Mauerpark

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Park

Der Mauerpark ist nicht nur aufgrund seiner Vorgeschichte als Teil der Berliner Maueranlagen eine über Berlin hinaus bekannte und vor allem an warmen Sommerabenden und Flohmarktwochenenden hochfrequentierte Grünanlage. Er erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von circa 14,5 Hektar auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Bernauer Straße und den Gleisen der S-Bahn im Norden Berlins. Als eine Station der Stadtroute des Berliner Mauerwegs und in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte Berliner Mauer gelegen, ist er zum einen ein geschichtsträchtiger Erinnerungsort, zugleich aber auch eine grüne Oase zwischen den Stadtbezirken Wedding und Prenzlauer Berg. Als vielfältig genutzter Freiraum wirkt der Mauerpark wie ein „offenes Fenster“ in der ringsherum dicht bebauten Stadt.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände des heutigen Mauerparks im östlichen Bereich teilweise als Exerzierplatz genutzt. 1872 begann der Bau des Güterbahnhofs im westlichen Bereich. Nach dem Mauerbau 1961 verlief hier die Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin. Mit dem Fall der Mauer entstand ein „Leerraum“ und die BerlinerInnen entdecken das Potential dieses wild wuchernden Fleckchens Natur mitten in Berlin schnell für sich und ihr Bedürfnis nach Grün und Erholung.

Durch das Engagement vieler BürgerInnen der umliegenden Kieze und Mitteln der Allianz Umweltstiftung konnten so Teilflächen des ehemaligen Grenzstreifens zum heutigen Mauerpark entwickelt werden. 1994 wurde der 1. Bauabschnitt des Mauerparks mit einer Größe von circa 7,5 Hektar nach Plänen des Landschaftsarchitekten Prof. Gustav Lange aus Hamburg fertiggestellt und eingeweiht. Entstanden sind Angebote für verschiedene Alters- und Nutzungsgruppen: ein Amphitheater, sonnige Sitz- und Liegeplätze am Hang, ein Birkenwäldchen als Ort der Ruhe, große Rasenflächen für Spiel und Sport. Von den hohen, stabilen Schaukeln auf dem Hang hat man einen weiten Blick auf die Berliner Mitte.

Eine weitere besondere Attraktion für große und kleine BesucherInnen sind die Jugendfarm Moritzhof mit den angrenzenden Grünflächen, dem Spielplatz, dem Senkgarten und dem Kletterfelsen. Dieser Abschnitt des Mauerparks wurde 2005 eröffnet. Er wurde im Wesentlichen aus Ausgleichs- und Ersatzmitteln der Deutschen Bahn AG finanziert.

2013 wurde die Parkfläche um circa 2 Hektar südlich des Gleimtunnels vergrößert und provisorisch für unterschiedliche Freiraumnutzungen wie Spielangebote und die Pilotnutzung durch das Projekt "Mauergarten“ erschlossen. Zudem konnte ein neuer Zugang zum bestehenden Park über die Lortzingstraße für die BewohnerInnen des Brunnenviertels geschaffen werden und somit eine weitere Verbindung in der Stadt zwischen Ost und West. Die Pflege und Unterhaltung dieser 2 Hektar wird durch die Grün Berlin GmbH organisiert und gesteuert.

Ziel ist es, den Mauerpark langfristig auf den Flächen des ehemaligen Gewerbegebietes Richtung Brunnenviertel/Wedding von ca 7,5 ha auf 14,5 ha Gesamtfläche zu erweitern. Zusammen mit Prof. Gustav Lange, der „Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen“ und den beteiligten Verwaltungen wurde seit 2010  an der Gesamtplanung der Erweiterungsflächen gearbeitet. Die Entwurfsplanung ist weitestgehend fertiggestellt.

Die Erweiterungsfläche wird zusätzliche Räume für ruhigere Nutzungen anbieten, die einen Gegenpol zur quirligen zentralen Wiesenfläche mit Amphitheater bilden.

Auch der Verlauf der Mauer soll nachgezeichnet werden. Die Spuren der Vergangenheit werden dadurch wieder sichtbar und für alle Nutzer erlebbar gemacht.

Die Mauer- und Biergärten werden in den Park integriert, und die Flohmarktfläche wird so angelegt, dass sie werktags als Sport- und Bewegungsfläche für die BesucherInnen des Parks nutzbar ist. Ein ehemaliges Gewerbegebäude, die sog. „Kartoffelhalle“ wird erhalten und soll auf Wunsch der BürgerInnen ein nicht kommerzieller kultureller Treffpunkt werden. Neue Rasenflächen erweitern das Angebot zum Spielen oder um einfach nur in der Sonne zu liegen. Zusätzliche Wege zum Spazierengehen werden ebenso geschaffen wie Spielplätze und Toiletten.

In Nord – Süd Richtung entsteht eine großzügige baumbestandene Promenade auf der man im Sommer unter einem lichten Schattendach spazieren gehen kann. In einem Teilbereich der Promenade wird eine große Spielfläche für verschiedene Altersgruppen gebaut. Nördlich der Promenade schließt sich ein Platz an, der den Parkeingang vom Brunnenviertel markiert und zum Verweilen einlädt. Holzdecks und Flächen zum Spielen und Ausruhen ergänzen das Angebot und verbinden den alten und neuen Park.

Die Freimachungsarbeiten auf den ehemaligen Gewerbeflächen haben im Juli 2016 begonnen, bis Anfang 2019 sollen die Erweiterungsflächen fertig gestellt sein.

Projektdaten

Zuständigkeit Grün Berlin:
Projektentwicklung Grün Berlin Stiftung
Projekt- und Baumanagement Grün Berlin Stiftung
Park- und Betriebsmanagement Grün Berlin GmbH
Bauherr:
Grün Berlin Stiftung für das Land Berlin
Entwurf/Planung:
Prof. Gustav Lange, Landschaftsarchitekt, Hamburg (1994)
Lage:
Bezirk Pankow, zwischen Eberswalder Straße und Gleimstraße
Größe:
ca. 14,50 Hektar Gesamtfläche, aktuell noch zu realisierende Fläche: ca. 7 Hektar
Finanzierung:
Land Berlin und Allianz Umweltstiftung, teilweise Ausgleich- und Ersatzmittel der Deutschen Bahn AG
Bauzeiten:
Realisierung in mehreren Bauabschnitten, Beginn 1993
Eröffnung:
1994 / 2013, voraussichtlich 2019

Kurzbeschreibung

Der beliebte Park auf dem ehemaligen Mauerstreifen