Luftbild des Ullsteinhauses, ein markantes rotes Backsteingebäude mit Uhrenturm
© Dirk Laubner
Foto von den Grün Berlin Prokurist*innen Jörg Stohl, der einen blauen Anzug und ein Hemd trägt, sowie Peggy Kandziora, die einen schwarzen Blazer trägt.
© Grün Berlin
Strukturen im Wandel, Chancen im Blick

Arbeitgeber mit Zukunft: Wie Grün Berlin die eigenen Strukturen laufend verbessert – und wie Mitarbeitende davon profitieren.

Ein Gespräch mit Jörg Stohl, Leiter Organisation und Prozesse Grün Berlin GmbH, und Peggy Kandziora, Leiterin Finanzen und Controlling Grün Berlin GmbH und Kaufmännische Leitung GB infraVelo GmbH.

Die strategischen Ziele Innovation und Effizienz werden in den Infrastrukturprojekten und beim Betrieb der Liegenschaften von Grün Berlin auf unterschiedliche Weise verfolgt. Wie und wo finden sie sich beim Blick in die Unternehmensorganisation der Gruppe wieder?

Jörg Stohl: Wir haben schon immer das Ziel verfolgt, unsere Strukturen und Prozesse in der täglichen Arbeit effizient zu gestalten, und dabei stets auf aktuelle Herausforderungen reagiert. Auch das Jahr 2024 haben wir dafür genutzt. Beispielsweise haben wir uns übergreifende Funktionen der Unternehmensorganisation noch einmal genauer angeschaut und sie dabei vor allem ganzheitlich über alle Gesellschaften hinweg betrachtet. Das hat uns geholfen, unser Unternehmen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Peggy Kandziora: Wir haben uns eng an der Digitalisierungsstrategie orientiert, die wir seit einiger Zeit im Unternehmen ausrollen. Im Rahmen der Prozessoptimierungen finden wir so immer wieder Potenziale für unternehmensübergreifende Verbesserungen. Ein Fokus, den wir dabei setzen: Wir wollen die verschiedenen Themengebiete in
unserer Struktur besser bündeln, um sie auf diese Art konzentrierter bearbeiten zu können. Dabei entstehen Synergien, die wir unternehmens- und gesellschaftsübergreifend nutzen und von denen alle profitieren.

Wir stellen sicher, dass innerhalb der gesamten Grün Berlin Gruppe jederzeit eine fundierte Datenbasis zur Verfügung steht.

Wie kann man sich diese Fortschritte genau vorstellen?

Stohl: Ich nenne gerne ein Beispiel. Wir haben gesellschaftsübergreifende Geschäftsbereiche, die wir Shared Services nennen. Die Aufgaben und Prozesse, die dort zusammenlaufen, haben wir genauer betrachtet. Hierzu zählen die Teams Finanzen und Controlling und die Teams für digitale Infrastruktur und Datenmanagement sowie Personalmanagement, um ein paar der Bereiche zu nennen. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse haben wir zwei neue Bereiche geschaffen: Organisation und Prozesse auf der einen Seite, Finanzen und Controlling auf der anderen. Durch den neuen Fokus können wir die in den jeweiligen Bereichen verorteten Aufgaben und Themen deutlich besser bearbeiten.

Welche sind das im Fall Organisation und Prozesse?

Stohl: Es geht hier um alle internen Themen, die einen wesentlichen Einfluss auf die organisatorischen und prozessualen Abläufe sowie die digitale Infrastruktur von Grün Berlin und den Tochtergesellschaften haben. Dazu zählen unter anderem das betriebliche Strukturmanagement, das Personalmanagement, das IT-Management, das Anwendungsmanagement, das Health-Safety-Environment-Management sowie der Zentrale Service.

Wie wirkt sich die Umstellung der Verantwortlichkeiten konkret aus? Was genau bedeutet sie für das Unternehmen Grün Berlin?

