Fragen & Antworten zu den Bauarbeiten am Platz der Luftbrücke

1. Projektziele und Nachhaltigkeit

Was ist das Ziel der Umgestaltung des Platzes der Luftbrücke?

Der Platz der Luftbrücke ist ein stark genutzter Verkehrsknotenpunkt und geschichtsträchtiger Ort. Ziel der Umgestaltung ist ein nachhaltiger Freiraum mit Vorzeigecharakter – gestaltet für und mit den Berliner*innen. Die Maßnahmen fördern Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und umweltfreundliche Mobilität und sollen die Lebensqualität im Quartier erhöhen.

Welche Teilbereiche werden in der Neugestaltung des Platzes der Luftbrücke berücksichtigt?

Das Gesamtkonzept Platz der Luftbrücke beinhaltet derzeit die folgenden drei Teilbereiche: Piazza, Quartiersplatz, Manfred-von-Richthofen-Straße und Kaiserkorso zählen zu den westlich des Tempelhofer Damms gelegenen Teilbereichen und nennen sich zusammen Teilbereich 1.

Das Gartendenkmal mit dem Luftbrückendenkmal ist Teilbereich 2 und der Ehrenhof des Flughafens Tempelhof Teilbereich 3.

Welche Rolle spielt Entsiegelung und Begrünung?

Die Umwandlung von Verkehrs- und versiegelten Flächen in grüne Aufenthaltsräume ist zentraler Bestandteil des Projekts. Damit wird ein Beitrag zur Klimaanpassung, zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Förderung der Biodiversität geleistet.

Wie wird Nachhaltigkeit bzgl. Materialwahl in die Planung integriert?

Die Nachhaltigkeit der Materialien ist eines der übergeordneten Projektziele. So wird zum Beispiel grundsätzlich europäischer Naturstein verwendet. Im Rahmen des Projektes wird zudem, wo immer möglich, bestehendes Material gesichert, eingelagert und wieder eingebaut. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern ist zudem kosteneffizient und minimiert im Sinne der Anwohneden den Baustellenverkehr.

Wie hoch sind die Kosten und was ist der Zeitplan?

Die Bauarbeiten für die Umgestaltung der westlich des Tempelhofer Damms gelegenen Teilbereiche Manfred von Richthofen-Straße, Quartiersplatz und Piazza werden vrsl. Anfang 2026 starten.

Sie werden abschnittsweise fertiggestellt und idealerweise Schritt für Schritt wieder in Betrieb genommen.

Die Gesamtfertigstellung ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Umgestaltung der westlichen Teilbereiche in Höhe von 6,2 Millionen € setzen sich aus 80 % durch BENE 2 - Mitteln (rund 5 Millionen €) und 20 % Landesmittel (rund 1.2 Millionen €) zusammen.

Warum hat sich das Projekt verzögert?

Aufgrund von räumlichen, baulogistischen und zeitlichen Abhängigkeiten zum Stadtprojekt Tempelhofer Damm werden die Bauarbeiten für die Umgestaltung der westlichen Teilbereiche am Platz der Luftbrücke frühestens Anfang 2026 starten. Um die Einschränkungen für Anwohnende und Anliegende so gering wie möglich zu halten, ist es Grün Berlin ein Anliegen, die Bau- und Terminpläne räumlich verbundener Projekte mit den entsprechenden Verantwortlichen gemeinsam zu koordinieren und abzustimmen.

2. Wasser und Regenwassermanagement

Wie funktioniert das Regenwassermanagement?

Ein Mulden-Rigolen-System sorgt für die Versickerung und Speicherung von Regenwasser. Es unterstützt die Grundwasserneubildung, entlastet die Kanalisation und kühlt das Mikroklima durch Verdunstung.

 

Was passiert bei Starkregen?

Die Platzflächen sind so gestaltet, dass sie Wasser aufnehmen und temporär speichern können, bevor sie es nach und nach an den Boden abgeben. Der Brunnen auf der Piazza dient als Rückhalteelement und wird mit aufbereitetem Regenwasser betrieben.

Wurden Fachleute einbezogen?

