Ein Steg führt durch Natur und Sträucher im Kienbergpark in Berlin
© Konstantin Börner
Parks

Ökosystemleistungen urbaner Parks

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes GartenLeistungen erfasst und bewertet Grün Berlin die Leistungen von Parks als Ökosystem und generiert Wissen für eine nachhaltige urbane Flächennutzung.

Parks, Grünflächen und urbane Gärten sind wichtig für das Stadtklima, die Biodiversität und die Lebensqualität in Städten. Die vielen Funktionen urbaner Grünflächen werden unter dem Begriff Ökosystemleistungen zusammengefasst. Dazu zählen:

  1. unterstützende Leistungen (Bodenbildung, Nährstoffkreislauf)
  2. bereitstellende Leistungen (Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Holz, Biomasse, Trinkwasser)
  3. regulierende Leistungen (Klimaregulation, Wasserretention, Luftreinhaltung)
  4. kulturelle Leistungen (Gesundheit, Wohlbefinden, Ästhetik).

Über das Projekt

Trotz ihres großen Beitrags zu einer lebenswerten Stadt konkurrieren Parks und urbane Gärten in der Praxis oft mit anderen Flächennutzungen. Das vom BMBF geförderte Projekt GartenLeistungen (2019-2022) untersucht daher, wie die vielen Ökosystemleistungen urbaner Parks und Gärten systematisch erfasst und in politische Entscheidungen miteinbezogen werden können. Im Projekt forschen dazu elf Partner*innen aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung in den Modellstädten Berlin und Stuttgart.

Grün Berlin führt im Rahmen des Projektes zwei Reallabore im Park am Gleisdreieck und im Kienbergpark durch und unterstützt den Transfer der Forschungsergebnisse in Politik und Verwaltung.

Reallabore

Reallabore sind ein neues Format der Bürger*innenbeteiligung, bei dem die konkrete Partizipation in der Praxis im Vordergrund steht. Sie sind speziell geschaffene Experimentierräume und bieten einen Ort zum Ausprobieren und Entwickeln von Ideen im Umgang mit zentralen Herausforderungen in Parkanlagen, wie zum Beispiel steigendem Nutzungsdruck oder klimatischen Veränderungen.

Der Blick auf die U-Bahn Brücke, welche durch den Gleisdreieckpark führt.
© Konstantin Börner

Reallabor Gleisdreieck – ein Ort zum Verweilen für Mensch und Tier

Der Park am Gleisdreieck sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, die Ökosystemleistungen des Parks trotz intensiver Nutzung langfristig zu erhalten. Die Fläche ist kontinuierlich Schäden durch Vandalismus und Vermüllung ausgesetzt, deren wiederkehrende Beseitigung mit großem Aufwand verbunden ist. Zusätzlich dazu machen Auswirkungen des Klimawandels mit langanhaltender Trockenheit und Hitzestress der Vegetation und den Besucher*innen zu schaffen.
Schafe unter einem Baum auf einer Wiese.
© Konstantin Börner

Reallabor Kienbergpark – Leben und leben lassen in Wald und Wiese

Im Kienbergpark stehen der Naturschutz und die Naturbeobachtung im Fokus. Im Park sind bereits viele Nutzer*innen aktiv, die sich diesen Themen widmen und im Beteiligungsgarten des Umweltbildungszentrums (UBZ) wird gemeinsam mit Anwohner*innen gegärtnert.

Transfer der Forschungsergebnisse in die Verwaltung

Um den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis zu gewährleisten, beteiligt sich Grün Berlin außerdem daran, einen regelmäßigen Austausch mit der kommunalen Verwaltung aufzubauen. Dafür steht das Grün Berlin-Team in regelmäßigem Austausch mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin (SenUVK) sowie dem Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung in Stuttgart. Stellvertretend für die kommunalen Akteur*innen sind diese beiden Institutionen Partner*innen des Projektes GartenLeistungen. Ziel ist es, städtische Planungs- und Verwaltungsansätze weiterzuentwickeln, sodass die Ökosystemleistungen urbaner Parks und Gärten noch stärker in politischen Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden können.

In Partnerschaft mit

Die Logos der Gartenleistungen, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Forschung für Nachhaltige Entwicklung.
© Grün Berlin

Aktuelles aus dem Projekt Ökosystemleistungen urbaner Parks