Montag, 7. Mai 2018

Information an alle Besucherinnen und Besucher des Britzer Gartens

Vor folgendem Hintergrund wurden an einigen Stellen im Bereich der Gewässer des Britzer Gartens Fischreusen aufgestellt:

Im Verlauf vieler Jahre entstand in den Seen eine große Population des Roten Amerikanischen Sumpfkrebses (Procambarus clarkii).

Ursprünglich aus dem nördlichen Mexiko und den Südstaaten der USA stammend wurde er gezielt als Delikatesse auch in Europa eingeführt. Hier wurde er weiter gezüchtet, kam aus Aquakulturen frei, konnte sich in seiner neuen Umgebung durchsetzen und ist mittlerweile als Paradebeispiel einer invasiven Krebsart überall auf der Welt vertreten.

Der Sumpfkrebs ist Träger der für heimische Krebsarten tödlichen Krebspest, gegen die er selbst immun ist. Als Allesfresser (polytrophischer Omnivor) stehen Pflanzen, Fische, Laich etc. auf seinem Speiseplan, zusätzlich beeinträchtigt er die Ökosysteme durch erhebliche Grabeaktivitäten.

Zum Schutz der heimischen Flora und Fauna wurde er durch die Europäische Union als Invasive Art „gelistet“, (EU-VO 1143/2014) die eine europaweite Grundlage für ein Verbot für die Einfuhr, den Handel und die Haltung des Roten Amerikanischen Sumpfkrebs beinhaltet und eine Bekämpfung der vorhandenen Populationen in der Natur festlegt.

Wenn in einem Gewässer die Bestandsdichte der Sumpfkrebse zu groß wird, wandern sie über Land und versuchen andere Gewässer zu "erobern". Im letzten Jahr konnte dies bereits im Tiergarten beobachtet werden. Um eine Ausbreitung vorzubeugen ist eine intensive Befischung der Sumpfkrebse mit Hilfe von Reusen erforderlich.

Die Maßnahme ist mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz abgestimmt und erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Fischereiamt Berlin.

Für weitere Fragen steht Ihnen gerne der ausführende Fischereibetrieb (Hidde) unter Telefonnummer 0152/53472477 zur Verfügung.

Reusenbefischung
Reusenbefischung