Ja, hydrologische Fachbüros, die Berliner Wasserbetriebe und die zuständige Wasserbehörde waren in die Planung eingebunden.

Wie wird Faulschlamm und Gestank vermieden?

Faulschlamm und Gestank werden durch gezielte Regenwasserführung in begrünte Flächen und Versickerungsanlagen vermieden. Diese sorgen für natürliche Verdunstung und Versickerung, wodurch stehendes Wasser und Fäulnisprozesse verhindert werden. Sollte es dennoch vereinzelt zu Ablagerungen kommen, übernehmen die Berliner Wasserbetriebe (BWB) die Reinigung – ein fester Bestandteil ihrer Wartungsroutine.

Warum Rigolen statt Gittersteine?

Rigolen bieten eine höhere Rückhaltekapazität, fördern Biodiversität und verbessern das Mikroklima. Gittersteine sind im direkten Vergleich weniger leistungsfähig. Die Kombination aus bepflanztem Tiefbeet und darunterliegender Kiesrigole kann größere Regenmengen aufnehmen, zwischenspeichern und verzögert abgeben – ein entscheidender Vorteil bei Starkregen. Zudem verbessern bepflanzte Rigolen das Mikroklima und die Biodiversität vor Ort und sorgt darüber hinaus für eine höhere Aufenthaltsqualität.

 

3. Bäume, Grünflächen und Tierlebensräume

Wie wird der Naturschutz in die Planung integriert?

Planungs- und Bauprozess werden von Ökolog*innen begleitet, welche die Themen der Flora und Fauna begutachten und Handlungsempfehlungen geben.

Welche Bäume werden gefällt und warum?

Nur unvermeidbare Entnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den Fachbehörden des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Das betrifft neun geschädigte Bäume, um das geplante Regenwassermanagement umzusetzen, Lieferzonen für die Gewerbetreibenden einzurichten und breitere Gehwege zu schaffen. Es werden 23 neue klimaangepasste Bäume gepflanzt. Dabei werden die Baumarten u.a. nach einer höheren Toleranz gegenüber den Klimaveränderungen ausgewählt.

Wie wird der Erhalt der Vegetation während der Bauphase gesichert?

Der Schutz bestehender Bäume und Sträucher hat bei den Umbaumaßnahmen hohe Priorität.

Nur dort, wo es baulich oder aus Sicherheitsgründen unvermeidbar ist – etwa für das Regenwassermanagement oder breitere Gehwege – müssen einzelne Bäume entnommen werden. Diese Maßnahmen wurden sorgfältig auf Unvermeidbarkeit geprüft und mit den zuständigen Fachbehörden abgestimmt. Als Ausgleich werden im Gebiet 23 neue Bäume gepflanzt und zusätzliche Pflanzflächen angelegt, um die ökologische Qualität langfristig zu sichern und zu verbessern.

Darüber hinaus wird es eine ökologische Baubegleitung geben, um den Schutz der vorhandenen Vegetation im Zuge der Bauarbeiten zu gewährleisten und die weitere positive Entwicklung von Flora und Fauna sicher zu stellen.

Was passiert mit den Lebensräumen der Tiere?

Bestehende Lebensräume werden, wo immer möglich und ökologisch sinnvoll, geschützt und zusätzlich neue geschaffen. Die neuen Pflanzflächen dienen sowohl als Rückzugsorte als auch als Nahrungsquellen.

Wieso muss der Grünstreifen auf der Manfred-von-Richthofen-Str. zurückgebaut werden?

Der Grünstreifen an der Einmündung zur Manfred-von-Richthofen-Straße wird im Rahmen der Umgestaltung zurückgebaut, unter anderem um die Verkehrssicherheit an dieser stark frequentierten Kreuzung deutlich zu verbessern und die Umleitungsverkehre bei Stau auf dem Tempelhofer Damm künftig deutlich zu reduzieren. Die bisherige Bepflanzung – insbesondere hoch wachsende Sträucher – schränkt die Sichtbeziehungen zwischen den Verkehrsteilnehmenden ein und stellt damit ein Sicherheitsrisiko dar, vor allem für querende Fußgänger.

