Spreepark

Aktuell
Park

Ausgangssituation

Im Februar 2014 erwarb das Land Berlin, vertreten durch den Liegenschaftsfonds Berlin Projektgesellschaft mbH & Co. KG, das Erbbaurecht am Spreepark von der insolventen Spreepark GmbH und verfügt damit lasten- und verbindlichkeitsfrei über das Grundstück. Das Spreepark-Gelände mit einer Fläche von ca. 23 ha wurde von 1969 bis 2001 als Vergnügungs- und Freizeitpark genutzt. Seit 2002 ist der Freizeitpark nicht mehr dauerhaft für BesucherInnen geöffnet und befindet sich in einer Art Dornröschenschlaf. Bis zur Übernahme durch das Land Berlin verwahrlosten das Gelände und die sich darauf befindlichen Gebäude und verbliebenen Fahrgeschäfte zusehends.

Ab 1. Januar 2016 wurde der Grün Berlin GmbH durch das Land Berlin die Aufgabe der Projektentwicklung, eines Gesamtkonzepts, sowie die Bewirtschaftung des Spreeparks übertragen. Seitdem wurden insbesondere dringend erforderliche Sicherungsmaßnahmen im und am Gelände durchgeführt, um die Verkehrssicherheit in den öffentlich genutzten Bereichen zu gewährleisten (öffentliche Wege befinden sich entlang des Geländes an der Spree und durch den Plänterwald). Eine Bestandsaufnahme soll klären welche der zahlreichen Gebäude und technischen Anlagen, die sich auf dem Gelände befinden, für eine zukünftige Nutzung erhalten bleiben können.

Zielsetzung

Die Grün Berlin GmbH wird ein neues langfristiges Nutzungskonzept für den Spreepark erarbeiten, mit der Zielsetzung einen neuen Typus eines Kunst- und Kulturparks zu schaffen. Ziel ist hierbei, auf dem Spreeparkareal einen dem empfindlichen Naturraum angemessenen umweltverträglichen und touristisch attraktiven Kunst- und Kulturpark zu entwickeln und gemeinsam mit dem „Eierhäuschen“, dessen denkmalgerechte Sanierung bis 2018 erfolgt, mit künstlerischen, kulturellen und gastronomischen Angeboten zu reaktivieren. Eine klassische Freizeitparknutzung mit Fahrgeschäften soll es jedoch nicht geben.

Wichtiger Bestandteil des räumlichen Konzeptes ist u.a. die historische Identität des Ortes als ehemaliger Vergnügungspark im Sinne eines anthropogen geprägten Raumes. Der Ort soll durch zusätzliche Komponenten aus den Bereichen Kunst, Kultur und Veranstaltung sowie neuen Nutzungsbausteinen touristischer Art, eine inhaltliche Weiterentwicklung erfahren und einer modernen und zeitgemäßen Nutzung zugeführt werden. Kunst und Kultur sollen das prägende Gesicht des Spreeparks werden, sowohl im Sinne der Produktion wie auch zum Zwecke der Ausstellung und Veranstaltung. Neben Ateliers und Ausstellungsflächen könnte dies auch Flächen für performative Künste beinhalten. Für das zum Gesamtkonzept gehörenden Eierhäuschen wird ein Konzept für eine gastronomische und künstlerische Nutzung (Artists-In-Residence-Projekt, ggfs. auch Writer-In-Residence) erarbeitet.

Zur Ermittlung eines Gesamtthemas zur zukünftigen Nutzung des Areals muss auch auf die Geschichte des Ortes rekurriert werden. Als erster und einziger großflächiger Vergnügungspark der ehemaligen DDR hat das Gelände insbesondere im Gedächtnis der Generation der DDR-Jahrgänge eine besondere Bedeutung im Sinne der Freizeitnutzungen. Diese Wahrnehmung, die vor allem positive Erinnerungen hervorruft, sollte auch in der Zukunft eine bleibende Rolle einnehmen. Daher ist zu prüfen inwiefern prägende architektonische Dominanten wie die Reste ehemaliger Fahrgeschäfte und Gebäudestrukturen erhalten bleiben und in Einzelfällen auch reaktiviert werden können (u.a. das Riesenrad). Einige Baulichkeiten könnten auch als Kulissen auf der Fläche verbleiben und so dem Ort eine Identität und Einmaligkeit verleihen. Die Grün Berlin GmbH verfolgt für das Erscheinungsbild des Parks also ein Konzept, das sich auch aus den vorhandenen raumprägenden Strukturen entwickelt.

Doch vor allem durch die zukünftigen Nutzungen der BesucherInnen soll aus dem „Lost Place“ eine neue Parktypologie entstehen, die die Ansprüche und Bedarfe der Bevölkerung wie auch touristische Nutzungsbausteine berücksichtigt.

Herangehensweise

Erste Gespräche mit Interessensgruppen haben gezeigt, dass hinsichtlich der zukünftigen Nutzungen im Spreepark eine große Diversität an Entwicklungszielen existiert. Aus diesem Grund beabsichtigt die Grün Berlin GmbH eine konsistente Entwicklungsplanung für den Spreepark, mit dem Ziel, bis zum Herbst 2017 einen Rahmenplan und Nutzungskonzept vorstellen zu können.

Die Beteiligung der BürgerInnen und von Interessensgruppen erfolgt in einem Dialogverfahren für den Spreepark. Die erste Dialogveranstaltung hat am 1. Juli 2016 stattgefunden. Über 1000 Gäste haben ihre Ideen für die Zukunft des Spreeparks eingebracht. Die Grün Berlin GmbH hat am 18. November 2016 zum zweiten Mal alle interessierten BürgerInnen eingeladen, sich am Dialog zur Entwicklung des Spreeparks zu beteiligen. Wetterbedingt fand die Veranstaltung im Funkhaus Berlin in der Nalepastraße statt, an der fast 200 Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Ein weiterer Schritt im Dialogverfahren hat am 10. März 2017 im Rathaus Treptow-Köpenick stattgefunden. Auf Einladung der Grün Berlin GmbH haben rund 40 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Umwelt, Soziales, Tourismus, Kunst und Kultur sowie Vertreterinnen und Vertreter der politischen Fraktionen des Bezirks Treptow-Köpenick gemeinsam mit dem Planungsteam über konkrete Entwicklungsideen zum Spreepark diskutiert.

Projektdaten

Zuständigkeit Grün Berlin:
Projektentwicklung Grün Berlin GmbH
Projekt- und Baumanagement Grün Berlin GmbH
Park- und Betriebsmanagement Grün Berlin GmbH
Bauherr:
Grün Berlin GmbH für das Land Berlin
Lage:
Bezirk Treptow-Köpenick, Plänterwald
Größe:
ca. 23,1 ha
Finanzierung:
Investitionsmittel des Landes Berlin und Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) / Landesmittel / Förderprogramme
Bauzeiten:
Voraussichtlich ab 2020

Kurzbeschreibung

Vom „Lost Place“ zum Park neuen Typs