Luftsicht auf den Platz der Luftbrücke mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof
© Thomas Rosenthal
Platz der Luftbrücke

Planung & Entwicklung

In den kommenden Jahren wird das Quartier rund um den Platz der Luftbrücke für und mit den Anwohnenden und der interessierten Öffentlichkeit in einen klimaangepassten und lebenswerten Stadtraum umgestaltet. 
Die Grundlage für die Neugestaltung wurde im Rahmen eines 2018 durchgeführten landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerbs gelegt. Im gesamten Prozess, vom Wettbewerb bis zum Abschluss der Planungen, konnten sich die Anwohner*innen und Bürger*innen an der Entwicklung beteiligen.

Die Planungen für den neuen Platz der Luftbrücke

Auf Basis der im Wettbewerb 2018 eingereichten Arbeiten hat das Büro Bruun & Möllers die Vorplanungen entwickelt, die Ende 2020 der Öffentlichkeit im Rahmen des Beteiligungsprozesses    vorgestellt und zur Diskussion gestellt wurden. In einem ersten Schritt werden nun die Teilbereiche westlich des Tempelhofer Damms umgesetzt.
Nach umfangreicher Vorbereitung und der engen Koordination räumlich angrenzender Bauvorhaben auf dem Tempelhofer Damm werden die Bauarbeiten für die Umgestaltung der westlichen Teilbereiche am Platz der Luftbrücke voraussichtlich Ende 2025 beginnen.

Manfred-von-Richthofen-Straße

Im Abschnitt vom Tempelhofer Damm bis zum Schulenburgring erhält die Manfred-von-Richthofen-Straße ein neues Gesicht, welches einer zukunftsgerichteten Stadt gerecht wird. Planungsziel ist die Aufwertung der Geschäftsstraße. Sie wird deutlich verschmälert und zugunsten breiterer Nebenflächen und neuer Fahrradschutzstreifen umgestaltet. Über eine neue Mittelinsel wird das fußläufige Queren zwischen Piazza, Quartiersplatz und den angrenzenden Bebauungen erleichtert und für Verkehrsberuhigung gesorgt. Eine 6,50 Meter breite Fahrbahn ermöglicht dennoch einen durchgängigen Begegnungsverkehr von Bus- und Lastverkehr, ohne den Fahrradschutzstreifen überfahren zu müssen. Ladeverkehr findet auf den ausgewiesenen Ladebuchten statt.
Die großen Platanen, die den Straßenraum vorwiegend prägen, werden in einen neuen Grünstreifen integriert, der für Aufenthaltsqualität und Aufwertung in den belebten Nebenflächen sorgt und so das Quartier lebenswerter macht. Die neuen Grünstreifen werden als sogenannte Tiefbeete angelegt, welche zur Entwässerung dienen. Das Regenwasser der Straßennebenflächen wird darin aufgenommen, gefiltert, zwischengespeichert und vor Ort versickert. Durch die gezielte Speicherung und Versickerung werden die Wasserbilanz Berlins verbessert und durch den Klimawandel bedingte Folgekosten reduziert.

Piazza

Die neue Piazza, zuvor Parkplatz und Taxistand, gestaltet sich in Zukunft als offener, städtischer Platz. Mit für Berlin üblichen Materialien wie Mosaik- und Kleinpflaster und Gehbahnen aus Betonplatten fügt sich der Platz in das moderne Stadtbild ein. Ein Brunnen nimmt das Herzstück des neuen Platzes ein und wird zum Treffpunkt und Anziehungspunkt und dient zugleich dem Überflutungsschutz bei Starkregenereignissen. Bäume spenden Schatten auf dem geschäftigen und durch die U-Bahnnutzer*innen stark frequentierten Platz.
Das Regenwassermanagement nimmt, wie auch in den anderen Teilbereichen des Projekts, eine besondere Rolle ein. Der Brunnen wird, soweit verfügbar, mit vor Ort gesammeltem und aufbereitetem Regenwasser betrieben, was nicht zuletzt Kosten in der Bewirtschaftung spart und zur Kühlung der Quartiere beiträgt. Der leicht zur Mitte vertiefte Platz kann Wassermassen temporär oberflächlich zurückzuhalten. So kann sich das Wasser bei Starkregen anstauen und nach und nach gedrosselt abfließen.

Quartiersplatz

Vis-à-vis der Piazza befindet sich künftig der Quartiersplatz. Dieser ist heute Parkplatz mit ein paar wenigen Bäumen in teilweise schlechtem Vitalitätszustand. Erhaltenswerte Bäume wurden selbstverständlich in die Planung integriert. Die Gestaltung sieht einen grünen Rahmen aus Sträuchern vor, welcher ein ruhiges Inneres erzeugt: Ein kleiner Kiezplatz für die Anwohner*innen des Quartiers. Ein ruhiger, geborgener und grüner Raum inmitten der Großstadt. Mit Angeboten zum Sitzen und Verweilen und ein Ort, der generationsübergreifend genutzt werden kann und soll. Der grüne Rahmen aus Sträuchern bietet nicht nur eine geschützte Atmosphäre für die Nutzer*innen, sondern ist auch in ökologischer Hinsicht ein Zugewinn. Die Pflanzfläche haben darüber hinaus jedoch auch eine Funktion im Regenwassermanagement und werden als Mulden ausgebildet, um das Oberflächenwasser am Ort zu versickern. Stadtnatur und ein nachhaltiger Wasserhaushalt werden somit gefördert.

Gartendenkmal

Das Gartendenkmal mit dem ausdrucksstarken Luftbrückendenkmal, heute versteckt hinter hoher, dichter Vegetation, öffnet sich zukünftig zum umgebenden Stadtraum. Der vorhandene Höhenunterschied zwischen Straßen- und Grünraum wird genutzt, um einen Balkon auszubilden, der den Blick in Richtung Ehrenhof und Luftbrückendenkmal und somit eine neue Perspektive auf den Stadtraum ermöglicht. Mit diesem neuen Element werden die Grünfläche und das Luftbrückendenkmal durch eine Rampe und einen neuen Weg erstmalig auch barrierearm zugänglich. Der neue Weg schließt die vorhandene Lücke zum Rundweg, gibt der zentralen Rasenfläche eine Form und ermöglicht neue Ausblicke auf das Denkmal. Entlang der Wege platzierte Leuchten sorgen auch bei Nacht für mehr Sicherheit.

Ehrenhof

Der repräsentative Vorplatz des ehemaligen Flughafen Tempelhof steht wie das ganze städtebauliche Ensemble des Flughafens unter Denkmalschutz. Eine Umgestaltung bzw. Sanierung und Weiterentwicklung des Ehrenhofs steht vor der Herausforderung, dem historischen Stellenwert des Ortes zu entsprechen, aber auch gleichzeitig zeitgemäße und zukünftige Nutzungen im Flughafengebäude zu berücksichtigen und zu fördern. Die Leitidee, den Platz in seiner ursprünglichen Gestaltung mit Rasterfeldern aus dunkler Basaltlava und hellem Granit zu rekonstruieren und diesen durch das neue Element Wasser zu aktivieren, schafft es, die historische Relevanz des Ortes mit einer klimaangepassten Neuausrichtung für eine moderne Stadt zu verbinden. Die Mitte des Platzes wird mit einem Wasserspiel belegt, um die städtische Hitzebelastung zu reduzieren. Die historischen Beläge bleiben erhalten, werden aufgearbeitet und mit neuem, identischem Material ergänzt.

 

Visualisierungen vom künftigen Platz der Luftbrücke