Eine Erhaltung der bestehenden Mittelinsel ist aufgrund der grundlegenden Neuordnung des Verkehrsraums und dem im Zusammenhang mit der geplanten Regenwasserbewirtschaftung erforderlichem Kanalbau leider nicht möglich. Für die sich dort aufhaltenden Haussperlinge wurden jedoch geeignete alternative Gehölzstrukturen im direkten Umfeld identifiziert – unter anderem im Gartendenkmal am Platz der Luftbrücke, weniger als 100 Meter entfernt. Diese bieten vergleichbare Gehölzstrukturen, sodass der Erhalt der lokalen Spatzenpopulation weiterhin gesichert ist. Im Zuge der Genehmigungsprozesses wurden Ökologen und Ornithologen einbezogen. Eine Brutstätte von der Haussperlingen konnte in diesem Zusammenhang auf der Mittelinsel nicht festgestellt werden

Gibt es Ersatzpflanzungen?

Ja, es werden 23 neue Bäume und zusätzliche Pflanzflächen angelegt.

Wie trägt das Projekt zur Biodiversität bei?

Durch neue Vegetationsflächen, klimaangepasste Bepflanzung und ökologische Begleitung wird die Artenvielfalt gefördert.

 

4. Aufenthaltsqualität und Nutzung

Wer soll sich auf den umgebauten Plätzen zukünftig aufhalten und wozu?

Ziel der Maßnahme ist es, Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und umweltfreundliche Mobilität zu fördern und das Bedürfnis der Menschen aller Altersklassen nach Quartieren mit hoher Lebensqualität zu erfüllen.

Der Quartiersplatz wird künftig von Sträuchern eingefasst sein, sodass ein ruhiges Inneres mit Aufenthaltsqualität entsteht: Ein kleiner Kiezplatz für die Anwohnerinnen des Quartiers. Ein ruhiger, geborgener und grüner Raum inmitten der Großstadt mit Angeboten zum Sitzen und Verweilen. Der grüne Rahmen aus Sträuchern bietet nicht nur eine geborgene Atmosphäre für die Nutzer*innen, sondern ist auch in ökologischer Hinsicht ein Zugewinn.

Die Piazza, zuvor Parkplatz und Taxistand, gestaltet sich in Zukunft als offener, städtischer Platz. Mit für Berlin üblichen Materialien wie Mosaik- und Kleinpflaster fügt sich der Platz in das Stadtbild ein. An den Platz, wo einst zwei runde Beete den Schnittpunkt zwischen der Stadt Berlin und Tempelhof zeigten, rückt nun ein Brunnen, der die Mitte des neuen Platzes einnimmt und zum Treffpunkt und Anziehungspunkt für alle Generationen wird und gleichzeitig ein Element des neuen dezentralen Regenwassermanagements ist. Locker platzierte Bäume spenden künftig Schatten auf dem geschäftigen und durch die U-Bahnnutzer*innen stark frequentierten Platz.

Zudem werden die Luftbelastungen infolge der Umwandlung von Parkplätzen in Freiflächen, der Anpassung des Straßenquerschnitts, der attraktiver für die nicht-motorisierte Nutzung ist, und der Erhöhung des Grünanteils absorbiert und reduziert.

Ist die Pflege und Wartung langfristig gesichert?

Das Pflegekonzept wird bereits parallel zur Planung mitgedacht und mit Fertigstellung und Inbetriebnahme der Flächen vorliegen. Die Pflege wird durch das Bezirksamt bzw. die Berliner Wasserbetriebe erfolgen.

Wie soll der Missbrauch der Plätze durch problematisches Verhalten begrenzt werden?

Grün Berlin ist für die Gestaltung der drei Teilbereiche zuständig. Die Verantwortung für Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum liegt beim zuständigen Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Maßnahmen zur Kontrolle und Pflege – etwa durch den Ordnungsdienst, Sozialarbeit oder regelmäßige Reinigung – werden im Betriebskonzept nach Fertigstellung der Flächen geregelt.

