Partnerschaft zählt

Die Berliner Bezirke tragen eine zentrale Verantwortung für die öffentliche Infrastruktur der Stadt. Sie stellen sicher, dass Sportanlagen, Grünflächen und Freiräume sowie Verkehrswege geplant, erhalten und weiterentwickelt werden. Dabei sind die Herausforderungen groß: Die Aufgaben werden komplexer, Anforderungen steigen und personelle wie finanzielle Ressourcen sind häufig knapp. Vor diesem Hintergrund gewinnen Kooperationen an Bedeutung, die Verantwortung eindeutig verorten und so dabei helfen, die effiziente Umsetzung anspruchsvoller Projekte zu gewährleisten.

Bei ausgewählten Vorhaben unterstützt Grün Berlin als landeseigener Partner die Bezirke bei der Umsetzung. Die fachpolitische Verantwortung, die Flächenhoheit sowie der langfristige Betrieb bleiben dabei bei den Bezirksverwaltungen. Grün Berlin übernimmt Aufgaben als Bauherr insbesondere dort, wo Projektgrößen, technische Rahmenbedingungen oder Fördervorgaben eine gebündelte Planung und Steuerung erfordern. Diese Zusammenarbeit ist weniger durch formale Konstruktionen geprägt als durch eingespielte Abläufe im Projektalltag: Schnittstellen werden gebündelt, Planungs- und Bauphasen eng verzahnt und Entscheidungsgrundlagen transparent aufbereitet. In dieser Rolle strukturiert Grün Berlin Projektverläufe, priorisiert Maßnahmen und macht Abhängigkeiten frühzeitig sichtbar. Zeitpläne werden verbindlich aufeinander abgestimmt, sodass Projekte auch unter engen Terminvorgaben steuerbar bleiben. Je nach Aufgabenfeld erfolgt die operative Umsetzung dabei gemeinsam mit den spezialisierten Tochtergesellschaften. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, unterschiedliche fachliche Anforderungen zu integrieren und Projekte über Zuständigkeitsgrenzen hinweg voranzubringen.

Gemeinsam für den Sport

Warum solche Kooperationsmodelle weiter an Bedeutung gewinnen, zeigt sich unter anderem beim Thema Sportstättensanierung. Ein Sanierungsstau, steigende Nutzungszahlen sowie wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit, Klimaanpassung und Barrierefreiheit treffen auf begrenzte Kapazitäten in den Bezirken. Förderprogramme von Land und Bund eröffnen zusätzliche Möglichkeiten, setzen zugleich eine strukturierte, fristgerechte und qualitätsgesicherte Umsetzung voraus. Die Zusammenarbeit zwischen Bezirken, Senatsverwaltungen und Grün Berlin trägt dazu bei, diese Anforderungen zusammenzuführen und öffentliche Infrastruktur langfristig zu sichern.

Beispiel Sportanlage Fritschestraße

Wie diese Form der Zusammenarbeit konkret wirkt, zeigt die Sanierung der Sportanlage Fritschestraße im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Anlage ist für den Schul- und Vereinssport im Quartier sehr wichtig, war jedoch aufgrund starker Schäden am Untergrund nicht mehr nutzbar. Frühere einzelne Reparaturen haben keine dauerhafte Lösung gebracht. Die besonderen geologischen Bedingungen erforderten einen neuen Ansatz. Gemeinsam mit dem Bezirk wurde daher eine Lösung entwickelt, die auf langfristige Stabilität zielt. Nach dem Start bauvorbereitender Maßnahmen im Jahr 2025 soll der eigentliche Bau ab Juli 2026 beginnen. Die Wiedereröffnung der Anlage ist für 2027 vorgesehen. Grün Berlin übernimmt als Bauherr die Koordination der beteiligten Fachdisziplinen und stellt sicher, dass Planung und Umsetzung eng miteinander verzahnt sind. Für den Bezirk entsteht so höchste Verlässlichkeit auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen.

Bewährte Praxis in unterschiedlichen Themenfeldern

Die Zusammenarbeit an der Sportanlage Fritschestraße ist kein Einzelfall. Auch bei Hochbau-, Freiraum- und Infrastrukturprojekten setzen Bezirke auf die Erfahrung von Grün Berlin. Weitere Beispiele sind die Sanierung der Bastion im Schiller- park, der Wiederaufbau des Teehauses im Englischen Garten oder Projekte an der Schillingpromenade. Was alle Vorhaben eint: Sie erfordern mehr als den Routinebetrieb, nämlich eine verlässliche, abgestimmte Steuerung. Eine solche eng koordinierte Zusammenarbeit gibt es auch beim Radverkehr. Für infraVelo – die für Radinfrastruktur zuständige Tochtergesellschaft von Grün Berlin – gehört die enge Kooperation mit den Bezirksverwaltungen ebenso zur DNA des Unternehmens. infraVelo führt u. a. Machbarkeitsuntersuchungen durch, prüft Vorhaben und berät dazu, ist als Projektsteuerer und Bauherr tätig, begleitet bezirkliche Projekte in allen zwölf Bezirken und unterstützt Bezirke bei Kommunikationsaufgaben. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere der Ausbau und die Sanierung von Radwegen sowie der Bau von Fahrradabstellanlagen und Fahrradparkhäusern – Aufgaben, bei denen eine kooperative und gebündelte technische sowie organisatorische Umsetzung essenziell ist.

Ein Beispiel: der Bau eines Radfahrstreifens in der Thielallee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf nahe der Freien Universität. In den Bau wurden eine umfängliche Baumaßnahme der Berliner Wasserbetriebe und von Berlin Energie integriert. Gerade bei komplexeren Projekten, etwa dort, wo Belange des Naturschutzes zu berücksichtigen, umfangreiche Abstimmungen mit weiteren Infrastrukturträgern anstehen oder besondere bauliche Lösungen gefragt sind, bringt infraVelo seine Erfahrung in die Umsetzung ein. Für die Bezirksverwaltungen bedeutet diese Zusammenarbeit eine Entlastung, insbesondere in Projektphasen mit hoher fachlicher und koordinativer Dichte.

Partnerschaft mit Wirkung

Was die verschiedenen Vorhaben verbindet, ist eine kraftvolle, zielgerichtete Zusammenarbeit. Bezirke behalten ihre Verantwortung und gewinnen zusätzliche Spielräume in anspruchsvollen Projektphasen. Grün Berlin entwickelt sich als Umsetzungspartner weiter und stärkt damit die Handlungsfähigkeit der öffentlichen Hand. Auch die Projekte von infraVelo zeigen, wie spezialisierte Tochtergesellschaften innerhalb der Grün Berlin Gruppe diese Partnerschaft konkret ausfüllen. Das Leistungsportfolio, das Grün Berlin und seine Tochtergesellschaften für das Leben in der Stadt von morgen anbieten, ist breit und nicht durch starre Zuständigkeitsgrenzen begrenzt. Senat, Bezirke und weitere Kooperationspartner profitieren von dieser arbeitsteiligen, eng abgestimmten Struktur. Der Mehrwert dieser Partnerschaften zeigt sich nicht nur im Abschluss einzelner Projekte, sondern in dauerhaft nutzbarer Infrastruktur – und in Verwaltungsstrukturen, die auch unter veränderten Rahmenbedingungen leistungsfähig bleiben.