Spreepark

Echte Gemeinschaftsarbeit

Im Spreepark sind die Berliner Bürger*innen Mitgestalter*innen des zukünftigen Kunst- und Kulturparks.

Das Eierhäuschen ist schon fertig saniert, der Schiffsanleger an der Spree betriebsbereit, und im Park haben die Arbeiten an den Freiflächen und für die Transformation der Relikte des ehemaligen Freizeitparks schon begonnen. Wenn der Spreepark am nordwestlichen Zipfel von Treptow-Köpenick in rund zwei Jahren endlich wieder zu neuem Leben erwacht und zu einem einzigartigen Ort für Freizeit, Erholung, Kunst und Kultur in Berlin wird – dann ist das nicht nur ein großes Stadtentwicklungsprojekt für alle Bürger*innen, sondern auch von und mit ihnen. Denn die Beteiligung der Bürger*innen spielte in der Konzeptentwicklung eine entscheidende Rolle, seit Grün Berlin 2016 den Auftrag zur Neugestaltung des Parks übernommen hat.

Partizipation ist für Grün Berlin bei jedem Projekt essenziell. Denn als landeseigenes und nicht gewinnorientiertes Unternehmen entwickelt, baut und betreibt Grün Berlin Infrastrukturen für alle Menschen in Berlin – und die Gäste der Stadt. Bürger*innenbeteiligung prägt im Idealfall in verschiedensten Formen die Art und Weise, wie urbane Freiräume heute konzipiert, ausgebaut, betrieben und genutzt werden. Der Spreepark ist dafür eines der besten Beispiele.

Kooperationspartner

  • Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
  • Senatsverwaltung für Kultur und Europa
  • Bezirksamt Treptow-Köpenick (Stadtentwicklungsamt und Sozialraumorientierte Planungskoordination)
  • Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
  • BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
  • zahlreiche Partner (u. a. Institutionen) aus den Bereichen Kunst, Kultur und Natur im Rahmen des Beteiligungsprozesses
  • BLN – Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e. V.
  • Bürgerinitiative Pro Plänterwald
  • LAFT – Landesverband freie darstellende Künste Berlin e. V.
  • Clubcommission e. V.
  • Kulturspreepark e. V.
  • Spuktheater Berlin
  • Spree:publik
  • Kleingartenanlage „Rathaus Treptow“
  • Initiative Offene Republik Spreepark
  • Schulen und Hochschulen zu Kunstvermittlung und Event-Programm

Feedback auf mehreren Ebenen

Der Beteiligungsprozess lässt sich in zwei Hauptphasen unterteilen. Zunächst öffnete Grün Berlin ein knapp zweijähriges Zeitfenster für den intensiven öffentlichen Meinungsaustausch. Von 2016 bis 2018 konnten Berliner*innen bei den Planungen für den neuen Spreepark mitreden. Tausende folgten der Einladung und brachten ihre Vorschläge und Ideen für die zukünftige Gestalt des Ortes ein. Unter anderem fanden mehrere große Dialogveranstaltungen und Planungswerkstätten statt. Interesse und Echo waren beeindruckend.

In dieser Phase wurden Hinweise und Anregungen von über 2.100 Bürger*innen gesammelt, deren Ideen dann – zusammen mit dem Input der Vertreter* innen diverser Interessensgruppen sowie der Politik und Verwaltung – in den Planungsentwurf einflossen. Themen, die in diesem Rahmen zur Debatte standen, betrafen die künftigen Kulturangebote im Park, die klassischen Freizeit-, Gastronomie- und Serviceangebote, das Verkehrskonzept und die Erreichbarkeit. Was soll mit den Resten des alten Vergnügungsparks geschehen? Was soll erhalten bleiben? Welchen Stellenwert soll das Riesenrad einnehmen? Welche Zielgruppen hat der Park? Und was müssen Kunst und Kultur bieten, um den zukünftigen Park zu einem besonderen Erlebnis zu machen? Themen wie diese wurden gemeinsam besprochen und mit unterschiedlichen Vorschlägen beantwortet.

Berliner*innen bestimmen den Kurs mit

Anfang 2019 startete die zweite, ebenfalls rund zweijährige Phase, die man zur weiteren Konkretisierung des Rahmenplans und zur Vertiefung des Konzepts nutzte, für Fragen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Naturschutz, Verkehr und Inklusion. Welche Anforderungen müsste eine nachhaltige Erschließung des Spreeparks erfüllen? Welche Angebote und Kriterien sind für die Gastronomie relevant? Welche Services muss ein hochwertiger Park bieten? Welche Flächen und Angebote zum Spielen und Picknicken müssen geschaffen werden? Anschließend wurden die aus den Dialogformaten hervorgegangenen Erkenntnisse gebündelt. Der so entstandene Leitfaden „Kursbuch Spreepark“ ging im Herbst 2020 an die zuständigen Planer*innen.

Die Mitwirkung und Teilhabe am Projekt wurde auch nach Abschluss des öffentlichen Partizipationsverfahrens weiterhin ermöglicht. So konnten beispielsweise im Labor Spreepark Berliner Initiativen ihre eigenen Kunst- und Kulturformate im Park erproben. Abgesehen von wertvollen Anregungen und Perspektiven zur laufenden Arbeit stiftet die Bürger*innenbeteiligung eine übergeordnete Identifikation: Anwohner*innen und Interessenvertreter* innen betrachten den Spreepark zu Recht als Projekt, an dem sie selbst teilhaben. Dies funktioniert vor allem, weil Grün Berlin das Beteiligungsversprechen einlöst und sich der zivilgesellschaftlichen Öffentlichkeit als valider und vertrauensvoller Ansprechpartner zeigt.

Zahlen & Fakten

  • Fläche: 23,1 Hektar
  • Finanzierung: Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), GRW-Mittel, Landesmittel, SJK-Bundesmittel
  • Voraussichtliche Fertigstellung Kernbereich: 2026
  • Erwartete Besucher*innen/Jahr ab 2026: 600.000

Eine historische Neueröffnung

2023 konnten beim Aus- und Umbau des Spreeparks derweil weitere Meilensteine erreicht werden. Die bauliche Sanierung des über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Ausflugslokals Eierhäuschen schritt im Lauf des Jahres so weit voran, dass die für die Arbeiten zuständige BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH das Gebäude im November an Grün Berlin übergeben konnte. Die Neueröffnung mit Restaurant und Ausstellungsräumen erfolgt im Frühjahr 2024.

Der zum Eierhäuschen gehörende Biergarten „Zum Anleger – Eierhäuschen“ nahm bereits im Mai 2023 den Betrieb auf, kurz bevor im August der Bau des Schiffsanlegers selbst erfolgreich abgeschlossen wurde. Auf einer ausreichend groß bemessenen Fläche befindet sich die neue öffentliche Anlegestelle am Spreeufer direkt beim zukünftigen östlichen Haupteingang des Spreeparks. Passagier*innen von Fahrgastschiffen können hier nun direkt und barrierefrei ein- und aussteigen und so den Spreepark und das Eierhäuschen vom Wasser aus erreichen. Damit stellt der Anleger auch einen wesentlichen Bestandteil des nachhaltigen Mobilitätskonzepts zur Erreichbarkeit des Spreeparks dar und wirkt sich, ergänzt um eine umliegende Flachwasserzone, zudem positiv auf die Biodiversität aus.

Quiz
Welche Bereiche des neuen Spreeparks wurden bereits fertiggestellt?
Tipp: Die Antwort finden Sie im Artikel.
Fast! Richtig! Ende 2023 wurde nach aufwändiger Sanierung das Eierhäuschen mit Restaurant, Biergarten, Ausstellungs- und Residenzräumen sowie eigenem Schiffsanleger fertiggestellt.

Ein gemeinsames Konzept wird Realität

So soll im neuen Spreepark einerseits das kulturhistorische Erbe des alten Vergnügungsparks bewahrt werden, zugleich aber auch nachhaltig und zukunftsweisend eine neue Nutzungsebene mit Kunst und Kultur geschaffen werden – als einzigartiger Ort für besondere Erlebnisse für alle Besucher*innen, die aus nah und fern hierherkommen. Dass Grün Berlin hier nicht nur durch die Beteiligung zahlreicher anderer Kooperationspartner, sondern auch mit der verbindlichen Beteiligung der Berliner Bürger*innen voranschreitet, ist daher absolut sinnfällig.