Die Grün Berlin GmbH hat am 18.11.2016 zum zweiten Mal alle interessierten BürgerInnen eingeladen, sich am Dialog zur Entwicklung des Spreeparks zu beteiligen. Wetterbedingt fand die Veranstaltung im ehemaligen DDR-Funkhaus in der Nalepastraße statt, an der fast 200 BürgerInnen teilnahmen.

Nach einem kurzen Rückblick auf die erste Dialogveranstaltung am 1. Juli 2016, bei der über 1.300 Ideen, Wünsche und Anregungen der interessierten Öffentlichkeit gesammelt wurden, stellte der Geschäftsführer der Grün Berlin GmbH, Christoph Schmidt, das interdisziplinäre Planungsteam dem Publikum vor. Als Ergebnis eines umfangreichen Ausschreibungsverfahrens hat die Grün Berlin GmbH den Auftrag zur Erstellung des Rahmenplans für den Spreepark an eine Arbeitsgemeinschaft unter Federführung des international renommierten Landschaftsarchitekturbüros Latz + Partner vergeben. Weitere Mitglieder des Teams sind Riehl Bauermann Landschaftsarchitekten, LOMA architecture landscape urbanism (Architekten),  Bollinger + Grohmann (Ingenieure), Projekt M (Tourismus), Prof. Florian Matzner (Kunst) und chezweitz (Szenografie). Mit dieser Arbeitsgemeinschaft wurde ein Team gewählt, das die Vorschläge und Ideen aus dem bisherigen BürgerInnendialog am besten umsetzen kann. Das Büro Latz + Partner hat bereits mit Projekten in Turin, London und Duisburg überzeugt, bei dem es Landschaften gestaltet hat, die durch Elemente aus einer vergangenen Nutzung geprägt waren und eine zukünftige nachhaltige kulturelle Nutzung ermöglichen. 

Tilmann Latz erläuterte zunächst die Herangehensweise der Arbeitsgemeinschaft an die Aufgabe Spreepark. Man habe die Wünsche der BürgerInnen aufmerksam studiert und nach Themen sortiert, um sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Eine konkrete Planung gäbe es noch nicht, aber viele Ideen und Assoziationen. Der vorhandene Bestand soll wo möglich und sinnvoll in die zukünftige Nutzung einbezogen und - zum Beispiel durch künstlerische Inszenierungen - neu formuliert werden. Ziel sei es, den besonderen Charakter des Spreeparks zu erhalten und durch ergänzende Planungen zum vielfältigen Kultur- und Kunstpark zu entwickeln, betonte Sonja Beeck von chezweitz. Das Riesenrad soll auf jeden Fall erhalten werden, ob als Landmarke oder sogar als Fahrgeschäft kann gegenwärtig noch nicht beurteilt werden. 

In der anschließenden Diskussion wurden u.a. Fragen der Verkehrsanbindung, der kulturellen Nutzung und möglicher Lärmbelastungen, des Naturschutzes und der Zugänglichkeit thematisiert. Das Planungsteam erläuterte, dass der derzeitige Zaunverlauf und die strenge Gestaltung als Gitterzaun sicherlich nicht erhalten bleiben müsste. Bestimmte sensible historische Gebäude, technische Anlagen sowie künstlerische Interventionen sollten aber auch in Zukunft insbesondere vor Vandalismus geschützt werden. Der genaue Verlauf der Umfriedung – der zurückhaltender werden könnte und vom heutigen Verlauf durchaus abweichen darf – und kreative Gestaltungsideen werden erarbeitet. 

Wie beim 1. Bürgerdialog am 1. Juli 2016 wurde erneut die verkehrliche Anbindung angesprochen. Viele BürgerInnen wünschten sich bequeme und umweltverträgliche Anreisemöglichkeiten. Die Grün Berlin GmbH verdeutlichte, dass nachhaltige Verkehrsformen per Rad und zu Fuß eindeutig priorisiert würden und auch darüber hinaus weitere Ideen für innovative Verkehrsanbindungen betrachtet würden. Rücksicht sollte zudem auf die nächsten AnwohnerInnen des Geländes genommen werden, die nicht unter zunehmenden Verkehr und dauerhaft erhöhter Lärmbelastung leiden möchten. Den TeilnehmerInnen war es außerdem wichtig, dass der Uferbereich als frei begehbarer Uferweg erhalten bleibt, was von den städtischen VertreterInnen bestätigt wurde. Die Anregungen des Publikums fließen in die weiteren Planungsschritte des Teams ein. 

Alle Hinweise wurden für die Dokumentation der zweiten Dialogveranstaltung aufgezeichnet und durch zwei Grafiken mittels Graphic Recording ergänzt. Die Dokumentation steht als Download zur Verfügung.

Die Grün Berlin GmbH bedankt sich bei allen TeilnehmerInnen für das Engagement und die vielen Anregungen. Wir freuen uns auf den weiteren Dialog.

Ausblick:

Im Herbst 2017 stellt das Team im Rahmen des 3. Dialogs die Planungen für den Spreepark vor.