Mauerpark

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Park

Der Mauerpark ist nicht nur aufgrund seiner Vorgeschichte als Teil der Berliner Maueranlagen eine über Berlin hinaus bekannte und vor allem an warmen Sommerabenden hochfrequentierte Grünanlage.

Er erstreckt sich mit einer Gesamtfläche von rund 15 Hektar auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Bernauer Straße und den Gleisen der S-Bahn im Norden Berlins. Als eine Station der Stadtroute des Berliner Mauerwegs und in unmittelbarer Nähe zur Gedenkstätte Berliner Mauer gelegen, ist er zum einen ein geschichtsträchtiger Erinnerungsort, zugleich aber auch eine grüne Oase zwischen den Stadtteilen Wedding und Prenzlauer Berg. Als vielfältig genutzter Freiraum wirkt der Mauerpark wie ein „offenes Fenster“ in der ringsherum dicht bebauten Stadt. Der sonntägliche Flohmarkt sowie die regelmäßigen Karaoke-Events im Amphitheater sind fester Bestandteil der kulturellen Landschaft Berlins.

Entstehung des Mauerparks

Die Entwicklung des Mauerparks wird durch Grün Berlin seit Anfang der 1990er Jahre begleitet. Zunächst ging es um die Etablierung des Mauerparks auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost- und Westberlin. Auf Grundlage des Entwurfs des Landschaftsarchitekten Professor Gustav Lange und nicht zuletzt durch das Engagement vieler Bürger*innen der umliegenden Kieze und mit Mitteln der Allianz Umweltstiftung konnten Teilflächen des ehemaligen Grenzstreifens zum heutigen Mauerpark entwickelt werden. Der erste Teil, bestehend aus der zentralen Wiese, dem Sonnenhügel am Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und dem Birkenwäldchen, wurde 1994 fertiggestellt. In den folgenden Jahren wurde der Park Richtung Norden erweitert. Dort hatte sich die Jugendfarm Moritzhof angesiedelt, die heute ein wichtiger Teil des kulturellen Angebots im Mauerpark ist.

Erweiterung des Mauerparks

Grün Berlin wurde die Aufgabe übertragen, den Mauerpark auf den Flächen des ehemaligen Gewerbegebietes Richtung Brunnenviertel / Wedding um circa 7,5 Hektar auf 14,5 Hektar Gesamtfläche zu erweitern. Ebenfalls auf der Grundlage eines Entwurfs von Gustav Lange und in Zusammenarbeit mit der „Bürgerwerkstatt Mauerpark-Fertigstellen“ und den zuständigen Senats- und Bezirksverwaltungen entstanden zusätzliche Räume für ruhigere Nutzungen, die einen Gegenpol zur quirligen zentralen Wiesenfläche mit Amphitheater bilden. Auch der Verlauf der Mauer wurde nachgezeichnet und die Spuren der Vergangenheit dadurch wieder sichtbar und für alle Nutzer*innen erlebbar gemacht. Die Erweiterungsfläche steht den Bürger*innen seit Juni 2020 zur Verfügung. Zuständig für das Parkmanagement in der Erweiterung ist die Grün Berlin GmbH.

Historische Funde: Fahrzeugsperre und Fluchttunnel

Im Rahmen von Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe wurden Anfang 2018 am Eingang des Mauerparks an der Eberswalder Straße Überreste der ehemaligen Grenzanlagen zwischen Ost- und Westberlin gefunden: Eine Fahrzeugsperre, welche die Flucht per Auto oder LKW aus der ehemaligen DDR verhindern sollte sowie der Eingang zu einem Fluchttunnel. Aktuell wird in Anknüpfung an die Gedenkstätte Berliner Mauer eine Ausstellung der Funde auf dem neu entstandenen Vorplatz zwischen Schwedter Straße und dem Eingang des Mauerseglers konzipiert. Hierfür wurden die Planungen für die Erweiterung des Mauerparks noch einmal überarbeitet. Die Ausstellung wird voraussichtlich ab Ende 2020 anzuschauen sein.

Qualifizierung des bestehenden Parks

Seit der Fertigstellung des ersten Teilstücks des Mauerparks 1994 erhöhte sich der Nutzungsdruck auf die Grünanlage derart, dass die Qualität des Parks sichtbar gelitten hat. Grün Berlin wurde deshalb die Aufgabe übertragen, die bestehenden Flächen unter Berücksichtigung der etablierten Nutzungen, des umgebenden Stadtraums, aber auch der erfolgten Veränderungen der Rahmenbedingungen, des Klimas und der Anforderungen an nachhaltige Grünanlagen weiterzuentwickeln. Basierend auf intensiver Bürger*innenbeteiligung wurde hierfür eine Machbarkeitsstudie entwickelt, in der vorhandene Nutzungsprofile überprüft und Maßnahmen zur Verbesserung der Anlage entwickelt wurden. Der darauf aufbauende Planungsprozess startete im Frühjahr 2020. Baubeginn wird voraussichtlich 2022 sein.

Geschichte des Mauerparks

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände des heutigen Mauerparks im östlichen Bereich teilweise als Exerzierplatz genutzt. 1872 begann der Bau des Güterbahnhofs im westlichen Bereich. Nach dem Mauerbau 1961 verlief hier die Sektorengrenze zwischen Ost- und Westberlin. Mit dem Fall der Mauer 1989 entstand ein „Leerraum“ und die Berliner*innen entdecken das Potential dieses wild wuchernden Fleckchens Natur mitten in Berlin schnell für sich und ihr Bedürfnis nach Grün und Erholung.

Projektdaten

Zuständigkeit Grün Berlin:
Projektentwicklung Grün Berlin Stiftung
Projekt- und Baumanagement Grün Berlin Stiftung
Bauherr: Grün Berlin Stiftung für das Land Berlin
Entwurf/Planung: Prof. Gustav Lange, Landschaftsarchitekt, Hamburg (1994)
Lage: Bezirk Pankow, zwischen Eberswalder Straße und Gleimstraße
Größe: ca. 14,50 Hektar
Finanzierung: Land Berlin, GRW Mittel und Allianz Umweltstiftung, teilweise Ausgleich- und Ersatzmittel der Deutschen Bahn AG
Bauzeiten: Realisierung in mehreren Bauabschnitten, Beginn 1993
Eröffnung: 1994 / 2013, 2020
Zum einen ein geschichtsträchtiger Erinnerungsort, zugleich aber auch eine grüne Oase.

Neues aus dem Mauerpark

Gesamtfläche Mauerpark im Sommer 2020

Bestandspark: Überblick über die Bürger*innenbeteiligung

Spielplatz im Sommer 2020

Erweiterung: Vorher-Nachher-Bilder

Der beliebte Park auf dem ehemaligen Mauerstreifen