Stohl: Ein gutes Beispiel, das ich hierfür nennen kann: Wir haben das Team Geoinformation und Datenmanagement, das zuvor im Liegenschaftsmanagement verortet war, in den Bereich Organisation und Prozesse geholt. So kann es übergreifend für alle Gesellschaften von Grün Berlin tätig sein – als interner Dienstleister für die gesamte Gruppe sowie als Schnittstelle zwischen dem Projektmanagement, dem Liegenschaftsmanagement und externen Dienstleistern wie Vermessungs- und Planungsbüros, Baufirmen oder Bezirksverwaltungen. Das Team nutzt dabei das Grünflächeninformationssystem (GRIS) als zentrales IT-Fachverfahren. Damit stellen wir sicher, dass unser Datenmanagement maximal effizient abläuft und innerhalb der gesamten Grün Berlin Gruppe jederzeit eine fundierte Datenbasis zur Verfügung steht. Wertvolle Informationen kommen damit immer zuverlässig und rechtzeitig ans Ziel.

Kandziora: Man kann dies auch anhand der Stabsstelle Nachhaltigkeit veranschaulichen. Zwar war für Grün Berlin Nachhaltigkeit schon immer Kern der täglichen Arbeit, programmatisch neu ist aber auch hier der ganzheitliche Ansatz, den wir im vergangenen Jahr gestärkt haben. Damit werden alle Facetten von Nachhaltigkeit miteinbezogen – von ökologischen über ökonomische bis hin zu sozialen Gesichtspunkten. Die Berichte, die wir hier erstellen, enthalten verschiedene Richtlinien, Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen. Als Teil des Bereichs Finanzen und Controlling hat die Stabsstelle schnelleren Zugriff auf die dort liegenden Inhalte, die in die Nachhaltigkeitsreportings einfließen.

Die qualitativ beste, engagierteste Arbeit wird von Mitarbeitenden erbracht, die ihre Tätigkeit als sinnstiftend betrachten und ihr Umfeld als ebenso zukunftsorientiert wie flexibel empfinden.

Wie sehen die weiteren Planungen für 2025 sowie die folgenden Jahre aus? Mit welchen Mitteln und Strategien wird bei Grün Berlin an mehr Effizienz weitergearbeitet?

Stohl: Die Digitalisierung verstehen wir weiterhin als gruppenweit wichtigen, fortlaufenden Prozess. Im Rahmen des Prozessmanagements werden wir eine stärker prozessorientierte Sichtweise im Unternehmen etablieren. Beide Themen werden uns 2025 und in der weiteren Zukunft intensiv beschäftigen.

Kandziora: Eines unserer Ziele ist es, ein modernes Arbeitsumfeld zu schaffen, das den unterschiedlichen Ansprüchen unserer Mitarbeitenden gerecht werden kann. Dabei schauen wir natürlich nicht nur auf technische Aspekte. Auch die Arbeitskultur und das Umfeld, das wir Mitarbeitenden bieten können, sind in unseren Augen wichtige Bausteine der unternehmensweiten Digitalisierung. So geht es zum Beispiel um zeitgemäße Kommunikationstools sowie flexibles Datenmanagement in der täglichen Projektarbeit. Unsere Bemühungen, Reibungsverluste immer weiter zu reduzieren, werden wir weiterführen.

Es geht beim Strukturwandel also auch darum, Grün Berlin zu einem immer attraktiveren Arbeitgeber zu machen?

Kandziora: Mitarbeitende können ihre Aufgaben engagiert erfüllen, wenn sie diese als sinnstiftend betrachten und ihr Umfeld als ebenso zukunftsorientiert wie flexibel empfinden. Daher ist eines unserer Ziele, die Beständigkeit, die wir als landeseigenes Unternehmen bieten können, mit optimal entwickelten Infrastrukturen und einer für eine große Bandbreite an Expert*innen attraktiven Arbeitsumgebung zu verbinden.

Stohl: Wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitarbeiter*innen ihre hervorragende Arbeit jederzeit effizient und fokussiert leisten können. In diesem Sinn verstehen wir Veränderung als anhaltenden, ständig optimierbaren Prozess und nicht etwa als einfaches, zeitlich begrenztes Change-Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Die Rahmenbedingungen und Anforderungen, die in einer lebendigen Stadt wie Berlin an uns als landeseigenes Unternehmen gestellt werden, verändern sich ständig. Was die Budgets betrifft, die uns zur Verfügung stehen, mussten wir besonders in letzter Zeit schnell und lösungsorientiert reagieren – und gerade die Digitalisierung hilft uns, finanzielle Ressourcen zu sparen und insgesamt immer effizienter zu werden. Diesen stetigen Wandel als Aufgabe und Chance zu begreifen, macht das Selbstverständnis von Grün Berlin aus.