Tempelhofer Feld

Natur & Geschichte

Mit dem Ende des Flugbetriebs hat sich auf dem Tempelhofer Feld eine besondere Flora und Fauna entwickelt. Zwischen den ehemaligen Start- und Landebahnen tummeln sich mitten in der Großstadt schützenswerte Tierarten und zahlreiche, teils seltene Pflanzenarten gedeihen auf den großen Wiesenflächen.

Tafel zur Schutzzone der Feldlerche.
© Holger Koppatsch

Schutz für die seltene Feldlerche

Die Feldlerche (Alauda arvensis) gehört zu den gefährdeten Vogelarten in Deutschland. Zu erkennen ist der bis zu 19 cm große Vogel an seinem langen Schwanz und der dunkelgestreiften, beigen bis rötlichbraunen Farbigkeit und dem hellen Bauch. Die Feldlerche ist Bodenbrüter und versteckt ihre Nester in selbstgescharrten Mulden im Gras.
Schafsherde auf dem Tempelhofer Feld.
© Konstantin Börner

Tierische Landschaftspfleger im Einsatz – ein Pilotprojekt

Wie in anderen Parks und Grünanlagen kümmern sich Gärtner*innen auf dem Tempelhofer Feld das ganze Jahr über um die Pflege der Grünflächen. 2019 kamen dabei neue, tierische Landschaftspfleger zum Einsatz. In Absprache mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der Feldkoordination im Rahmen der Bürgerbeteiligung startete Grün Berlin mit einer fünfjährigen Pilotphase in die Beweidung des Tempelhofer Feldes. Dabei fanden zunächst 25 Skudden, eine vom Aussterben bedrohte Schafrasse, ein neues Zuhause auf dem Areal.

Ein urbaner Freiraum mit vielschichtiger Historie

Die Geschichte des Tempelhofer Feldes ist vielschichtig. Hier schrieben ab 1883 Pioniere Luftfahrtgeschichte. 1926 wurde auf dem Tempelhofer Feld die Deutsche Lufthansa gegründet, 1928 wurde das erste Flughafengebäude fertiggestellt.

Von 1936-41 errichteten die Nationalsozialisten einem gigantischen Neubau in Viertelkreisform. Auf dem Flughafenareal befand sich damals das einzige Konzentrationslager in Berlin, in dem vor allem politische Gefangene inhaftiert waren. Zwangsarbeiter*innen, die für den Bau von Kampfflugzeugen eingesetzt wurden, waren am Rand des Flugfeldes in einfachsten Baracken untergebracht.

Während der Berliner Blockade 1948/49 versorgten die Alliierten den Westteil der Stadt mit einer Luftbrücke über den Flughafen Tempelhof und machten ihn als Flughafen der US-Airforce so zum international bekannten Symbol für die Verteidigung der Freiheit.

2008 wurde der Flughafenbetrieb in Tempelhof eingestellt, 2010 wurde das ehemalige Flugfeld zur Erholungs- und Freizeitnutzung für die Bevölkerung geöffnet. Seit 2015 dokumentiert ein Informationspfad zur Geschichte des Tempelhofer Feldes Ausschnitte aus der wechselvollen Vergangenheit.

In einem Volksentscheid sprachen sich 2014 die Berlinerinnen und Berlinern gegen eine Randbebauung und für den überwiegenden Erhalt des Tempelhofer Feldes im derzeitigen Zustand aus. Damit trat am im Juni 2014 das „Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes“ (ThFG) in Kraft, das den Schutzzweck und die Erhaltungsziele festlegt.

Geschichtspfad mit Informationstafeln auf dem Tempelhofer Feld.
© Grün Berlin

Geschichtspfad auf dem Tempelhofer Feld

Mehr über die Geschichte des Tempelhofer Feldes können die Besucher*innen auf dem Geschichtspfad erfahren.