Teilhabe der Zivilgesellschaft an Planungsprozessen zum ehemaligen Flugfeld

Die Berliner*innen haben mit einem Volksentscheid zum Erhalt des Tempelhofer Feldes am 25. Mai 2014 festlegt, dass die einzigartige Freifläche des ehemaligen Flughafens Tempelhof grundsätzlich dem Schutz der Natur und der Erholungs- und Freizeitnutzung dienen möge.

Dabei schützt das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes (ThFG) eine Gesamtfläche von ca. 303 Hektar, die sich in den Zentralen Wiesenbereich und den Äußeren Wiesenring teilt. Der Zentrale Wiesenbereich, mit einer Fläche von ca. 202 Hektar innerhalb der umlaufenden Taxiways (Fahrbahn), dient dem Erhalt der offenen Wiesenlandschaft und der sie prägenden Flora und Fauna. Im Äußeren Wiesenring, mit ca. 101 Hektar, können temporäre und stetige Nutzungen, Angebote bürgerschaftlichen Engagements sowie weitere Serviceangebote realisiert werden.

Aus dem ThFG leitet sich die Erstellung eines Entwicklungs- und Pflegeplanes (EPP) für das Tempelhofer Feld unter Öffentlichkeitsbeteiligung ab. Von September 2014 bis Mai 2016 erstellten Bürger*innen gemeinsam mit der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und der Grün Berlin GmbH einen EPP.

Im Ergebnis dieses kooperativen und auf Konsens ausgerichteten EPP-Prozesses werden die im ThFG verankerten Schutzziele für Naturschutz, Landschaft und Klima konkretisiert, die wechselhafte Geschichte des Standortes erlebbar gemacht und Gedenken ermöglicht, das Feld für Freizeit, Erholung, Sport und Kultur behutsam weiterentwickelt sowie die künftige Zusammenarbeit zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung geregelt.

In fünf Teilräumen des Tempelhofer Feldes konnten Themenschwerpunkte, Handlungskorridore und Maßnahmen für die weitere Umsetzung erarbeitet werden: Tempelhofer Damm – Freizeit und Event, Columbiadamm – Sport und Geschichte, Oderstraße – Kiezgarten und Projekte, Südflanke – Ruhe und Experiment und Zentraler Wiesenbereich – Weite, Wind und Wildnis.

Die fortlaufende Bürgerschaftsbeteiligung auf dem Tempelhofer Feld wird seit Herbst 2016 mithilfe eines Beteiligungsmodells mit seinen drei Arbeitssäulen aus Feldforum, Feldkoordination und Werkstätten gewährleistet. Das Beteiligungsmodell setzt wie der EPP auf die Qualitäten einer gemeinsamen Verfahrensentwicklung und Themenfestlegung. In der "Charta der Beteiligung" ist ein ergebnisoffener, dialog- und konsensorientierter Prozess definiert, der in der Geschäftsordnung der Feldkoordination festgehalten wird. Auch hier bündelt sich das vielfältige Wissen und der Perspektivreichtum von engagierter Bürgerschaft, Verwaltung und Politik und setzt die zukunftsorientierte Zusammenarbeit fort (vgl. https://tempelhofer-feld.berlin.de/thf-modell/).

Mehr Informationen finden Sie auf dem Tempelhofer Feld im Infopavillon Columbiadamm, der im April, Mai, September, Oktober: Mittwoch, Freitag und Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr und Juni, Juli, August: Mittwoch, Freitag und Sonntag von 15:00 bis 19:00 Uhr geöffnet hat (im Winterhalbjahr von November bis März geschlossen) und die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses in einer kleinen Ausstellung präsentiert.

Vertiefende Informationen zum Ergebnis wie zum Prozess der Beteiligung können Sie unter www.tempelhofer-feld.berlin.de nachlesen. Der EPP steht zum Herunterladen zur Verfügung.

Weitere Infos unter: www.tempelhofer-feld.berlin.de

 

Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes