Jahresbericht 2024
Editorial von Christoph Schmidt
Der öffentliche Raum bietet den größten Hebel für eine gemeinwohlorientierte Stadt. Unser Antrieb ist, diesen Hebel möglichst effizient und wirtschaftlich zu nutzen.
Der berühmte Satz „Stetig ist der Wandel“ des Philosophen Heraklit wird oft zitiert, wenn es um Veränderungen geht, die uns auffordern, uns anzupassen, weiterzudenken und weiterzugehen. Das gilt nicht nur für uns persönlich, sondern auch für eine Stadt wie Berlin und das Unternehmen Grün Berlin: Politische, strukturelle, wirtschaftliche und ökologische Rahmenbedingungen verändern sich und wir müssen uns darauf einstellen. Die Einsparerfordernisse der Stadt kommen als besondere Herausforderung noch hinzu. Entscheidend ist, wie wir den Wandel gestalten, der unser Unternehmen seit seiner Gründung begleitet und es auch in Zukunft beschäftigen wird.
Wir haben uns im Laufe der Zeit zu einer Unternehmensgruppe entwickelt, die den gesamten öffentlichen Raum in den Blick nimmt und ganzheitlich gestaltet: Neben den Grünflächen sind das die urbanen Plätze der Stadt, blaue und grüne Infrastrukturen, Sportstätten, smarte Ampel- und neue Radverkehrsanlagen, Ingenieurbauwerke und Gebäude.
Als Partner der Verwaltung und der Bezirke setzen wir uns mit unseren fast 440 Mitarbeiter*innen für eine wirtschaftlich zukunftsgerichtete, soziale und klimaangepasste Mobilität und Stadtentwicklung ein. Mit der Grün Berlin GmbH, der Grün Berlin Stiftung und unseren Tochtergesellschaften Grün Berlin Service GmbH, GB infraVelo GmbH und GB infraSignal GmbH sind wir dafür gut aufgestellt. Wir alle wissen: Der öffentliche Raum bietet den größten Hebel für eine gemeinwohlorientierte Stadt. Unser Antrieb ist, diesen Hebel möglichst effizient und wirtschaftlich zu nutzen. Im vergangenen Jahr wie auch in den Vorjahren haben wir das mit innovativen, nachhaltigen und ressourcenbewussten Maßnahmen und Strategien getan. Im vorliegenden Jahresbericht wollen wir ein Schlaglicht auf einige davon werfen.
Dazu gehören zeitgemäße Systeme zum Regenwassermanagement. Sie sind bei vielen unserer Projekte etabliert und Teil der Schwammstadt-Strategie, mit der wir historische und tourismusnahe Orte wie das Rathaus- und das Marx-Engels-Forum sowie den Gendarmenmarkt umbauen. Letzteren konnten wir im März 2025 den Berliner*innen und Tourist*innen nach nur etwas mehr als zweijähriger Bauzeit „zurückgeben“. Auch die Umbaupläne für den Platz der Luftbrücke folgen einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept, bei dem Regenwassermanagement integraler Bestandteil ist. So können Überschwemmungen bei Starkregen vermieden und negative wirtschaftliche Folgen des Klimawandels reduziert werden.
Angesichts der Vielfalt unserer Planungs- und Bauprojekte haben wir in der Vergangenheit oft festgestellt, dass die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaschutz projektbezogen umgesetzt werden müssen. Zu der Frage, wie wir das machen und welche Standards uns dabei leiten, haben wir im vergangenen Jahr einen Prozess gestartet.
In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Chancen und Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und Informationstechnologien intensiv verhandelt werden, spielt diese auch bei unseren Tätigkeiten eine zentrale Rolle. Wie datengetriebene Lösungen das wirtschaftliche Handeln fördern, demonstriert Grün Berlin beispielsweise im zukünftigen Landschaftspark der Tegeler Stadtheide, in dem mit Hilfe von Sensortechnologie, digitalem Monitoring und KI eine Datenbank befüllt und gepflegt wird.
Auch im Hauptstadtverkehr werden zunehmend digitale Technologien eingesetzt: Eine bedarfsgerechte Steuerung von Verkehrsströmen wird mit Hilfe von intelligenten Wärmebildkameras möglich, die unsere Tochtergesellschaft infraSignal an Ampeln einsetzt. Die Verbesserungen für Radfahrer*innen hat unsere Tochtergesellschaft infraVelo im Blick. Seit letztem Jahr ist das System für sicheres Fahrradparken „ParkYourBike“ nicht mehr nur über den Browser, sondern auch als App verfügbar und bietet zudem mit dem neuen Servicebot eine KI-Lösung für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Nutzer*innen.
Das Berliner Ökokonto, das wir mit unseren Projekten und Liegenschaften immer wieder befüllen, stellen wir Ihnen in diesem Jahresbericht vor, weil es auch im vergangenen Jahr dafür gesorgt hat, dass Ausgleichsmaßnahmen schnell und effizient umgesetzt werden konnten. Davon profitieren alle Berliner*innen, weil die Stadt lebenswerter wird und andere Baumaßnahmen beschleunigt werden können.
Und nicht zuletzt schauen wir auch nach innen. Denn wie bereits eingangs gesagt, ist der Wandel unser ständiger Begleiter. 2024 haben wir die unternehmensinternen Strukturen optimiert und so beispielsweise Synergien in den Shared-Service-Geschäftsbereichen geschaffen.
Der Wandel wird niemals abgeschlossen sein und ein Unternehmen wie Grün Berlin steht für Veränderung und Transformation. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft Berlin und seine Bürger*innen auf die Neuerungen und Anforderungen von morgen vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass die Stadt auch für zukünftige Generationen lebenswert bleibt.