Gestaltung allein kann solche Herausforderungen nicht vollständig lösen, aber sie kann dazu beitragen, Missbrauch zu erschweren und die Aufenthaltsqualität für alle Nutzenden zu verbessern. Gut gestaltete, gepflegte und belebte öffentliche Räume werden erfahrungsgemäß seltener missbräuchlich genutzt. Die Umgestaltung zielt daher auch darauf ab, durch bessere Aufenthaltsqualität, Beleuchtung und Nutzungsvielfalt soziale Kontrolle zu stärken und problematisches Verhalten zu reduzieren.

Zur Erhöhung der Sicherheit wird eine Beleuchtung des Platzinneren vorgesehen.

Wie wird die Einhaltung der Ruhezeiten auf dem Quartiersplatz zum Schutz der Anwohner*innen sichergestellt?

Eine derartige Anordnung kann nur durch das Bezirksamt erfolgen und ist kein Bestandteil der Planung. Jedoch ist Ziel der Planung, durch die Neuaufteilung des Straßenquerschnittes eine Verkehrsberuhigung des motorisierten Verkehrs zu erreichen.

Warum wird die Piazza trotz Nähe zum Luftbrückendenkmal gestaltet?

Ein wichtiges Ziel des Projektes ist es, die Lebensqualität der Anwohnenden nachhaltig zu erhöhen. Dies wurde sich auch in der Partizipation wiederholt von einer Vielzahl der Anwohnenden gewünscht. Mit der Neuordnung des Straßenquerschnittes und der Nebenflächen wird die Piazza mehr Abstand zum motorisierten Verkehr haben. Außerdem wird sie durch Baumpflanzungen zur Straße hin abgegrenzt. Zusätzlich bildet der Brunnen eine akustische Gegenwirkung.

Ist der Quartiersplatz für Skateboarding gedacht?

Nein. Der Quartiersplatz ist nicht als Fläche für Skateboarding vorgesehen. Ziel der Gestaltung ist ein ruhiger, barrierearmer Treffpunkt und Erholungsort für das gesamte Quartier – mit Sitzgelegenheiten, Begrünung und Aufenthaltsqualität für alle Altersgruppen. Die Nutzung soll ruhig, gemeinschaftlich und inklusiv sein.

Warum gibt es auf dem Quartiersplatz keinen Spielplatz?

Spielgeräte beschränken die Nutzung auf eine bestimmte Gruppe. Die Fläche soll durch eine möglichst breite Gruppe genutzt werden können, deswegen wird ein in seiner beabsichtigten Nutzung nicht näher definierter Freiraum mit wassergebundener Wegedecke geschaffen, der sich dann durch die Bürger*innen spielerisch angeeignet werden kann.

Warum wird die Toilettenanlage auf der Piazza verlegt?

Der aktuelle Standort der City-Toiletten wird zur besseren Integration in die Planung und Neuordnung unterirdischer Medien und Anlagen um wenige Meter verschoben.

Was passiert mit dem Imbiss auf der „Piazza“ an der Bushaltestelle?

Die Bushaltestelle wird im Zuge des Umbaus des Einmündungsbereichs und zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ein paar Meter entfernt in die Manfred-von-Richthofen-Straße verlegt und befindet sich dann vor einem Wohngebäude. Die Verlegung des Imbiss an diesen Ort ist nicht möglich. In Abstimmung mit der BVG-Tochter URBANIS, die für die Vermietung des Imbissgebäudes zuständig ist, wird der Imbiss zurückgebaut.

5. Verkehr und Mobilität

Mit welchen Einschränkungen müssen die Anwohner*innen während der Bauphase rechnen?

Uns ist bewusst, dass die anstehenden Baumaßnahmen zu Einschränkungen für die Anwohner*innen führen können. Unser Ziel ist es, diese so weit wie möglich zu minimieren und mit dem Zuspruch der Anwohner*innen, den Platz der Luftbrücke zu einem nachhaltigen und lebenswerten Freiraum umzugestalten.

Mit der Umgestaltung des Areals werden die Teilräume des Platzes der Luftbrücke zusammengeführt und im Sinne einer modernen Stadtentwicklung neu realisiert. Die Baumaßnahmen finden in Teilabschnitten statt. Das heißt, es werden immer nur einzelne Gebiete im notwendigen Rahmen gesperrt.

