Luftsicht auf den Platz der Luftbrücke mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof
© Thomas Rosenthal
Grün Berlin Insights | Platz der Luftbrücke

Innovatives Regenwassermanagement: Von der überhitzten Metropole zur kühlen Schwammstadt

Die überhitzte Stadt: der „Urban Heat Island“-Effekt

Die Starkregenfälle im Juli 2021 in Westdeutschland oder die seit 2017 stetig heftiger tobenden Herbststürme in Berlin, aber auch die immer heißer und trockener werdenden Sommer zeigen deutlich: Längst ist der Klimawandel auch hierzulande angekommen. In Großstädten potenzieren sich die Auswirkungen auf besondere Art und Weise: „Urban Heat Island“ heißt der Effekt, der zu einem überproportionalen Anstieg der Temperaturen in den Innenstädten führt: Während sich die Beton- und Asphaltflächen der Bebauung stark aufheizen, fehlt es an Wasserflächen, durchlässigen Böden und Pflanzen, die bei der Verdunstung die Umgebungsluft kühlen und befeuchten könnten.

Nachhaltige Stadtentwicklung mit Fokus Wassersensibilität

Die Umbaupläne für den Platz der Luftbrücke setzen auf ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept: Neben umweltfreundlicher Mobilität und der Umwandlung von Verkehrs- und versiegelten Flächen zu grünen Aufenthaltsräumen spielt ein innovatives Regenwassermanagement eine zentrale Rolle. Von der Entwicklung profitieren angrenzende Quartiere und ihre Bewohner*innen in doppelter Hinsicht: Die Resilienz des Stadtraums wird gestärkt und gleichzeitig steigern die geplanten Maßnahmen die Lebensqualität der Menschen.

Visualisierung der künftigen grünen Manfred-von-Richthofen-Straße am Platz der Luftbrücke
© Bruun & Möllers

Von der steinernen Stadt zur unsichtbaren Schwammstadt

Die gezielte Steuerung der Regenwasserströme begünstigt das Gedeihen der Pflanzen ebenso wie eine Kühlung des Mikroklimas durch Verdunstung. Gleichzeitig wird die Kanalisation entlastet. Quartiersplatz und Piazza werden beispielsweise so gestaltet, dass sich Regenwasser hier gezielt auch auf der Oberfläche stauen kann (Retentionsflächen). Auch die nahezu durchgängig eingesetzten verschiedenen Rigolen, unterirdische und damit unsichtbare Wasserspeicher mit Pufferwirkung, sorgen für ein langsameres Abfließen des Regenwassers.

Im Bereich der Manfred-von-Richthofen-Straße werden besondere Kaskadenrigolen nahe der Pflanzflächen platziert: Sie nehmen treppenartig das leichte Gefälle der Straße auf und verringern so Volumen und Fließgeschwindigkeit des Wassers, das bei Starkregen bisher die Keller der tiefer gelegenen Gartenstadt Tempelhof flutet. Zugleich speichern sie Regenwasser für die Vegetation und versorgen diese langfristig mit Feuchtigkeit.

Eine Visualisierung der Pläne für den künftigen Ehrenhof am Platz der Luftbrücke
© Bruun & Möllers

Grün als Konstrastverstärker

All diese Maßnahmen werden den besonderen urbanen Charakter am Platz der Luftbrücke stärken: Großzügige grüne Räume werden hier von urbanen, mit Wasserspielen ausgestatteten  Stadtplätzen kontrastiert. Besonders eindrücklich kann dies künftig am denkmalgeschützten "Ehrenhof" erlebt werden, dessen steinerne Oberfläche von einem Film aus Regenwasser bedeckt und temporär mit Nebelelementen bespielbar sein wird. Dadurch und durch die perspektivisch direkte Beziehung zum Gartendenkmal wird die kontrastreiche Spannung aus kühlender steinerner „Kammer“ und üppigem grünem Garten atmosphärisch besonders intensiv wahrnehmbar.

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  • Platz der Luftbrücke - Übersichtsplan
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  • Platz der Luftbrücke - Wasserkonzept Manfred-von-Richthofen-Straße
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Mehr nachhaltiges Regenwassermanagement

Auf einen Innovativen Umgang mit Regenwasser für eine nachhaltige Stadtentwicklung setzt Grün Berlin unter anderem auch bei folgenden Projekten:

Blick auf den Gendarmenmarkt in Berlin.
© Bernd Petrikat
Gendarmenmarkt
Das Besucherzentrum der Gärten der Welt vom Blumberger Damm aus gesehen
© Thomas Uhlemann
Besucherzentrum Gärten der Welt
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