Peter-Joseph-Lenné-Preis
Der Peter-Joseph-Lenné-Preis des Landes Berlin ist der größte und bedeutendste internationale Preis für den Nachwuchs in der Freiraumplanung. Er wird alle zwei Jahre ausgelobt.
Ausloberin ist die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU). Die Grün Berlin GmbH betreut als Geschäftsstelle das Verfahren. Ein Fachausschuss aus Vertreter*innen der Berliner Hochschulen, der Akademie der Künste, des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) und der Karl-Foerster-Stiftung berät die Ausloberin.
Lenné-Preis 2026
Die Aufgaben für den Lenné-Preis 2026 wurden am 20.02.2026 bekanntgegeben. Der Wettbewerb umfasst drei Aufgaben, die zentrale Herausforderungen einer nachhaltigen und klimaangepassten Stadt- und Landschaftsplanung in den Fokus rücken. Die Themen stammen aus Berlin, Deutschland und dem internationalen Raum. Aus jeder der drei Aufgaben wählt eine hochkarätig besetzte Fachjury je eine preiswürdige Arbeit aus, die mit einer Summe von jeweils 5.000 Euro dotiert ist. Die Jury kann zudem eine weitere Anerkennung pro Aufgabe vergeben. Zudem können für besonders gute Pflanzenverwendungen die „Karl-Foerster-Belobigungen“ der gleichnamigen Stiftung verliehen werden.
Im Jahr 2026 stehen drei spannende Aufgaben im Mittelpunkt: die Weiterentwicklung eines bedeutenden Freiraumprojekts in Berlin, die Gestaltung eines naturnahen Flussraums in Freiburg und die Transformation eines ehemaligen Güterbahnhofs in Prag. Gesucht werden Konzepte, die ökologische, soziale und gestalterische Aspekte verbinden und neue Perspektiven für urbane und ländliche Freiräume eröffnen.
Berlin: Freiraum im Klimawandel – Ideen für den Tilla-Durieux-Park
Ausgangssituation: Der Potsdamer Platz steht wie kaum ein anderer Ort für den Wandel Berlins – vom ehemaligen Vergnügungsviertel über den Grenzstreifen der Berliner Mauer bis hin zum modernen Geschäftsquartier. Mit der Entwicklung nach 1990 entstand hier der Tilla-Durieux-Park als prägendes Freiraumprojekt. Als Land-Art-Plastik setzte er einen markanten Impuls im Kontext kommerzieller Architektur. Heute ist die Grünfläche stark genutzt und durch Erosion sowie steigende Temperaturen sichtbar belastet.
Aufgabe: Gesucht sind Konzepte, die den kreativen Impuls der Entstehungszeit des Tilla-Durieux-Parks aufnehmen und den Stadtraum klimaangepasst sowie nutzungsvielfältig weiterentwickeln. Wie kann dieser zentrale Freiraum neue Qualitäten entfalten?
Freiburg: Landschaftsraum in Bewegung – Vision für den Freiburger Westen
Ausgangssituation: Die Stadt Freiburg gilt als Vorreiterin nachhaltiger Stadtentwicklung. Doch auch hier wächst der Druck auf Flächen, Wohnraum und Natur. Im Westen der Stadt treffen gewachsene Quartiere auf neue Entwicklungsgebiete wie Dietenbach oder Im Zinklern. Der Flusslauf der Dreisam mit der markanten „Gaskugel“ - einem denkmalgeschützten Gasspeicher - bildet dabei eine zentrale Landschaftsachse, die jedoch durch Verkehrswege und Barrieren zerschnitten ist.
Aufgabe: Gesucht wird ein Leitbild für eine zusammenhängende Landschaft, die ökologische Funktionen mit Freizeitnutzungen und Stadtbezug verbindet. Wie können Natur, Klimaresilienz und Aufenthaltsqualität gestärkt und die Gaskugel als identitätsstiftender Ort integriert werden?
Prag: Güterbahnhof Žižkov – Transformator nachhaltiger Quartiersentwicklung
Ausgangssituation: Der ehemalige Güterbahnhof Žižkov ist ein bedeutendes Zeugnis der tschechischen Moderne. Nach der Stilllegung 2002 soll das Areal zu einem nachhaltigen Stadtquartier für rund 20.000 Menschen umgestaltet werden. Geplant sind Wohnraum, Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen, ergänzt durch neue Grünflächen und eine Straßenbahnlinie.
