Arche-Park am Kienberg

Der Kienbergpark verfügt auf seinem weitläufigen Areal über ein besonderes Highlight in der Landschaftspflege. Auf verschiedenen Flächen entlang des Wuhletals weiden Pferde, Rinder und Schafe in einer extensiven Ganzjahresbeweidung.

Die Tiere weiden dabei das ganze Jahr über in nach Arten getrennten Herden hintereinander weg über die eingezeichneten Flächen. Das Abfressen der Vegetation und der Verbiss der Gehölze v.a. im Winter wirkt der Verbuschung entgegen und trägt zum Offenhalten einer artenreichen Landschaft bei.

Tierische Gärtner im Einsatz

Pferde, Rinder und Schafe zeichnen sich dabei durch vollkommen unterschiedliche Verhaltens- und Fressweisen aus, die sich auch auf die Fläche auswirken. Dieser vielfältige Effekt (genannt Multispezieseffekt) hat enorme Vorteile für die Biodiversität von Flora und Fauna.

So kann sich zum Beispiel die Zahl von Fledermäusen und Neuntötern (Vogelart) rund um Beweidungsflächen deutlich erhöhen. Diverse Wiesenbrüter finden auf den mosaikartig gestalteten Beweidungsflächen viel bessere Bedingungen, als auf Flächen die verunkrauten, verbuschen oder nur gemäht werden. Auch Insekten, Reptilien und Amphibien können von einer Landschaftspflege durch extensive Beweidung enorm profitieren.

Auf den Beweidungsflächen des Arche-Parks am Kienberg kann man Rinder der Rasse Rotes Höhenvieh, Pferde der Rasse Dülmener Pferde und Schafe der Rasse Skudden und Coburger Fuchsschaf beobachten. Auch die Dunkle Biene gehört zum Arche-Park am Kienberg, ihre Haltung und Züchtung erfolgt jedoch an einem Außenstandort in Brandenburg bei einem professionellen Imker. Die ausgewählten Pferde, Rinder und Schafe sind sehr robust und das ganzjährige Leben in freier Natur von Geburt an gewohnt. Für den Winter und schlechte Wettersituationen steht ein schützender Unterstand bereit.

Aktuelle Flächensituation

Der Arche-Park am Kienberg entwickelt sich langsam weiter und so verändert sich auch die Flächensituation in Zukunft. Aktuell können die Schafe und Rinder des Arche-Parks noch auf den Flächen der Gärten der Welt beobachtet werden. Ab Herbst 2019 werden voraussichtlich die Rinder auch im Wuhletal ihre Landschaftspflegetätigkeit aufnehmen.

Weidetiere und Wildtiere in guter Nachbarschaft

Eine ganzjährige Beweidung steht grundsätzlich im Einklang mit dem heimischen Wildtierbestand. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Population von Niederwild wie Hase, Rebhuhn, Fuchs etc. auf Flächen von ganzjährigen Beweidungsprojekten oftmals höher ist, als im benachbarten, nicht beweideten Gebiet.

Auch das Rehwild hat auf Beweidungsflächen oftmals einen besseren Stand und profitiert vom Nahrungsangebot im Vergleich zu nicht gepflegten und verbuschten Flächen.

Die im September 2019 neu gebauten sowie die bestehenden Weidezäune des Arche-Parks am Kienberg sind in der Bauart und -höhe so gewählt, dass sie vor allem für ausgewachsene Rehe kein Hindernis darstellen. Entweder springen sie über den Zaun oder sie gehen unter dem Hohlraum zwischen Tor und Boden hindurch (Spuren dazu wurden bereits gefunden). Auch Jungtiere bzw. Jungtierführende Mütter haben durch den Freiraum unter den Toren ausreichend Möglichkeiten die Fläche in Ruhe zu betreten und wieder zu verlassen. Gerade die Fläche direkt am Wuhletal bietet durch die teilweise offene Zaungestaltung an der Flachwasserzone den Tieren weitere Möglichkeiten die Fläche zu betreten und wieder zu verlassen.

Im Bereich der bestehenden Zäune konnte man in den letzten Jahren ein gutes Nebeneinander der Weide- und Wildtiere beobachten. So ist regelmäßig ein Jungbock, der inzwischen schon ausgewachsen ist, auf den Beweidungsflächen oberhalb des Wuhleteichs zu sehen.

Auch scheinen die Rehe den Schutz der Weidezäune gerne aufzusuchen, da in dem Bereich keine freilaufenden Hunde für die Tiere zu befürchten sind. Die Anzahl der Weidetiere ist so gering, dass auf der bestehenden eingezäunten Fläche keine Konkurrenz zwischen Rehwild und Weidetier aufkommen kann.
 

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