Die Geschichte des Tempelhofer Feldes ist vielschichtig.

Hier schrieben ab 1883 Pioniere Luftfahrtgeschichte. 1926 wurde auf dem Tempelhofer Feld die Deutsche Lufthansa gegründet, 1928 wurde das erste Flughafengebäude fertiggestellt.

Von 1936-41 errichteten die Nationalsozialisten einem gigantischen Neubau in Viertelkreisform. Auf dem Flughafenareal befand sich damals das einzige Konzentrationslager in Berlin, in dem vor allem politische Gefangene inhaftiert waren. Zwangsarbeiter, die für den Bau von Kampfflugzeugen eingesetzt wurden, waren am Rand des Flugfeldes in einfachsten Baracken untergebracht.

Während der Berliner Blockade 1948/49 versorgten die Alliierten den Westteil der Stadt mit einer Luftbrücke über den Flughafen Tempelhof und machten ihn als Flughafen der US-Airforce so zum international bekannten Symbol für die Verteidigung der Freiheit.

2008 wurde der Flughafenbetrieb in Tempelhof eingestellt, 2010 wurde das ehemalige Flugfeld zur Erholungs- und Freizeitnutzung für die Bevölkerung geöffnet. Seit 2015 dokumentiert ein Informationspfad zur Geschichte des Tempelhofer Feldes Ausschnitte aus der wechselvollen Vergangenheit.

In einem Volksentscheid sprachen sich 2014 die Berlinerinnen und Berlinern gegen eine Randbebauung und für den überwiegenden Erhalt des Tempelhofer Feldes im derzeitigen Zustand aus. Damit trat am im Juni 2014 das „Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes“ (ThFG) in Kraft, das den Schutzzweck und die Erhaltungsziele festlegt. Wie es mit der riesigen Freifläche weitergehen soll, wird im Entwicklungs- und Pflegeplan beschrieben, der gegenwärtig in einem partizipativen Prozess erarbeitet wird.