Luftbild des Marx-Engels- und Rathaus-Forums in Berlin mit dem Roten Rathaus und dem Fernsehturm
© Dirk Laubner

Urbaner Wandel im Herzen der Stadt

Neue Aufgaben für Grün Berlin im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für die Berliner Mitte

Das Rathaus- und Marx-Engels-Forum ist ein Herzstück der Vision, um die es beim ISEK geht. Im Sommer 2025 begannen die Bauarbeiten, in deren Rahmen der historisch und architektonisch bedeutsame Ort neu gestaltet wird. Grün Berlin agiert als Bauherr und verantwortet das Projektmanagement für den Freiraum zwischen Fernsehturm und Spree, eingerahmt von Rotem Rathaus, Humboldt Forum, Berliner Dom und Marienkirche. Das Vorhaben ist eines mehrerer zeitgleich laufender Einzelprojekte in der Berliner Mitte, einem der wichtigsten Zentren der Stadt mit besonderer historischer, städtebaulicher, politischer und kultureller Bedeutung.

Mit dem vom Bezirksamt Mitte verabschiedeten ISEK ist im vergangenen Jahr eine Gesamtstrategie für die Weiterentwicklung hin zu einer klima-resilienten Berliner Mitte entstanden. Im August entschied der Senat, die Berliner Mitte ins Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ aufzunehmen. Ab 2026 können nun erste Fördermittel für Projekte eingesetzt werden. Grün Berlin spielt im Gesamtvorhaben über das Rathaus- und Marx-Engels-Forum hinaus eine tragende Rolle: mit besonderer Expertise in der Entwicklung und dem Bau komplexer Freiräume, bei denen zahlreiche Beteiligte einbezogen und vielfältige Abstimmungsprozesse sowie das umfängliche Gesamtvorhaben gesteuert werden müssen.

Was ist das ISEK? Es ist ein übergeordnetes städtebauliches Entwicklungskonzept für zentrale Bereiche der historischen Mitte Berlins und umfasst neben dem Rathaus- und Marx-Engels-Forum, dem Alexanderplatz, dem Haus der Statistik und dem Quartier Rochstraße, Maßnahmen im Nikolaiviertel, auch den Molkenmarkt sowie die Fischerinsel, die Mittlere Spreeinsel und das Märkische Ufer.

Viele Strukturen der Berliner Mitte wurden noch ohne den Gedanken an ein vernetztes Gesamtensemble geplant. Mit den im ISEK skizzierten Maßnahmen wird die Berliner Mitte nicht nur zum deutlich lebenswerteren und besseren Ort für die Berliner*innen, für den Einzelhandel, Tourismus und Kultur: Auch die Klimafolgekosten lassen sich so langfristig reduzieren. Das Konzept sorgt dafür, dass sich heterogen angelegte Elemente sinnvoll zu einem resilienten Gesamtraum zusammenfügen, der der historischen Mitte der Stadt ein klar definiertes Gesicht gibt.

Der Start für die Konzeption des ISEK fiel in die Zeit des internationalen freiraumplanerischen Wettbewerbs, den die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen (SenStadt) und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) 2021 zusammen mit dem Bezirksamt Mitte und der Grün Berlin für das Rathaus- und Marx-Engels-Forum auslobten. Im Zuge des Wettbewerbs begann SenStadt, eine umfassendere, ganzheitliche Vision für den Raum zu entwickeln. Um den Bereich zum lebendigen, nachhaltigen und vernetzten Stadtraum zu transformieren, sollten alle relevanten Einzelprojekte gebündelt sowie die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern optimiert werden. Das ISEK, das aus diesen Überlegungen entstand, knüpft dabei an bereits geleistete Vorarbeiten an: an zahlreiche Beteiligungsprozesse, Untersuchungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse.

Grün Berlin ist nicht nur als vorgesehener Bauherr und Projektmanager für verschiedene Maßnahmen wie die Freiflächen am Berliner Dom involviert, sondern war bereits im Vorfeld und bei der Entwicklung des ISEK beteiligt und konnte so frühzeitig seine Expertise in der Freiraumplanung sowie den kooperativen Ansatz, der die tägliche Arbeit im Unternehmen prägt, mit einbringen. Noch mehr als die Entwicklung des ISEK wird die weitere Realisierung der Projekte eine übergreifende Steuerung und einen ressortübergreifenden Ansatz erfordern – Kompetenzen, die Grün Berlin seit vielen Jahren in der nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgreich einsetzt.