Bohnenspalier im Jüdischen Garten in den Gärten der Welt
© Lichtschwärmer
Pressemitteilung

Jüdischer Garten in den Gärten der Welt eröffnet

  • Gärten der Welt
  • Dienstag, 19. Oktober 2021

Senatorin Regine Günther präsentiert mit Vertreter*innen der Jüdischen Gemeinde und den fördernden Stiftungen den weltweit ersten Jüdischen Garten in einem Park

Als einen einmaligen Raum für Begegnungen, Austausch und Verständigung hat Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz heute den weltweit ersten Jüdischen Garten in einem Park, in den Gärten der Welt im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern sind Besucher*innen eingeladen, einen Einblick in die Vielfalt jüdischen Lebens zu erhalten und in die Geschichte des Judentums einzutauchen. Als landschaftsarchitektonisch-künstlerischer Beitrag komplettiert der Jüdische Garten den Dialog der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn. Gemeinsam repräsentieren der Jüdische Garten, der in direkter Blickrichtung gelegene Christliche Garten und der Orientalische Garten nun die drei großen monotheistischen Religionen.

Senatorin Regine Günther: „Der Jüdische Garten ist ein sehr lebendiger und vielfältiger Ort in den Gärten der Welt geworden. Ihn zu realisieren, war ein Herzensanliegen des Landes Berlin: Mit der Anlage dieses weltweit ersten jüdischen Gartenraums ist etwas Einzigartiges entstanden. Der Garten unterstreicht die Bedeutung des jüdischen Lebens in Berlin. Jüdische Kultur gehört zum Kernbestand des Berliner Stadtlebens - und von nun an gehört auch der Jüdische Garten dazu.“

Daniel Botmann, Geschäftsführer Zentralrat der Juden in Deutschland: „Die Gärten der Welt in Berlin-Marzahn stehen für kulturelle und religiöse Vielfalt. Ich freue mich sehr, dass mit dem Jüdischen Garten diese Vielfalt erweitert wurde und die drei monotheistischen Weltreligionen nun komplett sind. Den Besucher*innen aus aller Welt wünsche ich entdeckungsreiche Erkundungen und vor allem eine erholsame Zeit in den Gärten.“

Jüdische Gemeinde zu Berlin: „Das Judentum hat eine sehr lange Tradition der Achtsamkeit und des Schutzes gegenüber der Natur. Der Jüdische Garten als Teil der Gärten der Welt spiegelt diese Tradition wider. Außerdem gibt er die wunderbare Möglichkeit, das Judentum auch auf anderem als dem konventionellen Wege kennenzulernen.“

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Kuratoriumsvorsitzende Deutsche Bundesstiftung Umwelt: „Gärten verbinden Menschen aller Kulturen und Weltregionen. Sie stehen für Vielfalt in der Gesellschaft und dem gegenseitigen Respekt. Der Jüdische Garten ist ein Zeichen gegen den Antisemitismus in unserem Land. Von dieser Eröffnung soll auch ein starkes Signal gegen Judenhass und gegen Gewalt ausgehen.“

Juliane Witt, amtierende Leiterin des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf: „Die Gärten der Welt in unserem Bezirk sind ein sichtbarer und erlebbarer Ort für Integration, für Miteinander, Respekt und Vielfalt. Alle Gärten sind Botschafter der Regionen und Länder. Der Jüdische Garten ist aber mehr. Er ist keine Visitenkarte eines fernen Landes, sondern Ausdruck dessen, dass jüdisches Leben, jüdische Kultur, Alltag in Berlin und Deutschland sind. Ich wünsche mir, dass wir uns dessen jeden Tag gewiss werden, dass wir Respekt und Interesse füreinander entwickeln, Zeit haben und uns diese Zeit nehmen. Mögen viele Menschen den Garten genießen und zum Anlass nehmen, sich mit jüdischer Kunst und jüdischem Leben zu befassen.“

Arbeitsgemeinschaft atelier le balto, Landschaftsarchitekten mit dem Künstler Manfred Pernice und Wilfried Kuehn: „Der Jüdische Garten in den Gärten der Welt stellt eine Vielfalt an Pflanzen vor, die ihren Ursprung in literarischen Werken unterschiedlicher Epochen und Sprachen finden und damit die Komplexität jüdischer Erfahrung widerspiegeln. Ästhetische Erfahrung verbindet sich hier mit Nutzen und Gebrauch des Gartens, statt Ausdruck eines fertigen Bildes zu sein.“

Der Jüdische Garten in den Gärten der Welt

Der Jüdische Garten in den Gärten der Welt knüpft an das Naturverständnis im Judentum an. Er geht in seiner Gestaltung insbesondere darauf ein, dass in der Diaspora oft ein kleines Fleckchen Erde genügen musste, auf dem Nutz- und Zierpflanzen sowie Pflanzen für den zeremoniellen Gebrauch gezogen wurden. Im Jüdischen Garten gedeihen daher Pflanzen, die zur Geschichte und Kultur jüdischen Lebens gehören. So zählen beispielsweise die ausgewählten Pflanzenarten Weizen, Wein und Feigen zu den „sieben Arten“ der hebräischen Bibel, die das Volk Israel im gelobten Land fand.

Der Jüdische Garten bietet zudem noch vielfältigeren Zugang zum Judentum, in dem er über die Pflanzenauswahl auf Werke von jüdischen Autor*innen aufmerksam macht. Das entstandene Wegenetz steht für die Verflechtungen der jüdischen Kultur und ihre internationalen Bezüge. Zwei raumprägende skulpturale Pavillons des Künstlers Manfred Pernice dienen an zwei Begegnungspunkten als Treffpunkt und laden zum Verweilen ein.

Entstehung Jüdischer Garten

Grundlage für den Jüdischen Garten ist der Entwurf der Arge (atelier le balto mit Manfred Pernice und Wilfried Kuehn). Im Juni 2018 lobte das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und die Grün Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen künstlerisch-landschaftsplanerischen Gestaltungswettbewerb aus. Gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten und Künstlern Manfred Pernice und Wilfried Kuehn ging das in Berlin-Mitte ansässige Büro „atelier le balto“ als Sieger hervor.

Initiator für die Errichtung des Jüdischen Gartens war die Allianz Umweltstiftung, die bereits 2005 den Bau des Orientalischen Gartens und 2011 den Bau des Christlichen Gartens in den Gärten der Welt unterstützt hat. Die Baukosten für die Realisierung des Jüdischen Gartens betragen rund 2 Mio. Euro. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln der Axel Springer Stiftung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Allianz Umweltstiftung.

Pressefotos vom Jüdischen Garten

Mehr zum Jüdischen Garten

Interaktive Führungen am Sonntag, den 24. Oktober 2021

Der Jüdische Garten ist ab der Eröffnung am 19.10. allen Besucher*innen der Gärten der Welt zugänglich. Am Sonntag, den 24.10.2021, werden in zwei kostenlosen interaktiven Führungen die Pflanzen des Jüdischen Gartens in den Mittelpunkt gestellt. Die Gäste sind eingeladen, die Pflanzen mit allen Sinnen wahrzunehmen, sich mit jüdischer Umweltethik, jüdischer Literatur und jüdischen Traditionen, vor allem aber mit der deutsch-jüdischen Beziehungsgeschichte auseinandersetzen.

Die 90-minütigen Führungen finden um 10:30 Uhr und um 14 Uhr statt. Interessierte können sich online anmelden.

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Karina Thinius
Karina Thinius

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