Wie wird der Verkehr während der Bauphase geführt? Sind alle Grundstücke und Geschäfte erreichbar?

Die bauzeitliche Verkehrsführung wird gesamthaft mit allen Beteiligten betrachtet und abgestimmt, um die Einschränkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner und Gewerbetreibenden so gering wie möglich zu halten. Jedoch kann es zu Einschränkungen kommen. Geschäfte und Grundstücke sind während der gesamten Baumaßnahme erreichbar. Zeitweise wird es zu Einschränkungen kommen, über die wir die Anrainer*innen rechtzeitig vorab informieren.

Wie wird der Verkehr in der Manfred-von Richthofen-Straße reduziert?

Der Straßenquerschnitt der MvR-Straße wird reduziert und die neuen Bushaltestellen fungieren zusammen mit der Mittelinsel als verkehrsberuhigende Maßnahme, weil der motorisierte Verkehr sich hinter den haltenden Bussen einordnen muss. Außerdem erzeugen zusätzliche Querungsmöglichkeiten eine verkehrsberuhigende Wirkung.

Wie können die Interessen von Fußgänger*innen/Radfahrer*innen und andererseits Auto-/Lieferverkehr miteinander vereinbart werden?

Die verkehrsplanerischen Umsetzungsmaßnahmen im Projektgebiet fußen auf dem Berliner Mobilitätsgesetz und sehen damit eine Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmenden des Umweltverbundes vor. Für die Manfred-von-Richthofen-Straße ist zusätzlich eine Aufwertung der Geschäftsstraße Planungsziel, die u.a. durch eine Integration von Ladezonen und Kurzzeitparkzonen, auch im unmittelbar angrenzenden Umfeld in ihrem Bestand gestärkt wird. Den Fußgänger*innen steht mehr Raum auf den künftig breiteren Gehwegen zur Verfügung, für Radfahrende sind beidseits Schutzstreifen im Fahrbahnbereich vorgesehen.

Sind die Wege für Rettungswagen und Polizei gesichert?

Eine Trasse für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge wird ständig freigehalten, so dass den Rettungskräften während der gesamten Bauzeit Zugang und Zufahrt gewährleistet wird.

Warum wird der Taxihalteplatz in die Dudenstraße verlegt?

Die Piazza, zuvor Parkplatz und Taxistand, wird künftig als offener, städtischer Platz gestaltet. Der Taxistand liegt zukünftig im Norden der Piazza direkt an der Dudenstraße. Bereits im Zuge des Gestaltungswettbewerbs 2017/2018 wurde gemeinsam mit der Taxi-Innung und nach Prüfung mehrerer Varianten die Verlegung in die Dudenstraße bevorzugt.

Warum endet der geplante Radweg Richtung Süden nach ca. 300 m und führt auf eine Fahrbahnzunge?

Die Umsetzung von Radwegen erfolgt in der Regel abschnittsweise. Der aktuelle Planungsauftrag endet an der genannten Stelle, sodass eine Weiterführung über den Knotenpunkt hinaus nicht Teil dieses Projekts ist.

Wird es Ladezonen für LkWs geben und wie werden diese ausgelegt sein?

Die Vorplanungen haben insgesamt drei Ladezonen, ausgelegt für Transporter, entlang der Manfred von Richthofen Str. vorgesehen. Als Ergebnis der Gewerbetreibenden-Befragung im Februar 2022 werden 3 zusätzliche Ladezonen (davon eine an der Piazza, eine am Schulenburgring, eine am Tempelhofer Damm) eingerichtet, alle Ladezonen sind ausgelegt für LKWs bis 7,5 Tonnen.

Warum greifen die Ladezonen in den Radweg ein?

Die Gestaltung muss auf engem Raum viele Anforderungen vereinen: Lieferverkehr, Radfahrende, Fußgänger*innen und weitere Nutzer*innengruppen. Die Ladezonen wurden gemeinsam mit dem Fachbereich Straßen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg geprüft und so positioniert, dass sie möglichst effizient funktionieren, ohne den Verkehrsfluss dauerhaft zu beeinträchtigen. Gegenseitige Rücksichtnahme und Einhaltung der Verkehrsregeln sind für die sichere Nutzung entscheidend.

