Ein neuer Rahmen für Kultur
Die Weiterentwicklung des Kulturforums erfordert einen Blick über Zuständigkeiten und Fachgrenzen hinaus.
Die Dichte kultureller Einrichtungen am Kulturforum ist einzigartig. Zwischen Neuer Nationalgalerie, Philharmonie, Staatsbibliothek, Gemäldegalerie und Kupferstichkabinett begegnen sich Kunst, Musik, Wissenschaft, Religion und Architektur auf engstem Raum. Mit dem Museum berlin modern wird das Ensemble in naher Zukunft um einen weiteren bedeutenden Baustein ergänzt. Eingebettet zwischen Potsdamer Platz, Tiergarten und Landwehrkanal besitzt das Kulturforum das Potenzial, sich als zusammenhängender Stadtraum von nationaler und internationaler Bedeutung weiter zu entfalten.
Das herausragende kulturelle Angebot stellt zugleich hohe Anforderungen an die Gestaltung und Nutzung der umliegenden Freiräume. Um das Areal mit seinen prominenten Institutionen dauerhaft als zusammenhängenden, gut nutzbaren und klimaresilienten Stadtraum zu entwickeln, bedarf es eines integrierten Ansatzes, der über einzelne Maßnahmen, Zuständigkeiten oder Fachperspektiven hinausgeht.
Grundlage für das weitere Vorgehen ist der 2025 vom Senat beschlossene Masterplan Kulturforum, der in einem von Grün Berlin gesteuerten Prozess mit mehreren Senatsverwaltungen, Bundesinstitutionen, dem Bezirksamt Mitte, dem Landesdenkmalamt sowie den ansässigen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen abgestimmt wurde.
Diese ressortübergreifende Herangehensweise prägt insbesondere die Arbeit an der Herzkammer des Kulturforums – am Scharounplatz, dem Johanna-und- Eduard-Arnhold-Platz sowie am Matthäikirchplatz.
Hier fließen freiraumplanerische, klimatische, funktionale und gestalterische Anforderungen zusammen. Ziel ist es, diese Bereiche schrittweise zu einer zusammenhängenden, klimaresilienten Mitte weiterzuentwickeln, die unterschiedlichen Nutzungsansprüchen gerecht wird.
Was jetzt ansteht
Neben der Entwicklung eines übergreifenden Regenwasserkonzeptes stehen die ersten baulichen Umsetzungen am Matthäikirchplatz und die Begrünung des Scharounplatzes jetzt im Fokus. In den kommenden Planungs- und Bauphasen entstehen dort zusätzliche Grünflächen und ein integriertes Regenwassermanagement. Diese Maßnahmen verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern erweitern auch die Nutzungsmöglichkeiten des Platzes. Parallel dazu bereitet das Projektteam die nächsten Schritte für die angrenzenden Freiräume vor, um gestalterische, funktionale und ökologische Aspekte frühzeitig aufeinander abzustimmen.
Darüber hinaus gilt es, die Leitlinien des Masterplans sukzessive weiterzuentwickeln. Dazu zählen die Verbesserung der Wegebeziehungen, die stärkere Verknüpfung der Freiräume im Kulturforum untereinander sowie die Öffnung des Areals in Richtung Tiergarten und Landwehrkanal. Grün Berlin, verschiedene Fachverwaltungen und Projektbeteiligte bearbeiten diese Themen in kontinuierlichen Abstimmungen, sodass Fragen von Verkehr, Umwelt, Nutzung und Gestaltung gemeinsam gedacht werden. Hierbei spielt vor allem auch der Dialog mit den Beteiligten vor Ort eine wichtige Rolle, der sowohl in Einzelgesprächen und Fachgremien als auch in einer geplanten Standortkonferenz gemeinsam mit allen Anrainern adressiert wird.
Stadtraum entsteht, wenn Planung konsequent verzahnt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, konzeptionelle Grundlagen und operative Umsetzung zusammenzuführen. Instrumente wie das Fachgutachten zur Regenwasserbewirtschaftung sowie ein Verkehrskonzept für das Kulturforum, ein Gestaltungshandbuch Freiraum, ein Informations- und Leitsystem sowie ein Veranstaltungsflächenkonzept fließen kontinuierlich in die Projektarbeit ein. Sie helfen dabei, unterschiedliche fachliche Anforderungen miteinander zu verzahnen und konsistente Entscheidungen für die nächsten Projektphasen zu treffen. Mit dieser Herangehensweise lässt sich am Kulturforum illustrieren, wie ressortübergreifendes Arbeiten in der Praxis wirkt: Themenfelder werden frühzeitig zusammengeführt, Zielkonflikte benannt und im Dialog Lösungen entwickelt, die über einzelne Zuständigkeiten hinausreichen.