Aufgabe: Gesucht sind Ideen für vielfältige Freiräume, die Wohnen, Arbeiten und Erholung vernetzen. Wie entsteht ein klimaangepasster, sozialer und identitätsstiftender Ort, der das historische Bahnhofsgebäude integriert und das Quartier mit seiner Umgebung verbindet?
Alle drei Aufgaben können auf der Homepage des Peter-Joseph-Lenné-Preises des Landes Berlin sowie auf Competitionline eingesehen werden.
Termine und Jury
Die Einreichungsfrist für den Lenné-Preis 2026 endet am 26. Juni 2026, 18 Uhr. Die genauen Modalitäten können den Wettbewerbsunterlagen entnommen werden. Die Wettbewerbsarbeiten werden von einem hochkarätig besetzten Preisgericht beurteilt. Im Jahr 2026 setzt es sich aus der Landschaftsarchitektin Sofia Petersson (ANNABAU), zwei Preisträgern des Lenné-Wettbewerbs 2024, Moritz Wette und Felix Ridder, sowie den Vertretungen der kommunalen Partner des Preises aus Berlin, Freiburg i.Br. und Prag zusammen. Die Jury tagt im Sommer 2026. Die feierliche Preisverleihung wird am 9. Oktober 2026 in Berlin stattfinden.
Lenné-Symposium
Flankiert wird der Lenné-Preis vom Lenné-Symposium, das alternierend dazu stattfindet und virulente Themen der Freiraumplanung und Stadtentwicklung aufgreift und vertieft.
Im Jahr 2025 widmete sich das Lenné-Symposium dem Thema Hitze als Teil der übergeordneten Thematik der urbanen Klimaanpassung. Die Veranstaltung fand am Mittwoch, 8. Oktober 2025 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg statt. Das Symposium setzte einen besonderen Fokus auf die Rolle von Stadtgrün als wirksames Mittel gegen die zunehmende Hitze in Städten.
Unter anderem diskutierten Staatssekretär Andreas Kraus, Landschaftsarchitektin und Biennale-Kuratorin Prof. Gabriele G. Kiefer, Marie-Theres Okresek und Zukunftsforscher Prof. Dr. Stephan Rammler den aktuellen Stand des Hitzeschutzes in Berlin im öffentlichen Raum. Dabei beleuchteten sie insbesondere die Frage, welchen Beitrag die Freiraumplanung zu einer hitzeangepassten Stadt leisten kann. In Workshops standen Themen wie Klima-Governance, planerische Gestaltungswerkzeuge und der Einsatz digitaler Tools im Mittelpunkt, um sich der Umsetzung anzunähern und praxisnahe Lösungen vorzustellen.
Das Lenné-Symposium 2024 fand zum Thema Grün-blaue Infrastruktur: Berlin auf dem Weg zur wassersensiblen Stadt statt. Davor tagte unter anderem im Jahr 2022 ein Lenné-Symposium zu grünen Fassaden mit dem Titel Die zweite grüne Ebene in der Stadt und 2021 zum Thema Freiraum heute: Beschleunigt die Pandemie die Transformation der urbanen Freiräume?
Weitere Informationen zum Lenné-Symposium: Homepage des Peter-Joseph-Lenné-Preises des Landes.
Rückblick: Peter-Joseph-Lenné-Preis 2024 – 50. Jubiläum
Im Jubiläumsjahr 2024 reichten die Aufgaben von Visionen für den Wandel eines innerstädtischen Verkehrsraums über die Neugestaltung einer vom Tagebau gezeichneten Landschaft bis zur Planung eines mediterranen Küstenabschnittes:
- Aufgabe A Regional: Öffentliche Räume im Wandel - Visionen für die Leipziger Straße in Berlin
- Aufgabe B National: Transformation Lausitz - Neue Landschaft Welzow/Město Wjelcej
- Aufgabe C International: Plataforma Marítima Barcelona - Grüne Verbindung zwischen Stadt und Meer
Als Siegerentwürfe überzeugten für die Aufgabe C der Entwurf „Plataforma Reviva: Aufbruch zu einer lebenden Küstenlandschaft“ von Felix Ridder und Moritz Wette, für die Aufgabe B der Entwurf „Welzow Süd ‒ Die produktive Landschaft“ von Till Pulst und für die Aufgabe A der Entwurf „Paketband“ von Bastian ten Haaf und Leonie Butterweck.
Weitere Informationen
Auf der Homepage des Peter-Joseph-Lenné-Preises des Landes Berlin finden Sie weitere Informationen – auch zum Lenné-Symposium - sowie das Archiv der zurückliegenden Jahrgänge.