Warum sollen Parkplätze wegfallen? Wo werden die Anwohner*innen und Kund*innen parken? Wie viele Parkplätze entfallen bei dieser Planung?

Die Fläche im Projektgebiet ist begrenzt und muss viele konkurrierende Nutzungen aufnehmen: Lieferverkehr, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Begrünung, Regenwassermanagement und Aufenthaltsqualität. Es entstehen bis zu 70 Kurzzeitparkplätze auf dem Mittelstreifen der Manfred-von-Richthofen-Straße. Zusätzlich stehen die Lieferzonen abends und nachts als Parkplätze zur Verfügung.

Wie viele Behindertenparkplätze wird es geben?

Vorgesehen ist eine Zone am Quartiersplatz mit 2 Behindertenparkplätzen

Sind Fahrradstellplätze geplant?

Ja. Am Platz der Luftbrücke werden zusätzliche Fahrradabstellanlagen geschaffen. Der Hinweis, dass Stellplätze für Lastenräder benötigt werden, wurde in die Planung aufgenommen.

Welchen Sinn macht eine Straßenverengung und Gehwegverbreiterung?

Die Maßnahmen sollen den Straßenraum sicherer, ruhiger und lebenswerter machen – im Sinne des Berliner Mobilitätsgesetzes. Die Verengung reduziert Ausweichverkehr vom Tempelhofer Damm, die Gehwegverbreiterung schafft mehr Raum für Fußgänger*innen, insbesondere dort, wo Außenbestuhlung den bisherigen Gehweg stark einengt. Weniger Fahrspuren bedeuten weniger Lärm und Unfallrisiken.

Ist der Querschnitt der Manfred-von Richthofen-Str. für Fußgänger, Rollatorennutzer  Fußgänger mit Kindern zu breit? Wie sicher fühlt man sich beim Queren des Straßenquerschnitts wenn man nicht so schnell ist? Wäre nicht ein Mittelstreifen sinnvoll?

Es sind drei sichere Querungsmöglichkeiten eingeplant. Eine Ampelquerung, eine Querung mit Mittelinsel und eine Querung mit Fußgängerüberweg. Außerdem schließt südlich nach der Kreuzung Schulenburgring der nächste Fußgängerüberweg an.

6. Infrastruktur und Umbau

 

Welche Rohre werden neu verlegt und wofür? Werden Rohre zum Flughafenvorplatz gelegt?

Der vorhandene Leitungsbestand wird im Zuge der Baumaßnahme neu geordnet und optimiert, um unterirdisch mehr Raum für das dezentrale Regenwassermanagement und Baumquartiere zu schaffen. Eine Verlegung von Leitungen zum Flughafenvorplatz (Ehrenhof) ist dabei nicht erforderlich.

Welche Rohre/Leitungen werden erneuert und durch wen?

Im Zuge der Planung wurden in einem aufwändigen Prozess alle Medienträger in das Projekt eingebunden und Umbaubedarfe definiert. Diese sind in die Planung eingeflossen und werden in die Bauphase integriert, um die Einschränkungen für Anwohnende, Gewerbetreibende und Anliegende so gering wie nötig zu halten.

Dabei wird jeder Medienträger und Anlagenverantwortliche seine eigenen Leitungsbestände und Anlagen in Eigenverantwortung umbauen. In Vorbereitung der Bauphase wurden Synergien gefunden und Schnittstellen reduziert.

Grün Berlin hat gemeinsam mit den Planer*innen der Berliner Wasserbetriebe, den Berliner Verkehrsbetrieben, Berliner Energie und Wärme sowie weiteren Medienträgern intensiv die zeitlichen und baulogistischen Abhängigkeiten zum Stadtprojekt Tempelhofer Damm sowie zu weiteren verbundenen Projekten koordiniert – mit dem Ziel: keine unnötige Doppelbelastung für Anwohnende, Gewerbetreibende und Anliegende.

