Planung & Entwicklung
Alle Baumaßnahmen im Rahmen der Ertüchtigung des Berliner Mauerwegs beruhen auf einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses von 2011.
Als gestalterische Klammer hat Grün Berlin gemeinsam mit einer Vielzahl an Stakeholdern Gestaltleitlinien für den Berliner Mauerweg entwickelt, die das Erscheinungsbild, die Identität und die Wiedererkennbarkeit des Mauerwegs stärken. Diese bilden nun die Grundlage für die Planungen in den einzelnen Teilprojekten. Dazu zählen auch für den Mauerweg entworfene Bänke, Hocker und Tische sowie ein standardisiertes Orientierungs- und Informationssystem.
Laufende Maßnahmen
Sichern & erhalten: abschnittsweiser Wegeneubau
Bis zum Projektende 2027 sollen besonders schadhafte Streckenabschnitte des Berliner Mauerwegs erneuert werden. In einem ersten Schritt muss dafür immer die Zustimmung der jeweiligen Eigentümer*innen eingeholt werden – entlang des gesamten Wegeverlaufs sind dies über 100 unterschiedliche öffentliche und private Akteure.
Projekte in Umsetzung (Aktuelle Baustellen):
- Ruppiner Chaussee: Berlin Reinickendorf, ca. 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten, Baustart: Oktober 2025
- Hahneberg: Berlin Spandau, gut 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten, Baustart: August 2025
- Japaneck / Lichterfelder Allee: Stadt Teltow, ca. 2 Kilometer ehem. Kolonnenweg, Baustart: Februar 2025
Abgeschlossene Teilprojekte
- Grünzug am Buschgraben: Berlin Steglitz-Zehlendorf, gut 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten (fertiggestellt im Juli 2025)
- Schlesischer Busch – Lohmühle: Berlin Treptow-Köpenick, gut 1 Kilometer ehem. Kolonnenweg (fertiggestellt im September 2023)
- Jenbacher Weg: Gemeinde Großbeeren, knapp 6 Kilometer ehem. Kolonnenweg (fertiggestellt im Juli 2023)
- Prinzessinnenstraße: Berlin Tempelhof-Schöneberg, Anbindung S-Bahnhof Lichtenrade (2023)
- Schadstellenbeseitigung: kleinere Maßnahmen über den gesamten Mauerweg (2023)
Projekte in Planung (Realisierung bis 2027)
- Köppchensee: Berlin Pankow, gut 1 Kilometer ehem. Kolonnenweg
- Schönwalde-Glien: Gemeinde Schönwalde, rund 1 Kilometer Wegeneuanlage im ehem. Grenzbereich (Lückenschluss zum Mauerwegverlauf)
- Wilhelmsruh: Berlin Reinickendorf, ca. 1 Kilometer ehem. Zollweg der Westalliierten
Erinnern & informieren: Optimierung des bestehenden Wegeleitsystems
Der Berliner Mauerweg verbindet Orte der Erinnerung mit Landschaft und Stadt. Während der aktuellen Projektphase wird das bestehende Wegeleitsystem überarbeitet und gezielt ergänzt – damit sich Besucher*innen einfacher orientieren und die Strecke besser erleben können.
An geeigneten Standorten erhalten die Wegweiser entlang des rund 160 km langen Rundwegs eine einheitliche Markierung auf Augenhöhe. Die farbliche Kennzeichnung macht die Orientierung klarer und hilft, den Verlauf der Route intuitiv nachzuvollziehen.
An ausgewählten Orten ergänzen historische Informationen den Weg: Texte, Bilder und Karten erinnern an die Zeit der Teilung und erzählen, was vor Ort geschehen ist. Infostelen aus Cortenstahl vermitteln diese Inhalte auf Deutsch und Englisch – direkt vor Ort und kontextbezogen.
Bestehende Gedenkorte werden zusätzlich gestärkt: mit neuen Inhalten, besserer Lesbarkeit und klarerer Einbindung in den Gesamtkontext des Weges.
Ausstatten & erleben: Aufenthaltsqualität entlang der Strecke
Der Mauerweg ist nicht nur ein Weg durch die deutsche Teilungsgeschichte – er ist auch ein öffentlicher Raum für Bewegung, Begegnung und Erholung. Entlang der Strecke entstehen neue Sitzmöglichkeiten – überall dort, wo Flächeneigentümer*innen zustimmen und der Ort es zulässt.
Die einheitliche und robuste Möbelfamilie verbindet Funktion, Langlebigkeit und einfache Pflege. Sie besteht aus unbehandeltem Eichenholz aus der Region und verzinktem Stahl – robust, witterungsbeständig und zurückhaltend im Design. Neben klassischen Bänken sind auch Tisch-Bank-Kombinationen oder Hocker möglich – je nach Umgebung und Bedarf.
Diese Ausstattung macht den Weg nicht nur nutzbarer, sondern auch zugänglicher – besonders für Menschen, die längere Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Gleichzeitig stärken die dezent gesetzten Elemente den Charakter des Mauerwegs als Landschaftsraum mit Bedeutung – offen, nutzbar und geschichtsbewusst gestaltet.
Aktuelle Informationen
Alle Entwicklungen zum Projekt gibt es regelmäßig in unserem Projekt-Ticker.
Projektgrundlage
Die Grundlage für das Projekt Berliner Mauerweg wurde 2001 mit einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses geschaffen. Am 11. Oktober 2001 wurde entschieden, eine durchgehende Wegeverbindung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen auf der rund 160 Kilometer langen Trasse der ehemaligen Grenzanlagen um West-Berlin anzulegen. Dabei sollten die teils noch vorhandenen Grenzwege genutzt werden. Zusätzlich wurde festgelegt, entlang des Mauerwegs Informationssysteme mit Hinweisschildern und Tafeln aufzustellen. Diese sollen den Verlauf der ehemaligen Grenzanlagen sichtbar machen und mit Kurzbiografien an die Toten der Berliner Mauer erinnern.
Von 2002 bis 2006 erfolgten dann wesentliche Wegeneubau- und Instandsetzungsmaßnahmen. Konkret wurden ca. 25 Teilmaßnahmen auf Teilstrecken des Mauerweges vom Land Berlin, vertreten durch die Grün Berlin GmbH, umgesetzt.
In den Jahren 2009 und 2011 wurde das Informationssystem durch den Einbau von Erinnerungstafeln für die Maueropfer erweitert. Soweit möglich, wurden sie am authentischen Flucht- bzw. Todesort errichtet. Bisher wurden 54 Stelen (19 „Besondere Orte“ und 35 Gedenkstelen) realisiert.