Zu sehen ist der Berliner Mauerpark mit der Bestandsfläche und den neuen Erweiterungsflächen aus der Luft, im Hintergrund die Stadt Berlin mit dem Fernsehturm
© Manuel Frauendorf
Mauerpark

Entwicklung & Beteiligung

Die Entwicklung des Mauerparks wird durch Grün Berlin seit Anfang der 1990er Jahre begleitet. Zunächst ging es um die Etablierung des Mauerparks auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost- und Westberlin. Auf Grundlage des Entwurfs des Landschaftsarchitekten Professor Gustav Lange und nicht zuletzt durch das Engagement vieler Bürger*innen der umliegenden Kieze und mit Mitteln der Allianz Umweltstiftung konnten Teilflächen des ehemaligen Grenzstreifens zum heutigen Mauerpark entwickelt werden. Der erste Teil, bestehend aus der zentralen Wiese, dem Sonnenhügel am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und dem Birkenwäldchen, wurde 1994 fertiggestellt. In den folgenden Jahren wurde der Park Richtung Norden erweitert. Dort hatte sich die Jugendfarm Moritzhof angesiedelt, die heute ein wichtiger Teil des kulturellen Angebots im Mauerpark ist.

Die Bürger*innenbeteiligung im Mauerpark geht weiter!

Qualifizierung des alten Mauerparks

Seit der Fertigstellung des ersten Teilstücks des Mauerparks 1994 erhöhte sich der Nutzungsdruck auf die Grünanlage derart, dass die Qualität des Parks sichtbar gelitten hat. Grün Berlin wurde deshalb die Aufgabe übertragen, die alten Flächen unter Berücksichtigung der etablierten Nutzungen, des umgebenden Stadtraums, aber auch der erfolgten Veränderungen der Rahmenbedingungen, des Klimas und der Anforderungen an nachhaltige Grünanlagen weiterzuentwickeln. Basierend auf intensiver Bürger*innenbeteiligung wurde hierfür 2019 eine Machbarkeitsstudie entwickelt, in der vorhandene Nutzungsprofile überprüft und Maßnahmen zur Verbesserung der Anlage entwickelt wurden. Der darauf aufbauende Planungsprozess startete im Frühjahr 2020. Die Fortführung der Planungen erfolgt in engem Austausch mit den Bürger*innen. Baubeginn wird voraussichtlich 2022 sein.

Zeitplan Beteiligung 2021

16.03.21

Digitale Informationsveranstaltung

13.04.21

Workshop A

11.05.21

Workshop B

08.06.21

Workshop C

Das Bild zeigt eine Gruppe Jugendlicher auf der Wiese vor dem Hügel im Mauerpark.
© Andy Rumball

Erweiterung des Mauerparks

Grün Berlin wurde die Aufgabe übertragen, den Mauerpark auf den Flächen des ehemaligen Gewerbegebietes Richtung Brunnenviertel / Wedding um circa 7,5 Hektar auf 14,5 Hektar Gesamtfläche zu erweitern. Ebenfalls auf der Grundlage eines Entwurfs von Gustav Lange und in Zusammenarbeit mit der „Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen“ und den zuständigen Senats- und Bezirksverwaltungen entstanden zusätzliche Räume für ruhigere Nutzungen, die einen Gegenpol zur quirligen zentralen Wiesenfläche mit Amphitheater bilden. Auch der Verlauf der Mauer wurde nachgezeichnet und die Spuren der Vergangenheit dadurch wieder sichtbar und für alle Nutzer*innen erlebbar gemacht. Die Erweiterungsfläche steht den Bürger*innen seit Juni 2020 zur Verfügung. Zuständig für das Parkmanagement in der Erweiterung ist die Grün Berlin GmbH.

Video zur Mauerpark-Erweiterung

Bürger*innenbeteiligung

Der Mauerpark war von Beginn an ein Ort reger Bürger*innenbeteiligung. Schon direkt nach dem Mauerfall hatten sich die Bürger*innen das Gelände durch Baumpflanzungsaktionen zu eigen gemacht. Auch bei der Entstehung der Erweiterungsfläche war der Beitrag der Bürger*innen von großer Bedeutung. Durch ihren kontinuierlichen Einsatz war es erst möglich, dass die Erweiterung auf der gesamten heute sichtbaren Fläche entstehen konnte. Hier hat vor allem die „Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen“ eine wichtige Rolle gespielt: Ursprünglich sollten Teile der Erweiterungsflächen als Bauland veräußert werden. Darüber hinaus konnten die Bürger*innen den Park an vielen Stellen mitgestalten. Der Spielplatz beispielsweise ist in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen aus den umliegenden Kiezen entstanden. Die erste Bürgerwerkstatt zur Parkplanung wurde von Grün Berlin im September 2010 ins Leben gerufen. Seitdem wurden über 30 Beteiligungsveranstaltungen, unter anderem weitere Werkstätten, drei große öffentliche Veranstaltungen sowie Begehungen vor Ort durchgeführt. Somit konnten wesentliche Anliegen der Bürger*innen in die Planung integriert werden. Dazu gehören zum Beispiel auch die Reduzierung der Stellplätze für den Flohmarkt und die parkverträgliche Integration des vorhandenen Gewerbebaus „Kartoffelhalle“ in die Erweiterung.

Das Bild zeigt das Klettergerüst auf dem Spielplatz im Mauerpark, im Hintergrund ist der Fernsehturm zu sehen.
© Andy Rumball

Historische Funde: Fahrzeugsperre und Fluchttunnel

Im Rahmen von Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe wurden Anfang 2018 am Eingang des Mauerparks an der Eberswalder Straße Überreste der ehemaligen Grenzanlagen zwischen Ost- und Westberlin gefunden: Eine Fahrzeugsperre, welche die Flucht per Auto oder LKW aus der ehemaligen DDR verhindern sollte sowie der Eingang zu einem Fluchttunnel. In Anknüpfung an die Gedenkstätte Berliner Mauer wurde eine Ausstellung der Funde auf dem neu entstandenen Vorplatz zwischen Schwedter Straße und dem Eingang des Mauerseglers konzipiert. Hierfür wurden die Planungen für die Erweiterung des Mauerparks noch einmal überarbeitet. Die Ausstellung ist seit dem 9. November 2020 für alle Besucher*innen zugänglich.

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