Berliner Mauerweg

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Infrastruktur

Auf einer Strecke von 160 Kilometern durch Berlin und Brandenburg lässt sich auf dem Mauerweg nicht nur die deutsche Teilungsgeschichte authentisch an Originalschauplätzen erfahren.

Auf einer Strecke von 160 Kilometern – davon 45 km am Berliner Stadtrand und quer durch die Stadt sowie 115 km auf angrenzendem Brandenburger Gebiet verlaufend –  lässt sich auf dem Mauerweg nicht nur die deutsche Teilungsgeschichte authentisch an Originalschauplätzen erfahren. Der Fahrrad- und Wanderweg folgt dem historischen Verlauf der Berliner Mauer durch die Nutzung der Kolonnenwege – angelegt von den DDR-Grenztruppen für ihre Kontrollfahrten - und der ehemaligen Zollwege in West-Berlin. Er bezieht auch den Mauerpark und die Gedenkstätte Berliner Mauer in seine Streckenführung ein und verbindet eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten der Berliner Stadt- und Umgebungslandschaft.

Neben herausragenden Abschnitten in der Berliner Innenstadt – etwa vorbei am Brandenburger Tor oder am Checkpoint Charlie – gehören auch landschaftlich reizvolle Abschnitte zur Strecke, zum Beispiel an der Grenze zur Potsdamer Kulturlandschaft und der Havel. Der Mauerweg ist sowohl als einzigartiges Zeugnis der Geschichte als auch als Angebot zur aktiven Gestaltung der Freizeit bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. Er ist auf ganzer Länge mit Wegweisern ausgeschildert. Über 100 Übersichtspläne mit Luftbildern helfen bei der Orientierung und 40 Informationsstationen der „Geschichtsmeile Berliner Mauer“ bieten mehrsprachige Auskünfte und Fotomaterial über die deutsche Teilung, die Berliner Mauer und die Geschehnisse, die sich an den jeweiligen Stationen zugetragen haben.

Die Grundlage für die Umsetzung des Projektes Berliner Mauerweg wurde bereits 2001 mit einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses geschaffen, von 2002 bis 2006 erfolgten wesentliche Wegeneubau- und Instandsetzungsmaßnahmen. In den Jahren 2009 und 2011 konnte das Informationssystem durch den Einbau von Erinnerungsstelen für die Maueropfer erweitert werden. Soweit möglich wurden sie am authentischen Flucht- bzw. Todesort errichtet. Derzeit konnten bereits 50 Stelen - 19 Besondere Orte und 31 Gedenkstelen – realisiert werden.

Die Grün Berlin war nicht nur für die Projektentwicklung und die bauliche Umsetzung des Mauerwegs verantwortlich, sondern ist weiterhin für die Unterhaltung und Instandsetzung der gesamten Wegweisung einschließlich der Gedenk- und Informationsstelen zuständig. Für kleinere Wegeabschnitte mit einer Gesamtlänge von ca. 6 km übernimmt die Grün Berlin auch die Instandhaltungsarbeiten.


Im Sommer 2018 erfolgte eine Bestandsaufnahme des gesamten Mauerweges. Betrachtet wurden die Art des Belags, Breite und Zustand der Wegeflächen sowie der angrenzenden Vegetationsbestände. Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit gelegt. In der umfassenden Analyse wird die gesamte Strecke nach fünf Kategorien von „mangelfrei“ bis „Gefahrenstelle“ bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz eines insgesamt positiven Zustandes an zahlreichen Abschnitten Mängel vorliegen.

Die Pflege und Unterhaltung des Berliner Mauerweges obliegen bislang einer Vielzahl von Flächeneigentümern. Um ein kontinuierliches Qualitätsmanagement zu gewährleisten, ist die Übertragung des Projekt-, Bau- und Betriebsmanagements des Mauerweges an die Grün Berlin GmbH vorgesehen.

Mit eingebunden in die Bestandsaufnahme waren die Berliner Bezirke, die Brandenburger Gemeinden sowie weitere Verwaltungen und Institutionen, die für Teilflächen des Berliner Mauerweges zuständig sind. Der kontinuierliche Austausch mit allen Beteiligten soll auch in Zukunft fortgeführt werden.

Die Kosten für die anstehenden Ertüchtigungs- und Entwicklungsmaßnahmen belaufen sich in den kommenden Jahren voraussichtlich auf rund 12,4 Mio. €. Die Kosten sind im Entwurf des Doppelhaushalts 2020/21 angemeldet. Darüber hinaus wird wegen der herausragenden touristischen Bedeutung des Mauerweges eine Förderung über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) angestrebt.

Quelle: Pressemitteilung vom 08.01.2019, Senatskanzlei Berlin

Projektdaten

Zuständigkeit Grün Berlin:
Projektentwicklung Grün Berlin Stiftung
Projekt- und Baumanagement Grün Berlin Stiftung
Park- und Betriebsmanagement Grün Berlin GmbH
Bauherr: Grün Berlin Stiftung für das Land Berlin
Entwurf/Planung: Bereich Südwest - Ökologie + Planung, Berlin / Bereich Nord - Büro Wallmann, Berlin / Bereich Mitte - KommunalData, Berlin / Bereich Südost – bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin / Beschilderung: GIP Ingenieure, Berlin
Lage: ehemaliger Grenzstreifen um West-Berlin
Größe: 160 Kilometer – davon 45 km am Berliner Stadtrand und quer durch die Stadt sowie 115 km auf angrenzendem Brandenburger Gebiet
Finanzierung: Bau: zu 90% durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ und zu 10% durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Instandhaltung: Land Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Bauzeiten: Beginn 2002 – 2006 / ergänzende Maßnahmen 2008 – 2015 / Ertüchtigungs- und Entwicklungsmaßnahmen ab 2020
Der Fahrrad- und Wanderweg folgt dem historischen Verlauf der Berliner Mauer.