Die Plangrafik zeigt eine Berlin-Karte mit dem Verlauf der Berliner Mauer und einzelnen Teilflächen auf diesem.
Urbane Freiräume

Entwicklung Teilabschnitte "Mauergrünzug"

Entlang des früheren Grenzstreifens in Pankow, zwischen Mitte und Reinickendorf, entsteht ein zusammenhängendes grünes Band: der Mauergrünzug. Die Flächen, die über Jahrzehnte als Grenzgebiet frei blieben, prägen bis heute den Stadtraum. Sie lassen die Geschichte des Ortes sichtbar werden und bilden zugleich die Grundlage für eine Weiterentwicklung, die Stadtnatur, Naherholung und Alltagswege miteinander verbindet.

Seit 2019 verantwortet Grün Berlin die Ertüchtigung des Mauerwegs. Erkenntnisse aus der Arbeit am Berliner Mauerweg bringt Grün Berlin nun im Rahmen der trassenfernen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Wiederaufbau der Dresdner Bahn ein. In dem Zusammenhang werden die historischen Freiräume behutsam gesichert und so weiterentwickelt, dass sie zu einem klimarobusten, gut nutzbaren Grünzug werden – offen für alltägliche Wege, kurze Pausen im Grünen und neue Naturerlebnisse mitten in der Stadt.

Mehr Grün für Alltag, Erinnerung und Teilhabe

Der Mauergrünzug umfasst vielfältige Freiräume entlang der ehemaligen Grenze: offene Wiesen, gewachsene Gehölze, Übergangszonen und bestehende Wege. In zehn Teilbereichen werden diese Flächen entsprechend den Vorgaben der Planfeststellungsbeschlüsse behutsam weiterentwickelt.

Dazu gehören naturnahe Pflanzungen, Rückbau nicht mehr benötigter Versiegelungen sowie punktuelle Angebote, beispielsweise ein Hundeauslauf oder ein kleiner Naturerfahrungsraum. Diese Weiterentwicklungen stärken die ökologische Vielfalt und schaffen alltagstaugliche Orte, die für die Nachbarschaft gut erreichbar sind.

Durch die naturnahe Weiterentwicklung entstehen robuste, pflegeleichte Grünflächen, die das Stadtgrün stärken und gleichzeitig wenig Unterhalt erfordern. Wenn versiegelte Bereiche geöffnet werden, kann Regenwasser wieder besser im Boden versickern. Das sorgt für kühlere Umgebungstemperaturen und hilft, die Folgen von Hitze und Starkregen abzumildern – ein wichtiger Schritt, damit die Stadt auch in Zukunft gut mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen kann.

Historische Spuren im Alltag erlebbar machen

Mit den Maßnahmen im Grünzug wird auch die Erreichbarkeit des Mauerwegs gestärkt. Neue und klar geführte Wegeverbindungen ergänzen das bestehende Wegesystem, schaffen zusätzliche Zugänge und machen bislang wenig wahrgenommene Abschnitte besser nutzbar. Diese verbesserte Zugänglichkeit unterstützt zugleich die erfahrbare Einbindung der Geschichte entlang des ehemaligen Grenzverlaufs. Der historische Kontext bleibt sichtbar. Die besondere Lage entlang des früheren Grenzstreifens prägt das Projekt weiterhin – zurückhaltend, aber prägnant. Bewohner*innen wie Besucher*innen können die Spuren der Vergangenheit wahrnehmen und gleichzeitig neue Perspektiven auf die Stadt gewinnen. Damit verbindet der Mauergrünzug zeitgemäße Freiraumentwicklung mit einem Ort, der ein wichtiges Kapitel Berliner Geschichte im Alltag präsent hält.

Ein Freiraum mit langfristigem Mehrwert für Berlin

Mit dem Mauergrünzug entsteht ein durchgängiger, wohnungsnaher Grünzug, der ökologische Funktionen stärkt, Wege erleichtert und die Lebensqualität der angrenzenden Quartiere erhöht. Die Kombination aus naturnaher Entwicklung, verbesserter Erreichbarkeit und sichtbarem historischen Kontext schafft einen Freiraum, der nicht nur grüner, sondern auch besser erlebbar ist: ein Projekt, das Naturerlebnis, Klimaresilienz, Erinnerung und Alltagsnutzung miteinander verbindet – und damit einen wichtigen Beitrag zu einem zukunftsfähigen Berlin leistet.

Der Mauergrünzug ist – gemeinsam mit der Maßnahme zur Teilentsiegelung des Platzes des 4. Juli in Steglitz-Zehlendorf – Teil der „Trassenfernen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“ im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Dresdner Bahn. Beide Projekte kompensieren Eingriffe in den Naturhaushalt durch den Neubau der Fernbahngleise südlich des Bahnhofs Südkreuz. Für die DB InfraGO AG übernimmt die Grün Berlin GmbH die Projektsteuerung. Der Baustart ist für Ende 2026 vorgesehen.

Aktuelles von der Entwicklung der Teilabschnitte am Mauergrünzug

Downloads

Weitere Urbane Freiräume

Visualisierung der Pläne für das Spreeufer am Rathaus- und Marx-Engels-Forum mit einem Wasserspiel im Vordergrund und dem Stadtschloss sowie dem Berliner Dom im Hintergrund.
© RMP Stephan Lenzen
Rathaus- und Marx-Engels-Forum
Das Bild zeigt eine Perspektive der Planungen des Döberitzer Grünzugs.
© Atelier Loidl
Döberitzer Grünzug
Luftbild des Platzes der Luftbrücke
© Thomas Rosenthal
Platz der Luftbrücke