahreshälfte 2025 gemeinsam mit den BVG, den Berliner Wasserbetrieben (BWB) sowie der Berliner Energie und Wärme (BEW) ein ressort‑ und unternehmensübergreifendes Vergabeverfahren initiiert. Unterschiedliche technische, rechtliche und zeitliche Anforderungen wurden dabei zusammengeführt. Das reduziert Schnittstellen, erhöht die Effizienz der Umsetzung und stärkt die Planungssicherheit für die laufende Bauphase.
Lokale Beteiligung
Parallel zur technischen und organisatorischen Steuerung ist auch die Einbindung lokaler Akteure Bestandteil der Gesamtmaßnahme. Gewerbetreibende sowie Anlieger*innen sind unmittelbar von der Baumaßnahme betroffen und zugleich zentrale Nutzergruppen des künftigen Platzes. Bereits seit 2017 wurden sie im Rahmen von Beteiligungsverfahren informiert und in die Weiterentwicklung der Planung einbezogen.
Rückmeldungen aus diesen Formaten flossen direkt in die Planung ein, etwa in Maßnahmen zur Sicherung eines reibungslosen Betriebs für Gewerbetreibende oder in die Planung künftiger Lieferzonen. Auch während der laufenden Bauarbeiten setzt Grün Berlin auf transparente Kommunikation und kontinuierliche Feedbackmöglichkeiten.
Mehrwerte für Projekt und Gesellschaft
Der Baustart am Platz der Luftbrücke macht deutlich, worin der Mehrwert ressortübergreifender Steuerung liegt: Nicht die bloße Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure ist entscheidend, sondern die Fähigkeit, über Zuständigkeitsgrenzen hinweg zu denken, Komplexität zu strukturieren und zu reduzieren, zu vermitteln und Entscheidungen herbeizuführen, um so alle Maßnahmen von der Planung bis zur Umsetzung sinnvoll zu verzahnen.
Durch das gezielte Zusammenführen der beteiligten Akteure, die Synchronisierung von Abläufen und die zentrale Verantwortung für das Gesamtprojekt schafft Grün Berlin die Voraussetzungen für eine effiziente Umsetzung – und für einen Stadtraum, der funktionale Anforderungen, Aufenthaltsqualität und klimaresiliente Infrastruktur dauerhaft verbindet.