Luftsicht auf den Platz der Luftbrücke mit dem ehemaligen Flughafen Tempelhof
© Thomas Rosenthal
Platz der Luftbrücke

Planung & Entwicklung

In den kommenden Jahren wird das Quartier rund um den Platz der Luftbrücke für und mit den Anwohnenden und der interessierten Öffentlichkeit in einen nachhaltigen und lebenswerten Stadtraum umgestaltet. Die Grundlage für die Neugestaltung wurde im Rahmen eines 2018 durchgeführten landschaftsplanerischen Ideen- und Realisierungswettbewerbs gelegt. Bis voraussichtlich 2023 sollen die Planungen finalisiert werden, um anschließend mit den Baumaßnahmen zu beginnen. Im gesamten Prozess, vom Wettbewerb bis zum Abschluss der Planungen, können sich die Anwohner*innen und Bürger*innen an der Entwicklung beteiligen.

Ein Blick in die Zukunft: Vorplanung

Auf Basis der im Wettbewerb 2018 eingereichten Arbeiten hat das Büro Bruun & Möllers die Vorplanungen entwickelt, die Ende 2020 der Öffentlichkeit im Rahmen des Beteiligungsprozesses vorgestellt und zur Diskussion gestellt wurden.

Gartendenkmal

Das Gartendenkmal mit dem ausdrucksstarken Luftbrückendenkmal, heute versteckt hinter hoher, dichter Vegetation, wird mit einer großzügigen Geste zum umgebenden Stadtraum geöffnet. Der vorhandene Höhenunterschied zwischen Straßen- und Grünraum wird genutzt, um einen Balkon auszubilden, der den Blick in Richtung Ehrenhof und Luftbrückendenkmal inszeniert und ein neues Erleben des Stadtraums ermöglicht. Mit diesem neuen Element wird auch die barrierefreie Zugänglichkeit zur Grünfläche und zum Luftbrückendenkmal ermöglicht. Über eine Rampe und einen neuen Weg ist die Erreichbarkeit der gesamten Fläche möglich. Der neue Weg schließt die vorhandenen Wege zum Rundweg, gibt der zentralen Rasenfläche eine Form und ermöglicht neue Blickbeziehungen auf das Denkmal. Entlang der Wege werden Pollerleuchten platziert, die auch bei Nacht für ein Sicherheitsgefühl sorgen und sich gestalterisch angenehm zurücknehmen.

Ehrenhof

Der repräsentative Vorplatz des ehemaligen Flughafen Tempelhof steht wie das ganze städtebauliche Ensemble des Flughafens unter Denkmalschutz. Eine Umgestaltung bzw. Sanierung des Ehrenhofs steht vor der Herausforderung, dem historischen Stellenwert des Ortes zu entsprechen, aber auch gleichzeitig zeitgemäße und zukünftige Nutzungen im Flughafengebäude zu berücksichtigen und zu fördern. Die Leitidee, den Platz in seiner ursprünglichen Gestaltung mit Rasterfeldern aus dunkler Basaltlava und hellem Granit zu rekonstruieren und diesen durch das neue Element Wasser zu aktivieren, schafft es, die Authentizität der historischen Ebene mit einer sinnfälligen programmatischen Neuorientierung zu verbinden. Die Mitte des Platzes wird mit einem Wasserspiel in Form eines Wasserfilms und Nebeldüsen belegt. Die historischen Beläge aus Granit und Basalt werden erhalten, aufgearbeitet und mit neuem, identischem Material ergänzt.

Piazza

Die Piazza, zuvor Parkplatz und Taxistand, gestaltet sich in Zukunft als offener, städtischer Platz. Mit für Berlin üblichen Materialien wie Mosaik- und Kleinpflaster und Gehbahnen aus Betonplatten fügt sich der Platz in das Stadtbild ein. An den Platz, wo einst zwei runde Beete den Schnittpunkt zwischen der Stadt Berlin und Tempelhof zeigten, rückt nun ein Brunnen, der das Herzstück des neuen Platzes einnimmt und zum Treffpunkt und Anziehungspunkt wird. Locker platzierte Bäume spenden Schatten auf dem geschäftigen und durch die U-Bahnnutzer/innen stark frequentierten Platz. Das Regenwassermanagement nimmt, wie auch in den anderen Teilbereichen des Projekts, eine besondere Rolle ein. Der Brunnen wird mit vor Ort gesammeltem und aufbereitetem Regenwasser betrieben. Der leicht zur Mitte vertiefte Platz kann Wassermassen temporär oberflächlich zurückzuhalten. So kann sich das Wasser anstauen und gedrosselt abfließen.

Quartiersplatz

Vis-à-vis der Piazza befindet sich der Quartiersplatz. Auch dieser ist heute nur Parkplatz mit ein paar wenigen Bäumen. Die Gestaltung sieht einen grünen Rahmen aus Sträuchern vor, welcher ein ruhiges Inneres erzeugt: Ein kleiner Kiezplatz für die Anwohner*innen des Quartiers. Ein ruhiger, geborgener und grüner Raum inmitten der Großstadt. Mit Angeboten zum Sitzen und Verweilen. Der grüne Strauchrahmen bietet nicht nur eine geborgene Atmosphäre für die Nutzer, sondern ist auch in ökologischer Hinsicht ein Zugewinn. Die Beete werden als Mulden ausgebildet, um das Oberflächenwasser am Ort zu versickern. Stadtnatur und ein nachhaltiger Wasserhaushalt werden somit gefördert. Lediglich an der Zufahrt zur Tiefgarage der angrenzenden Bebauung an der Ostseite ist eine Befahrung mit dem Pkw möglich. Die Zufahrt fügt sich in die Gestaltung ein und wird mit Pollern und Markierungsnägeln gekennzeichnet.

Manfred-von-Richthofen-Straße

Im Abschnitt vom Tempelhofer Damm bis zum Schulenburgring erhält die Manfred-von-Richthofen-Straße ein neues Gesicht. Sie wird deutlich verschmälert und zugunsten breiterer Nebenflächen und neuer Fahrradschutzstreifen umgestaltet. Über eine neue Mittelinsel wird das fußläufige Queren zwischen Piazza, Quartiersplatz und den angrenzenden Bebauungen erleichtert und für Verkehrsberuhigung gesorgt. Eine 6,50 Meter breite Fahrbahn ermöglicht einen durchgängigen Begegnungsverkehr von Bus- und Lastverkehr, ohne den Fahrradschutzstreifen überfahren zu müssen. Ladeverkehr findet auf den ausgewiesenen Ladebuchten statt.

Die großen Platanen, die den Straßenraum vorwiegend prägen, werden in einen neuen Grünstreifen integriert, der für Aufenthaltsqualität und Aufwertung in den belebten Nebenflächen sorgt. Die neuen Grünstreifen werden als sogenannte Tiefbeete angelegt, welche zur Entwässerung dienen. Das Regenwasser der Straßennebenflächen wird darin aufgenommen, gefiltert, gespeichert und gedrosselt an den Kanal abgegeben.

Nach der voraussichtlich im 2. Quartal 2021 abgeschlossenen Prüfung der Vorplanung beginnt darauf aufbauend die Entwurfsplanung der einzelnen Teilbereiche. Mit der Vorlage der Entwurfsplanung ist je nach räumlichen und zeitlichen Abhängigkeiten der Teilbereiche frühestens Ende 2021 zu rechnen.

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