 

7. Wünsche aus der Bevölkerung

Blumen

Sowohl in den neuen Tiefbeeten entlang der Manfred-von-Richthofen-Straße als auch auf dem neuen Quartiersplatz wird es zukünftig blühende Sträucher und mehrjährige Stauden geben. Darüber hinaus werden die denkmalgeschützten Tupfenbeete an der Kreuzung zum Tempelhofer Damm in Abstimmung mit dem Denkmalschutz neu mit Blütenstauden bepflanzt.

Trinkwasserbrunnen

Nach Prüfung durch die zuständigen Senatsverwaltungen und die Berliner Wasserbetriebe stehen aufgrund der Haushaltslage aktuell keine Mittel zur Finanzierung eines neuen Trinkwasserbrunnens zur Verfügung.

Kostenlose Toilette

Aufgrund wiederholter Einbrüche und Vandalismus ist die kostenfreie Nutzung öffentlicher Toiletten im Land Berlin nicht mehr flächendeckend möglich. Die Nutzung der meisten Toilettenanlagen ist daher bargeldlos und kostenpflichtig – der Preis beträgt 50 Cent pro Besuch. Menschen mit Behinderung können alle öffentlichen Toilettenanlagen kostenlos mit dem Euroschlüssel nutzen.

Essbare Pflanzen / „Essbare Stadt“

Die Auswahl der Pflanzen am Platz der Luftbrücke erfolgte vor dem Hintergrund vielfältiger Anforderungen (z. B. Klimaanpassung, Toleranz gegenüber temporärer Überschwemmung, Pflegeaufwand) und in enger Abstimmung mit den Fachbehörden. Essbare Pflanzen wurden nicht prioritär berücksichtigt.

Grünpflegepatenschaften durch Anwohner*innen

Über Grünpflegepatenschaften für Straßenbäume und Grünflächen entscheidet das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, da es sich dabei um Bäume und Flächen im Eigentum des Bezirks handelt.

Begrünte Fassaden

Fassadenbegrünungen können grundsätzlich einen positiven Beitrag zum Stadtklima leisten. Bei den im Projektgebiet stehenden Gebäuden handelt es sich jedoch um Privateigentum, bei denen das Land Berlin keine baulichen Maßnahmen wie eine Begrünung anordnen kann. Zudem stehen einige der Gebäude unter Denkmalschutz, was zusätzliche Anforderungen bzw. Einschränkungen mit sich bringt. Ob und in welchem Umfang eine Begrünung umgesetzt wird, liegt daher im Ermessen der jeweiligen Eigentümer*innen bzw. des Denkmalschutzes.

Verschließbare Fahrradboxen

Da der Platz im Planungsgebiet sehr begrenzt ist und viele unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden müssen – wie sichere Wege für Fußgänger*innen und Radfahrende, Aufenthaltsbereiche, Grünflächen, gute Sichtverhältnisse für den Straßenverkehr sowie Lieferzonen und Behindertenparkplätze – ist kein geeigneter Ort für Fahrradboxen verfügbar.

 

8. Partizipation

Inwieweit wurden die Bürger*innen an den Planungen beteiligt?

Eine umfangreiche Bürgerbeteiligung hat seit 2017 in mehreren Phasen stattgefunden. Alle Veranstaltungen waren öffentlich. In der Beteiligung wurden viele unterschiedliche, sich teils widersprechende Vorstellungen und Interessen eingebracht. Aufgabe der Planer*innen war es, die unterschiedlichen Vorstellungen zu harmonisieren und dabei auch finanzielle und rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Mehr Information rund um die Beteiligung der Bürger*innen bei diesem Projekt gibt es hier: Grün Berlin - Bürger*innenbeteiligung am Platz der Luftbrücke.

Sind die Ergebnisse aus der Umfrage der Gewerbeansässigen in die Planungen mit eingeflossen?

Ja, die Umfrageergebnisse sind bereits eingeflossen. Es werden drei zusätzliche Liefer- und Kurzzeitparkzonen eingerichtet, die für die Befahrung kleiner LKWs umgestaltet wurden. Grundsätzlich war hier auch die Herausforderung, ein längerfristiges Konzept zu finden, da die Umfrageergebnisse lediglich den aktuellen Bedarf abbilden können.