Der neugestaltete Grünzug an der Panke mit Gehwegen links und rechts neben dem Flusslauf
© Holger Koppatsch
Urbane Freiräume

Grünzug an der Südpanke

Der Grünzug an der Südpanke – ein langgestreckter Freiraum entlang des historischen Flusslaufs in Berlin-Mitte – ist Teil des übergeordneten Grünzugs an der Panke.

Dieser führt auf einer Länge von circa 20 Kilometern von der Landesgrenze Berlin-Brandenburg bei Buch durch den Bezirk Pankow bis zur Südpankemündung in die Spree am Schiffbauerdamm in Mitte. Nach seiner endgültigen Fertigstellung wird der Grünzug das historische Berliner Stadtzentrum mit den Freiräumen im Berliner Norden verbinden. Im Sinne der Charta für das Berliner Stadtgrün entsteht so ein neuer urbaner Freiraum, der die klimaresiliente und nachhaltige Entwicklung der Stadt stärkt, Grünräume besser vernetzt und für mehr Lebensqualität in dicht besiedeltem Gebiet sorgt.

Zwischen Chausseestraße und Schulzendorfer Straße im Ortsteil Gesundbrunnen des Bezirks Mitte teilt sich der Fluss: Das offene Gewässer der Nordpanke mündet in den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, während die Südpanke – dem ursprünglichen Flussverlauf folgend – zum Schiffbauerdamm fließt. In der Vergangenheit verlief dieser Flussabschnitt überwiegend unterirdisch.

Um das Flüsschen als weitgehend offenes Fließgewässer zu reaktivieren, mussten vor allem ihre in Rohren geführten Abschnitte freigelegt werden – bis 2005 waren das 886 Meter der insgesamt 2.456 Meter langen Südpanke. Entstanden ist so eine Ruheoase am Wasser als Kontrast zur urbanen Geschäftigkeit der benachbarten Luisen-, Reinhardt- und Friedrichstraße.  Davor war bereits von 1992 bis 2005 ein Teil des Grünzugs an der Südpanke in Mitte, zwischen Invaliden- und Reinhardtstraße, nach Entwürfen  der Planergemeinschaft ag.u Lange & Grigoleit realisiert worden.

Für den rund 2,8 Hektar großen neu zu gestaltenden Abschnitt der Südpanke zwischen Chausseestraße und Habersaathstraße in Berlin-Mitte wurde 2007 ein Wettbewerb durchgeführt. Aus ihm ging das Landschaftsarchitekturbüro bbzl böhm benfer zahiri als Sieger hervor.

Ziel dieser Gestaltungsmaßnahme war es, die Südpanke auf einer Länge von 700 Metern vollständig offenzulegen, den Fuß- und Radweg fortzusetzen und den Grünzug naturnah erlebbar zu machen.
Der Entwurf von bbzl sah vor, den Grünzug als Teil einer zusammenhängenden Folge von Grünräumen zwischen dem Invalidenpark und dem Südpankepark im Norden zu gestalten. Während eine steinerne Uferkante auf der westlichen Südpankeseite zum Sitzen einlädt, entstanden auf der anderen, natürlich bepflanzten Uferseite sonnenreiche Spiel- und Liegewiesen sowie eigens angelegte Habitate für Insekten. Die an das Grundstück des Bundesnachrichtendienstes grenzenden Böschungen und Wiesenflächen bieten zudem einen Lebensraum für Wildbienen.

Mit der Offenlegung der Südpanke werden somit auch Klimaresilienz und Biodiversität gestärkt: Der neu entstandene Wasserabschnitt kühlt zukünftig das Mikroklima in der dicht bebauten Mitte und dient darüber hinaus Pflanzen und Tieren als Rückzugsort. Für die Anwohner*innen und die Mitarbeiter*innen benachbarter Unternehmen bieten die neuen Grünflächen einen Rückzugs- und Erholungsraum, der den Bezirk noch lebenswerter macht. Klima- und Artenschutz gehen so Hand in Hand mit mehr Lebensqualität und verbesserter Mobilität für die Menschen.

Von 2010 bis 2012 wurde mit der Umsetzung in einem ersten Bauabschnitt begonnen. Da die Baumaßnahme des Grünzugs Südpanke im unmittelbaren zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit dem angrenzenden Neubau des Hauptsitzes des Bundesnachrichtendienstes BND stand, konnte die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts erst nach der Fertigstellung der BND-Zentrale erfolgen. Dieser Baubeginn war im Sommer 2018, der gesamte Grünzug an der Südpanke wurde im Mai 2021 fertiggestellt.

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