Donnerstag, 24. Oktober 2019

Abbildung: atelier le balto Landschaftsarchitekten, Künstler Manfred Pernice und Wilfried Kuehn
Heute ist der Grundstein für den Jüdischen Garten in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn gelegt worden, den weltweit ersten Jüdischen Garten in einer Parkanlage. Der Jüdische Garten ergänzt als landschaftsarchitektonisch-künstlerischer Beitrag den Dialog der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn. Zusammen mit dem Christlichen und dem Orientalischen Garten präsentiert der Jüdische Garten zukünftig die drei großen monotheistischen Religionen. 

 

An der Zeremonie nahmen teil: Senatorin Regine Günther, für die fördernden Stiftungen Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU), Dr. Lutz Spandau, Vorstand Allianz Umweltstiftung, Dr. Erik Lindner, Geschäftsführer der Axel Springer SE; Christoph Schmidt, Geschäftsführer Grün Berlin GmbH; als Vertreter der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Ilan Kiesling und Prof. Dr. Andreas Nachama, Allgemeine Rabbinerkonferenz; Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf und die Wettbewerbsgewinner Atelier le balto, Manfred Pernice und Wilfried Kühn. 

Initiator für die Errichtung des Jüdischen Gartens war die Allianz Umweltstiftung, die bereits den Orientalischen Garten (2005) und den Christlichen Gartens (2011) in den Gärten der Welt unterstützt hat. Gemeinsam mit der Axel Springer Stiftung und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fördert die Allianz Umweltstiftung den vorangegangenen Wettbewerb und die Realisierung des Jüdischen Gartens.

Mit der Anlage des Jüdischen Gartens entsteht etwas Einzigartiges in Berlin. Es gibt keinen tradierten Kanon jüdischer Gartenkunst, der als Vorbild für den Jüdischen Garten in Marzahn hätte dienen können. Gärten, die der Schönheit oder Dekoration verpflichtet sind, wie man sie vom europäischen Barock her kennt, entsprechen nicht den Vorstellungen des Judentums. Denn die Natur ist nicht Mittel, sondern eigenständiger Zweck der Schöpfung. Auf Empfehlung des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde deshalb im Vorfeld des Wettbewerbs ein Expertengremium aus Wissenschaftlern, Künstlern und Repräsentanten des Jüdischen Kulturkreises eingerichtet, das den Wettbewerb und die Realisierung beratend begleitet. In diesem Zusammenhang wurde auch eine grundlegende Studie über das Naturverständnis des Judentums erarbeitet, die als Download zur Verfügung steht. 

Im Juni 2018 lobte das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Grün Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen den 'Künstlerisch-landschaftsplanerischen Gestaltungswettbewerb Jüdischer Garten in den Gärten der Welt, Berlin Marzahn-Hellersdorf' aus. Als Sieger gingen atelier le balto mit den Künstlern Manfred Pernice und Wilfried Kuehn hervor. Die Jury empfahl einstimmig die Realisierung des Entwurfs. 

Mit der heutigen Grundsteinlegung beginnt die Realisierung des Jüdischen Gartens in den Gärten der Welt. Senatorin Regine Günther: „Der Garten wird einen wichtigen Beitrag zum Dialog der Kulturen und Religionen in den Gärten der Welt leisten. Er wird ein Raum für Begegnungen und Austausch sein. Ich wünsche mir, dass der Jüdische Garten zu einem Ort der Verständigung wird, der Menschen miteinander verbindet.“  

Christoph Schmidt, Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH ergänzt: „Der Jüdische Garten wird der weltweit erste Jüdische Garten in einer Parkanlage sein. Es hätte keinen besseren Ort geben können, als die Gärten der Welt. Mit dem Christlichen und Orientalischen Garten präsentieren wir bereits zwei der drei monotheistischen Weltanschauungen. Nun folgt der Jüdische Garten, der auf der Ethik der ältesten monotheistischen Weltanschauung aufbaut. Er komplettiert diesen Themenkreis.“

Der Garten wird nur wenige Meter entfernt vom Christlichen Garten auf einer Fläche von ca. 2.000 qm angelegt. Auf vordergründige Symbolik oder Glaubensinschriften wird in der Gestaltung bewusst verzichtet. Zunächst entsteht ein Netz aus Wegen, in das Platzflächen und Felder unterschiedlicher Größe und Form eingebettet sind. Das Wegenetz symbolisiert die Diaspora der jüdischen Kultur mit all ihren Verflechtungen, internationalen Bezügen und Entwicklungen. In den Feldern sollen Pflanzen gedeihen, die zur Geschichte der Juden gehören. Welche das sind, soll in einer Recherche-Phase erforscht werden, die nach der Grundsteinlegung beginnt. Zwei raumprägende skulpturale Pavillons an zwei Begegnungspunkten im Wegenetz dienen als Treffpunkt und Aufenthaltsort. Die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Umweltbildungszentrum im Kienbergpark z.B. für Veranstaltungen ist vorgesehen.

Kontakt
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
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